Handball : TVK ist jetzt wieder Schlusslicht

Durch die 31:32-Niederlage im Nachholspiel beim bisher punktgleichen HC Empor Rostock beendet der TV Korschenbroich die Hinrunde der Zweiten Handball-Bundesliga auf dem letzten Tabellenplatz. Die Partie machte einmal mehr deutlich, dass die Personaldecke zu dünn ist

Obwohl der TV Korschenbroich nach 32 Minuten noch mit 16:14 in Führung lag, war das Nachholspiel des Handball-Zweitligisten beim bis dahin punktgleichen HC Empor Rostock schon nach achteinhalb Minuten entschieden aus Sicht der Gäste, die nach der 31:32-Niederlage (Halbzeit 15:14) die Hinrunde auf dem letzten Tabellenplatz abschließen.

Denn nach achteinhalb Minuten holte Maik Sadewasser Dennis Marquardt bei dessen trotzdem erfolgreich abgeschlossenem Torwurf höchst unsanft aus der Luft auf den Boden der Scandlines-Arena. Die Konsequenz: Rote Karte für den Rostocker Abwehrspieler, der fortan das zum "Abstiegs-Endspiel" hochstilisierte Kellerduell von der Tribüne aus verfolgen musste.

Doch auch Marquardt, an Kopf und Rücken geprellt, konnte in den restlichen 41 Spielminuten nicht mehr ins Geschehen eingreifen. "Und das war auf Dauer nicht zu kompensieren für uns", haderte Trainer Christian Voß mit dem erneuten Verletzungspech seiner Schützlinge. Schließlich ist Dennis Marquardt nach Florian Kortes Kreuzbandriss der einzige "gelernte" Halblinke mit Zweitliga-Erfahrung im Korschenbroicher Kader. Weil nach seinem Ausfall für diese Position nur noch Matthias Fuchs und Dennis' jüngerer Bruder Björn, in dieser Saison nur sporadisch eingesetzt, zur Verfügung standen, lag (fast) die gesamte Last im Rückraum auf den Schultern von Simon Breuer. "Und dem ging verständlicherweise immer mehr die Luft aus", meinte Voß, wollte aber keinem seiner Spieler einen Vorwurf machen: "Wir sind einfach personell zu limitiert, um solche Spiele zu gewinnen."

So reichten den Rostockern mehr oder weniger sechs Minuten, "in denen bei uns weder im Angriff noch in der Abwehr richtig 'was zusammenlief" (Voß), um die Partie zu ihren Gunsten zu entscheiden: Vom 20:19 (40.) zog Empor auf 26:21 (47.) davon. Zwar kam der TVK wieder bis auf zwei Treffer (28:30, 56.) heran, auch, weil Voß die nun nicht mehr so gut wie zu Beginn funktionierende 5:1-Deckung auf eine 6:0-Formation umstellte. Doch um wenigstens noch einen Punkt mitzunehmen, reichte die Kraft nicht mehr: Marcel Gördens Anschlusstreffer vom Siebenmeterpunkt zum 31:32 kam neun Sekunden vor Schluss zu spät, um der Partie noch eine Wende zu geben.

So verpufften die positiven Aspekte aus Korschenbroicher Sicht, die die Partie durchaus besaß: "Wir sind sehr gut ins Spiel 'reingekommen", meinte Voß über die von den Gästen dominierte Anfangsphase. Noch positiver dürfte die bisher beste Saisonleistung von Christoph Piske auf der rechten Rückraumposition zu Buche schlagen, während Steffen Fischer bei seinem ersten Spiel im TVK-Dress auf Rechtsaußen aushelfen musste. Trotzdem war Voß mit dem Debüt des aus Dessau gekommenen Linkshänders zufrieden. Was aber nichts an seiner Einschätzung änderte: "Ohne einen Ersatz für Korte werden wir es ganz schwer haben."

(NGZ)