Tsv Bayer Dormagen: TSV verliert nach Traumstart den Kopf

Tsv Bayer Dormagen : TSV verliert nach Traumstart den Kopf

Die in der 3. Liga spielenden Bayer-Handballer haben ihre erste Niederlage in diesem Jahr kassiert. Ausgerechnet der ehemalige Dormagener Mirko Bernau (37 Jahre) avancierte beim 30:29-Sieg des OSC Rheinhausen zum Matchwinner.

Alles im Leben hat zwei Seiten — und so gewann Jörg Bohrmann der 29:30-Niederlage (Halbzeit 12:11) des von ihm trainierten Handball-Drittligisten TSV Bayer Dormagen vor 1108 Zuschauern am heimischen Höhenberg gegen den OSC Rheinhausen sogar noch einen positiven Aspekt ab. "Das tut der Mannschaft vielleicht ganz gut", resümierte er: "Jetzt wissen wir genau, was wir zu tun haben."

Auf die erste Nullnummer seit dem 31:35 am 15. Dezember gegen Edewecht — danach gewann der TSV sieben Spiele hintereinander — hatte zu Beginn freilich rein gar nichts hingedeutet. In der 17. Minute nutzte Markus Breuer seinen dritten Siebenmeter zum 11:4 — Bayer schien ähnlich souverän aufzutrumpfen wie im Hinspiel, in dem der OSC mit 19:33 die höchste Niederlage der Vereinsgeschichte hatte einstecken müssen. "Das war Hochtempo-Handball", sagte Bohrmann. Sein Kollege Jörg Förderer merkte kritisch an: "Hinten haben wir die Deckung nicht dicht bekommen, vorne einige gute Chancen vergeben."

Ausgerechnet eine Zwei-Minuten-Strafe gegen Rheinhausens Mirko Szymanowicz, flankiert von einem Wechsel auf der Torlinie (Sebastian Bliß kam für den Ex-Dormagener Matthias Reckzeh), brachte die jungen Gastgeber nachhaltig aus dem Tritt. Die Gäste legten in der Folge eine 7:0-Serie aufs Parkett, ehe der zunächst nur sporadisch eingesetzte Moritz Preuss vom Kreis für den 12:11-Halbzeitstand sorgte. "In dieser Phase haben wir komplett den Kopf verloren", gab Bohrmann zu. Er reagierte, brachte in Hälfte zwei von Beginn an Simon Ernst, der zuvor ebenso wie Preuss, Sebastian Damm und Jo Gerrit Genz noch mit der A-Jugend des TSV das Bundesliga-Duell mit der HSG Rhein-Nahe Bingen (34:25) bestritten hatte. Zwar markierte Ernst nach der Pause acht Treffer, doch zurück in die Erfolgspur vermochte der gerade von einem intensiven Lehrgang der Junioren-Nationalmannschaft heimgekehrte Europameister seine Mannschaft nicht mehr zu bringen. Zur entscheidenden Figur wurde im zweiten Abschnitt Mirko Bernau, neben Reckzeh und Marcel Wernicke dritter ehemaliger Dormagener im Team der Gäste. Der 37-Jährige, in Rheinhausen als sportlicher Leiter und Stand-by-Spieler im Einsatz, markierte nicht nur sechs Tore, sondern sorgte auch dafür, dass der immer wieder vom Zeitspiel bedrohte OSC seine Angriffe noch irgendwie erfolgreich abschloss.

Gestützt auf Sören Kress (5), Goalgetter Mirko Szymanowicz (5/2) und Marcel Wernicke (5) lagen die Gäste nun mit bis zu drei Toren vorne (24:21/48., 25:22/5., 26:23/51.). Dormagen kämpfte sich indes noch einmal ins Spiel zurück, 1:06 Minuten vor Schluss gelang Ernst sogar der 29:29-Ausgleich. Im Gegenzug jedoch sah TSV-Keeper Roland Mainka bei Bernaus Tor zum 30:29 ganz schlecht aus. Auf der anderen Seite hätte der TSV bei der finalen Attacke von Moritz Preuss gerne einen Siebenmeter gehabt. Stattdessen gab es eine Sekunde vor dem Spielende nur einen Freiwurf, den Preuss in die Mauer setzte.

(NGZ/url)
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