Handball : TVK fehlt am Ende die Kraft

Nach der 30:32-Niederlage beim TV Bittenfeld rutscht der TV Korschenbroich wieder ans Tabellenende der Zweiten Handball-Bundesliga. Weil am Ende die Kraft fehlt, soll die Suche nach Verstärkung intensiviert werden

Gestern Mittag steckten Christian Voß, Kai Faltin und Peter Irmen in der Geschäftsstelle der TV Korschenbroich Handball GmbH die Köpfe zusammen. Doch für Trainer, Sportlichen Leiter und Geschäftsführer des Zweitligisten ging es weniger darum, die 30:32-Niederlage (Halbzeit 15:14) beim TV Bittenfeld aufzuarbeiten, dank derer der TVK wieder ans Tabellenende der Zweiten Liga zurück gerutscht ist.

Die Tagesordnung des auf der nächtlichen Heimreise kurzfristig anberaumten Gesprächs hatte nur einen Punkt: die Suche nach einer Verstärkung. Denn für Christian Voß hatte die zweite Niederlage im vierten Spiel unter seiner Regie nur einen Grund: "Uns hat am Ende einfach die Kraft gefehlt."

Das führt der neue mann auf der Trainerbank einerseits auf den körperlichen Zustand seiner Schützlinge zurück: "Daran müssen und werden wir in der Spielpause bis zum 28. Januar arbeiten." Zum anderen aber auch darauf, dass ihm zu wenig Zweitliga-taugliche Akteure zur Verfügung stehen. So teilten sich der erneut überragende Simon Breuer (15/2) und Florian Korte (5) einmal mehr genau zwei Drittel aller Korschenbroicher Treffer.

Doch ausgerechnet Korte scheiterte in den letzten 120 Sekunden zwei Mal an Daniel Sdunek im Bittenfelder Gehäuse und ermöglichte es so den Gastgebern, durch Arnor Gunnarsson und Trainersohn Jürgen Schweikardt von 28:28 (57.) auf 30:28 114 Sekunden vor Schluss davon zu ziehen. Der TVK reagierte darauf mit einer offenen Manndeckung, doch das siebte Tor von Jürgen Schweikardt zum 31:28 bedeutete 33 Sekunden vor Schluss die Entscheidung. "Ich kann und will Florian keinen Vorwurf machen, er hat vorher unheimlich geackert", meint Voß, "aber die beiden Fehlwürfe waren natürlich spielentscheidend. Uns haben heute wieder nur ein paar Millimeter gefehlt." Damit sich das nicht zum Dauerthema auswächst im Handballdorf, wurden bereits gestern Nachmittag "alle Kontakte noch einmal abgearbeitet, die wir haben", verrät der Trainer, der sich aber keinen Illusionen hingibt: "Einen neuen Spieler zu finden, der uns tatsächlich weiterhilft und der in unser Gehalts- und Mannschaftsgefüge passt, wird unheimlich schwer."

Deshalb ist es eher unwahrscheinlich, dass dieses Unterfangen vor Mittwoch noch gelingt. Dann (20 Uhr, Waldsporthalle) erwartet der TVK den von schweren finanziellen Nöten geplagten Orts- und Tabellennachbarn HSG Düsseldorf zum Lokalderby, das zugleich eine Art Schicksalsspiel darstellt für die Korschenbroicher: Denn eine weitere Niederlage ließe den TVK nicht nur auf dem letzten Tabellenplatz überwintern, der Rückstand auf den ersten Nicht-Abstiegsplatz, den er mit in die Spielpause bis 28. Januar nimmt, könnte im ungünstigsten Fall dann schon sechs Punkte betragen.

(NGZ)