Lokalsport: "TuS Ferndorf hat das Quäntchen mehr"

Lokalsport: "TuS Ferndorf hat das Quäntchen mehr"

Für Dormagens Trainer Ulli Kriebel ist der Tabellenführer das Maß aller Drittliga-Dinge. Trotzdem möchte er morgen dort gewinnen.

Die Ausgangslage ist eindeutig: Durch seine unnötigen Punktverluste gegen die HSG Krefeld (30:30) und beim Leichlinger TV (36:38) hat der TSV Bayer Dormagen die Chance verspielt, den TuS Ferndorf auf seinem Weg zurück in die Zweite Handball-Bundesliga noch einmal nervös zu machen. Angesichts von acht Punkten Vorsprung auf den rheinischen Rivalen dürfte selbst bei einer Niederlage der Siegerländer im morgigen Gipfeltreffen nichts mehr anbrennen aus Sicht des TuS.

Gewinnen möchten die Dormagener aber trotzdem morgen Abend - Anpfiff durch die Schiedsrichter Jonathan und Maximilian Winter (Schwetzingen/Brühl) ist um 19.30 Uhr - in der Sporthalle Stählerwiese in Kreuztal. Allein schon, um (sich selbst) zu beweisen, dass sie auch ein Spitzenteam sind. Ulli Kriebel, der diese Woche grippekrank zuhause verbrachte und das Training seinem Assistenten Peer Pütz überließ, hat deren vier ausgemacht in der Dritten Liga West: TuS Ferndorf, TSV Bayer Dormagen, HSG Krefeld und Leichlinger TV.

Und von diesem Quartett habe der Tabellenführer "das Quäntchen mehr" als die anderen. Kriebel macht das an den Ergebnissen untereinander fest: "Ferndorf gewinnt seine Spiele in der Schlussphase mit ein, zwei Toren Unterschied, wir verlieren die gleichen Spiele mit ein, zwei Toren." Da ist was dran. Ferndorf hat sich gegen Krefeld (22:17, 22:21) und Leichlingen (23:22) durchgesetzt und den direkten Vergleich mit dem TSV mit 25:21 für sich entschieden. Die Dormagener Ergebnisse gegen die gleichen Gegner: Krefeld (26:27, 30:30), Leichlingen (25:24, 36:38).

Für Kriebel ist das kein Zufall, sondern das Resultat der Kaderzusammenstellung. Ferndorf habe mehr Erfahrung, Ferndorf habe sich durch die Zugänge von Jonas Faulenbach, Branimir Koloper und Marian Basic nach dem Abstieg aus der Zweiten Liga eher noch verstärkt. Und Ferndorf sei "sehr breit aufgestellt", sein Kollege Michael Lerscht könne viel wechseln, ohne dass ein Bruch ins Spiel käme - weshalb Ferndorf die Spiele, in denen es zwischenzeitlich in Rückstand lag, "hinten 'raus immer noch gedreht" habe.

  • Lokalsport : Kriebel fordert höhere Konzentration

Die Folge all dessen: Als einziges Team im deutschen Profi-Handball sind die Ferndorfer noch ohne Minuspunkt. Setzen sie diese eindrucksvolle Bilanz morgen fort, können sie zwei Wochen später im Gastspiel bei den Bergischen Panthern (25. März) bereits den Meistertitel feiern. So überlegen war noch kein Team seit Einführung der Dritten Liga West - selbst der Neusser HV, der in der vergangenen Saison nur einen Punkt abgab, musste bis zum drittletzten Spieltag auf die Meisterfeier warten.

"Ferndorf steht zu Recht da oben", sagt Kriebel, sieht sein Team aber dennoch nicht chancenlos. "Bis auf zehn Minuten waren wir im Hinspiel gleichwertig", sagt der Bayer-Trainer. Das waren jene zehn Minuten, in denen er Lukas Stutzke zum Ausruhen auf die Bank holte. "Lukas war platt, weil er direkt vom DHB-Lehrgang zum Spiel kam, er brauchte diese Auszeit", sagt Kriebel rückblickend. Diesmal fehlte nicht der Junioren-Nationalspieler bei den Übungseinheiten, sondern der Trainer. Das sieht Kriebel allerdings nicht als entscheidenden Nachteil an: "Wir sind ein gutes Trainerteam", stellt der 40-Jährige fest und meint damit nicht nur Co-Trainer Peer Pütz, sondern auch Athletiktrainer Dennis Marquardt und Torwarttrainer Joachim Kurth.

Und weil neben Lukas Stutzke, der jetzt auch Klarheit über seinen weiteren handballerischen Lebensweg hat (siehe gesonderten Artikel) auch Eloy Morante Maldonado wieder im Vollbesitz seiner Kräfte ist, hofft Kriebel, "dass wir gegen Ferndorf so lange wie möglich mithalten können. Vielleicht reichts's ja bis ganz zum Schluss."

(NGZ)