Fußball : TuS gewinnt müdes Stadtderby

Vor der mageren Kulisse von 170 Zuschauern setzten sich die Gäste mit 2:0 beim 1. FC Grevenbroich-Süd durch. Beim Debüt von Trainer Peter Hanschmann verpassten es die Hausherren, im Abstiegskampf Boden gutzumachen.

Neuenhausen Nach gut einer halben Stunde hatte Herbert Clemens die Nase gestrichen voll vom müden Kick. Der Sportliche Leiter des Fußball-Landesligisten TuS Grevenbroich — eingesprungen für den beruflich in China weilenden Trainer Uwe Kühn — beorderte alle vier Auswechselspieler zum Aufwärmen hinters eigene Tor. Die deutliche Mahnung ans (leidlich) aktive Personal, sich im Stadtderby gefälligst mehr ins Zeug zu legen, zeigte Wirkung, wenn auch mit einiger Verzögerung. Erst in der zweiten Hälfte markierten die Gäste die Treffer zum letztlich irgendwie verdienten 2:0-Sieg (Halbzeit 0:0) beim 1. FC Grevenbroich-Süd.

"Klar, es ist heiß, aber so etwas gibt's bei mir nicht", hatte Clemens zur Halbzeit nach einer kurzen, aber knackigen Kabinenansprache noch missmutig festgestellt. Und als Mann der Tat stellt er sein Team um: Für Niklas Fischel und Dustin Thissen, die ihre guten Trainingsleistungen nicht ins Spiel hatten übertragen können, schickte er Tim Allroggen und Tayfun Kula in die Spitze. Eine Maßnahme, die sofort Wirkung zeigte. Mit seinem ersten Kopfball verfehlte Allroggen noch das von Keeper Patrick Pelikan leidenschaftlich gehütete Tor der wackeren, aber zumeist überforderten Gastgeber (55.). Nur vier Minuten später aber war er nach einer Flanke von Marcel Koch wiederum mit dem Kopf zur Stelle. Ein Klassetor.

Der FC-Süd, der im Fernduell um den Klassenverbleib mit dem gestern spielfreien HSV Langenfeld jeden Punkt braucht, hätte trotz aller personell bedingten Unzulänglichkeiten die Wende schaffen können. Wenn sich der agile Timo Gennuso vor dem gegnerischen Gehäuse nur ein bisschen geschickter angestellt hätte. In der 63. Minute ließ er sich kurz vor der Torlinie noch von Sascha Pelka abblocken, nach der folgenden Ecke von Dennis Brock vergab er aus noch günstigerer Position. Zuvor hatte der ansonsten wenig beschäftigte TuS-Schlussmann Kevin Afari mit dem Fuß gegen Julian Rittmann geklärt (57.).

Nach dem Rückstand entblößten die Hausherren zunehmend ihre Abwehr und luden den Erzrivalen damit zum Kontern ein. Pelikan rettete gegen Tim Allroggen, Marcel Schauf, Tayfun Kula und Sven Rommerskirchen fast im Minutentakt. Dass auf der anderen Seite Cetin Akcakaya vier Minuten vor dem Ende auch die letzte Chance fast schon fahrlässig vergab, regte Peter Hanschmann bei seinem Einstand auf der Trainerbank des Abstiegskandidaten schon gar nicht mehr auf. "Mehr ist einfach nicht drin", bilanzierte er nüchtern, "wichtig für mich ist nur, dass sich keiner hängenlässt."

Derweil änderte auch Lars Faßbenders traumhafter Volleyschuss zum 2:0 (88.) nichts am Urteil des wenig erbauten Teilzeittrainers Herbert Clemens: "Das war wirklich kein gutes Spiel."

(NGZ)