Fußball : TuS muss Uedesheim schlagen

Soll für die Fußballer aus Grevenbroich angesichts eines Acht-Punkte-Rückstands auf Tabellenführer FC Remscheid die Spitze nicht endgültig außer Sicht geraten, hilft ihnen im Lokalduell nur ein Heimsieg wirklich weiter.

Unterschiedlicher könnten die Gemütslagen gar nicht sein: Während der SV Uedesheim nach dem 7:0-Kantersieg vor Wochenfrist über den Niederrheinliga-Absteiger SC Düsseldorf-West als Tabellenzweiter der Fußball-Landesliga vor Selbstbewusstsein nur so strotzt, wartet der TuS Grevenbroich seit dem 1:0-Erfolg am 25. September (6. Spieltag) in Langenfeld auf einen Sieg.

In der Liga ist der TuS mit der 0:1-Heimpleite gegen Amern aus der Erfolgsspur geraten, brachte von 15 möglichen Punkten nur kümmerliche zwei ein. Viel zu wenig für ein Team, das noch zu Saisonbeginn zu den ganz heißen Titelkandidaten gezählt wurde. Weil es bis zum FC Remscheid auf Rang eins schon acht Zähler sind, ist für Uedesheims Trainer Ingmar Putz der Fall klar: "Das ist deren letzte Chance, noch mal oben dranzukommen." Ganz so ernst sieht sein Kollege Jörg Ferber die Angelegenheit freilich nicht. "Klar, nach der Pause wollen wir jetzt eine Serie starten, aber wir verfallen nicht in Hektik." Dass in David Dygacz, Stephan Volk und Lars Faßbender wichtiges Personal angeschlagen ist, treibt seinen Blutdruck ebenfalls nicht in die Höhe. Er verweist auf den erst wenige Wochen zurückliegenden 1:0-Erfolg über Uedesheim im Kreispokal. "Obwohl auch da wichtige Spieler gefehlt haben, hat es funktioniert."

Nicht nur darum spricht Putz trotz der recht eindeutigen Tabellenkonstellation – seine Kicker trennen nur drei Punkte von der Spitze – von einem Duell auf Augenhöhe. "Natürlich hat der TuS zuletzt ein bisschen geschwächelt, aber jede Serie geht mal zu Ende", unkt er. Derweil geht er in Uedesheim weiter konsequent seinen Weg. Weil der erst im Sommer vom Niederrheinligisten SC Kapellen an den Norfer Weg zurückgekehrte Arthur Graf den Dienst in der Zweitvertretung (Kreisliga C) verweigert hatte, plant der Klub nun ohne ihn. Putz: "Es hat einfach nicht funktioniert."

Unbeeindruckt davon schenkte der SVÜ dem SC-West gleich sieben Tore ein. Die Bodenhaftung hätten seine Jungs dadurch aber nicht verloren, versichert Putz, schließlich sei der hohe Sieg kein Zufallsprodukt gewesen. "Das Ergebnis war auch in der Höhe verdient", stellt er selbstbewusst fest.

Die Favoritenrolle sieht Ferber dennoch nicht eindeutig verteilt. "In beiden Mannschaften sind ein paar echt gute Jungs dabei", findet er, "und darum sehe ich uns schon gleichwertig". Auch den möglichen Ausfall der ein oder anderen Stammkraft möchte er nicht als Ausrede ins Feld führen: "Derjenige mit dem größeren Willen und der besseren Konzentration, wird als Sieger vom Platz gehen."

(NGZ)