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TSV Bayer Dormagen vor Spielen gegen Nordhorn und Ferndorf

2. Handball-Bundesliga : Ungewohnte Enge auf Dormagens Bank

Wenn die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer Dormagen am Donnerstagabend Nordhorn empfangen, sind erstmals seit Ewigkeiten alle 16 Kaderplätze vergeben. Am zweiten Weihnachtstag geht’s zum Kellerduell beim TuS Ferndorf.

Es ist so etwas wie ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk für Dusko Bilanovic. Der Trainer des Handball-Zweitligisten TSV Bayer Dormagen hatte sich angesichts der unheimlichen Verletzungsserie bei seinem Team in den vergangenen Wochen und Monaten so sehr gewünscht, dass er endlich mal wieder mit einer vollbesetzten Ersatzbank in einer Partie gehen kann. Am Donnerstag (19.30 Uhr) ist es im Heimspiel gegen den Titelanwärter HSG Nordhorn-Lingen so weit. Und es wäre extrem wichtig, dass dieser Zustand auch bis zum zweiten Weihnachtstag anhält. Denn am Sonntag muss der TSV im letzten Spiel des Jahres und vor der EM-Pause zum Kellerduell beim TuS Ferndorf antreten.

„Es ist das erste Mal seit ganz langer Zeit, dass ich einen Spieler nicht mit in den Kader für eine Partie nehmen kann, der vorher im Training dabei war. Das ist zwar schade für den Spieler, den es trifft, aber für die Mannschaft natürlich wichtig“, sagt Dusko Bilanovic. Den numerischen Tiefpunkt hatten die Dormagener Anfang Dezember erreicht, als sie wegen zahlreicher Ausfälle zum Spiel beim HC Empor Rostock (27:32) mit nur neun Feldspielern und zwei Torhütern anreisen mussten. Dass es jetzt so eng wird auf der Auswechselbank mit den laut Reglement maximal 16 möglichen Spielern, liegt zum einen an den vor der Essen-Partie ausgeliehenen Akteuren aus Longerich (Benjamin Richter) und Opladen (Oliver Dasburg), aber auch daran, dass Spieler wie Max Eugler aus der zweiten Mannschaft wieder zur Verfügung stehen und dass es Rückkehrer nach Verletzungspausen gibt.

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Wobei der Ausfall von Linksaußen Tim Mast vergleichsweise kurz war, er hatte sich in der Partie gegen Rostock eine Zerrung zugezogen. Deutlich länger weg war sein Positionskollege Joshua Reuland, der seit April wegen eines Kreuzbandrisses ausgefallen war. Eigentlich sollte er erst nach der EM-Pause wieder auf die Platte. Doch seine Reha lief so gut, dass die medizinische Abteilung sogar grünes Licht für die beiden letzten Spiele des Jahres gegeben hat. Wobei es in erster Linie darum geht, wieder Zweitliga-Luft zu schnuppern, Wunderdinge werden von ihm freilich nicht erwartet. Doch so sehr sich Bilanovic über die volle Bank freut, möchte er festgehalten wissen: „Uns fehlen immer noch zwei Leistungsträger.“ Spielmacher Ian Hüter und der Halblinke Alexander Senden können erst im neuen Jahr wieder eingreifen.

Dennoch, weil es neben den Rückkehrern Mast und Reuland auch noch Jaka Zurga gibt, ist die linke Seite des TSV so gut besetzt, dass der jüngst in Aue (28:28) so starke Youngster Sören Steinhaus wieder komplett für den linken Rückraum zur Verfügung steht. Und dem Rückraum insgesamt misst Bilanovic für die Partie gegen die haushoch favorisierten Nordhorner entscheidende Bedeutung bei. „Da müssen wir Druck erzeugen und Nordhorn beschäftigen, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagt Bilanovic auch in Richtung Ante Grbavac, Patryk Biernacki, Benjamin Richter, André Meuser und Oliver Dasburg. Den Bundesliga-Absteiger kennen die Dormagener gut. Zuletzt bestritten sie in der Sommervorbereitung einen Test gegen die HSG, der deutlich mit 21:31 verloren ging und TSV-Kapitän Patrick Hüter dazu brachte, die Mannschaft zum Titelkandidaten Nummer eins zu erklären. Diese Einschätzung konnte Nordhorn zwar zunächst nicht bestätigen, doch inzwischen hat sich die Mannschaft in die enge Spitzengruppe vorgearbeitet und nur noch zwei Punkte Rückstand auf Spitzenreiter Gummersbach. „Wir haben Respekt, aber keine Angst vor Nordhorn. Mit unseren Fans im Rücken ist etwas möglich, wenn wir unsere Leistung abrufen. Wir haben nichts zu verlieren“, erklärt TSV-Coach Bilanovic.

Da verhält es sich am Sonntag in Ferndorf ganz anders. Denn der TuS, der am Mittwochabend bereits in Gummersbach gefordert war, spielt bislang auch eine schlechte Saison unter den Erwartungen. Zwar musste die Mannschaft auch vorige Saison lange um den Klassenverbleib zittern, doch nach einem personellen Umbruch samt Verjüngung sollte alles besser werden. Ähnlich wie Dormagen von Verletzungspech geplagt, klappte das bislang nicht. Allerdings ließ Ferndorf vorigen Freitag als Schlusslicht mit einem 34:32-Sieg bei der SG BBM Bietigheim aufhorchen. Die Dormagener sind also gewarnt.