Handball : Mit dem Tempo-Handball stellt sich auch der Erfolg ein

Mit dem 32:21 über den VfB Homberg feiert der TV Korschenbroich seinen ersten Sieg nach dem Abstieg in die Handball-Regionalliga Nordrhein.

Dirk Wolf und seine Spieler wirkten aufgelockert und gut gelaunt. Das war wohlgemerkt vor dem Heimspiel gegen VfB Homberg, in dem den Regionalliga-Handballern des TV Korschenbroich und ihrem Trainer ein waschechter Katastrophenstart drohte. Der Eindruck sollte nicht täuschen: Energische Korschenbroicher rollten von der ersten Minute an energiegeladen über die Gäste hinweg und holten vor gut 400 Zuschauern in der Waldsporthalle im dritten Spiel nach dem Abstieg den ersten Sieg.

„Klar, nach zwei Niederlagen fängst du vielleicht schon an, nachzudenken“, gab Coach Wolf zu, „aber wir wollten hier heute von Anfang an Gas geben und mit unseren tollen Fans den Schwung mitnehmen. Den ersten Sieg geholt zu haben, fühlt sich einfach gut an.“ So war in der jungen TVK-Mannschaft von Fehlstartsstimmung und Verunsicherung nichts zu sehen. Auch wenn im Angriff in den ersten 20 Minuten noch kaum etwas gelingen wollte, war die Handschrift von Dirk Wolf bereits klar zu erkennen: Den Gegner mit physischem Tempohandball zermürben, um dann im zweiten Durchgang davonzuziehen.

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„Das ist einfach meine Philosophie, so habe ich auch bei meinen vorherigen Teams immer gespielt. Tempohandball macht Spaß, führt zu einfachen Toren und nimmt die Zuschauer mit“, erklärte der Trainer. Das führte zu Beginn noch zu vielen Fehlern, auf Routinier Viktor Fütterer war aber Verlass: Der 31 Jahre alte Ex-Neusser erzielte aus dem Rückraum drei der ersten acht Treffer, während sich im Tor beim fast acht Jahre jüngeren Max Vitz schnell andeutete, dass er das bisher beste Spiel seiner Karriere absolvieren könnte. Am Ende hatte der wahnsinnig gut aufgelegte TVK-Schlussmann mehr Bälle pariert als durchgelassen und sich damit ein Sonderlob von Wolf redlich verdient: „Max hat sensationell gespielt. Man darf nicht vergessen, dass der Junge letztes Jahr noch zwei Ligen tiefer gespielt hat. Wirklich toll, wie er sich hier entwickelt hat.“

In einer zähen ersten Hälfte setzten sich die Gastgeber in den letzten fünf Minuten schließlich von 10:9 auf 13:10 ab. Für den heißblütigen Gästetrainer und Ex-Nationalspieler Achim Schürmann der Knackpunkt der Partie: „Von diesem Rückstand haben wir uns nicht mehr erholt.“ Was Schürmann anschließend in Hälfte zwei sah, beschrieb er als „kollektives Versagen meiner Mannschaft.“ Dem hohen Tempo mussten die Duisburger Tribut zollen – immer häufiger durften die Korschenbroicher gegen eine kaum existente Deckung abschließen. „Wir wussten, dass wir Homberg müde machen können. Das hat man im zweiten Durchgang dann gesehen“, sagte Wolf, der im elf Mal erfolgreichen Rechtsaußen Sascha Wistuba (5/5 Siebenmeter) einen offensiv herausragenden Flitzer in seinen Reihen wusste. Als dann auch noch Nicolai Zidorn (sechs Tore) seinen Wurf fand, wurde es für die Gäste unschön. Die zweistellige Niederlage ging am Ende in Ordnung. „Da haben wir in der zweiten Hälfte irgendwann die Köpfe hängen lassen“, befand Schürmann.

Dass er mit der Leistung der Offiziellen Malte Brinkmann und Timo Tekolf offensichtlich alles andere als einverstanden war, ließ er hingegen unkommentiert. Insgesamt 30 Strafminuten (16 für den TVK) und Disqualifikationen gegen Mats Wolf und Steffen Brinkhues in einer alles andere als unfairen und überharten Partie geben ihm Recht.