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TV Korschenbroich nach Debakel beim TV Aldekerk

Handball-Regionalliga : TV Korschenbroich erlebt heftigen Rückschlag

Im Nachholspiel der Handball-Regionalliga auswärts gegen den TV Aldekerk erlebten die Korschenbroicher ein Debakel. Damit sind die Aufstiegschancen deutlich gesunken.

Das hatten sich Spieler, Verantwortliche und auch die Fans des Handball-Regionalligisten TV Korschenbroich sicherlich ganz anders vorgestellt. Im Nachholspiel der beiden Titelaspiranten setzte es eine überaus deftige 27:42 (14:17) beim TV Aldekerk. „Ich kann mich nicht erinnern, jemals eine solche Klatsche bekommen zu haben“, sagte Korschenbroichs Trainer Dirk Wolf. „Bis jetzt kann ich dieses Ergebnis nicht fassen und mir auch noch nicht erklären, wie es dazu gekommen ist.“ Im Kampf um den Aufstieg war das ein herber Rückschlag. Zwar besteht noch die theoretische Möglichkeit, den Meistertitel zu holen, aber eben nur theoretisch.

Vor gut 300 Zuschauern brannten beide Teams ein wahres Offensivfeuerwerk ab. Bereits nach elf Minuten waren 15 Tore gefallen. Zu diesem Zeitpunkt lieferten sich die beiden Mannschaften noch einen offenen Schlagabtausch und der TVK hatte mit 7:8 nur ganz knapp das Nachsehen. „Nach dem Spiel habe ich mich noch mit einigen Zuschauern unterhalten“, so Wolf. „Sie hatten den Eindruck, sie wären beim Tennis und nicht beim Handball.“ Allerdings waren die Abwehrreihen hüben wie drüben nicht immer im Bilde. Die knappe Führung der Gastgeber hielt bis zur 29. Minute beim Zwischenstand von 15:14 an, ehe der TVK sich noch zwei Gegentreffer bis zum Halbzeitpfiff einfing. Bis dahin war von einem Untergang des TVK nichts zu erahnen.

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Nach dem Seitenwechsel brachen bei den Korschenbroichern jedoch alle Dämme. In der Abwehr fehlte jegliche Zuordnung, dem Mitspieler zu helfen war überhaupt nicht mehr angesagt und miteinander zu kommunizieren, schien verpönt. Damit allerdings noch nicht genug, denn auch die Offensivbemühungen waren nicht mehr als ein laues Lüftchen. Zwar erspielten sich die Gäste noch Chancen, aber entweder scheiterten sie am immer stärker werdenden Aldekerker Schlussmann Paul Keutmann oder die Würfe waren nicht platziert genug. Diese Unachtsamkeiten wurden sogleich mit erfolgreichen Tempogegenstößen der Aldekerker bestraft. „Bei uns funktionierte im zweiten Durchgang nichts mehr, während Aldekerk wirklich alles gelang“, erklärte Wolf. So war dann bis zur 40. Minute bereits eine Vorentscheidung gefallen, als der TVK bereits mit 18:27 ins Hintertreffen geraten war. „Natürlich fehlten uns bei den vielen verletzten und angeschlagenen Spielern die Alternativen, aber das für diese Leistung keine Entschuldigung sein“, betonte Wolf. „Es ist auch nicht einfach direkt von der Arbeit kommend, den Schalter umzulegen, aber sich so schnell aufzugeben, darf einfach nicht passieren. Das war bis auf wenige Ausnahmen ein kollektives Versagen.“

Das nächste Spiel steht am Sonntagmorgen beim MTV Dinslaken an. Die Gastgeber benötigen noch jeden Punkt für den Klassenerhalt und werden dem TVK die Punkte ganz bestimmt nicht freiwillig überlassen. „Der MTV hat nicht nur Heimrecht, sondern die Anwurfzeit um 11.15 Uhr ist schon mehr als gewöhnungsbedürftig“, sagte Wolf.

Aufstellung und TVK-Torschützen: Jäger, Graedtke - Schiffmann (7), Bark, Barwitzki (1), Brinkhues (2), Zidorn (2), Wolf (4), Tobae (1), Kauwetter, Biskamp (5/2), Neven (1), Schneider (3)