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TSV Bayer Dormagen will mehr Zuschauer in der Halle

2. Handball-Bundesliga : TSV will mehr Zuschauer in der Halle

Der Handball-Zweitligist fühlt sich von der Landesregierung im Stich gelassen. Er sieht seine Existenz bedroht. Trotz einem vom Kreis genehmigten Hygiene- und Betriebskonzept dürfen nach aktuellem Stand nur maximal 300 Zuschauer ins TSV-Bayer-Sportcenter.

Aus sportlicher Sicht hat Handball-Zweitligist TSV Bayer Dormagen allen Grund zur Zufriedenheit. Denn sportlich läuft die Vorbereitung auf die neue Saison ab dem 2. Oktober ziemlich gut. Die Testspielergebnisse jedenfalls sind vielversprechend, auch am vergangenen Wochenende präsentierten sich die Chemiestädter auswärts gegen den Bundesligisten HSG Wetzlar trotz einer 29:33-Niederlage in guter Verfassung. Auf die Stimmung drückt beim TSV allerdings die Ungewissheit rund um Thema Zuschauer. Nicht mal mehr einen Monat vor dem ersten Saisonspiel daheim gegen den Dessau-Rosslauer HV steht noch nicht fest, wie viele Menschen sich die Partie im TSV-Bayer-Sportcenter anschauen dürfen.

„Und das nervt ungemein“, gesteht Bayers Handball-Geschäftsführer Björn Barthel, der sich schon einmal Anfang September zu Wort gemeldet hatte, um anzuprangern, dass die unterschiedlichen Vorgaben in den einzelnen Bundesländern bei den Corona-Schutzmaßnahmen dazu führen können, dass dem Handball-Profisport die Geschäftsgrundlage entzogen wird. Wie groß die Sorgen bei Björn Barthel sind, zeigt der Umstand, dass er sich jetzt noch mal an die Öffentlichkeit wendet und sich dabei auch nicht scheut, Kritik an der Corona-Politik der Landesregierung zu üben. „Wir fühlen uns vom Land im Stich gelassen“. bringt es Barthel auf den Punkt. Was ihn besonders stört ist der Umstand, dass der TSV Bayer Dormagen ein inzwischen vom Kreisgesundheitsamt abgesegnetes Hygiene- und Betriebskonzept vorgelegt hat, das einen Besuch von 1000 Zuschauern bei Zweitliga-Heimspielen vorsieht, die seit dem 1. September gültige Corona-Schutzverordnung das aber nicht erlaubt.

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„Für mich ist nach wie vor nicht nachvollziehbar, warum das Land NRW es laut aktueller Corona-Schutzverordnung zulässt, dass im Sportcenter mit personalisierten Tickets, bei dem jeder Kontakt anhand des Sitzplanes nachverfolgt werden kann, eine Kultur- oder Musikveranstaltung mit knapp 1000 Zuschauern erlauben würde, aber ein Handballspiel nur mit 300“, erklärt Barthel. Das Konzept des TSV sieht unterem anderem vor, dass es keine Stehplätze geben wird. Ab Betreten des Hallenvorplatzes gilt bis zum Einnehmen des Sitzplatzes die Pflicht, die Mund-Nasen-Maske zu tragen. Essen und Trinken ist nur im Sitzen erlaubt. Getränke wird es nur in Flaschen geben und dürfen während der Corona-Pandemie auf dem Tribünen-Sitzplatz getrunken werden. Tagestickets wird es ausschließlich im Onlineshop geben, da jede Eintrittskarte personalisiert ist. Somit am Einlass das Ticket zusammen mit dem Personalausweis vorgezeigt werden.

Das alles sind für Barthel gute Gründe, für den Sport gegenüber kulturellen Veranstaltungen eine Gleichbehandlung einzufordern. „Wir haben viel Zeit und Arbeit in unser Konzept gesteckt und sind uns der Verantwortung gegenüber unseren Spielern, Mitarbeitern und Zuschauern bewusst“, sagt der Handball-Geschäftsführer, der hofft, dass in der für den 15. September angekündigten Neufassung der Corona-Schutzverordnung des Landes auf die Belange der auf Zuschauer angewiesenen Sportveranstaltungen eingegangen wird. „Denn wenn es bis zum 31. Dezember dabei bleibt, dass nur 300 Zuschauer in die Halle dürfen, weiß ich nicht, wie viele Mannschaften es dann überhaupt noch gibt“, betont Barthel und ergänzt: „Wir wollen nur eine Chance, unser Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.“ Nächsten Sonntag im Testspiel gegen den Liga-Konkurrenten TSV Ferndorf wollen die Dormagener jedenfalls erstmals wieder Zuschauer in ihrer Halle am Höhenberg lassen. Konkrete Informationen dazu sollen noch veröffentlicht werden.

Lohnen dürfte sich ein Besuch allemal, denn am vergangenen Wochenende knüpften die Dormagener gegen den vom ehemaligen TSV-Coach Kai Wandschneider trainierten Bundesligisten HSG Wetzlar nahtlos an ihre bislang guten Testspiel-Leistungen an. Sie hielten die Partie lange offen, unterlagen am Ende aber mit 29:33 (14:17). So fiel auch das Fazit von TSV-Coach Dusko Bilanovic positiv aus: „Wir haben sehr gut gedeckt und auch im Angriff waren weitere Fortschritte zu erkennen.“