TSV Bayer Dormagen vor Saisonstart in der 2. Handball-Bundesliga

Handball : TSV Bayer strotzt vor Selbstbewusstsein

Optimistisch wie lange nicht mehr geht der TSV Bayer Dormagen in die neue Handball-Saison. Die beginnt am Wochenende mit der DHB-Pokalrunde in Göppingen, das erste Meisterschaftsspiel in der Zweiten Bundesliga folgt am 24. August im heimischen Sportcenter gegen den EHV Aue.

Man muss schon ein gutes Gedächtnis haben, um sich daran zu erinnern, wann zuletzt am Höhenberg so viel Gelassenheit und Optimismus herrschten anderthalb Wochen vor dem Beginn der Handball-Saison. Sportlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich sieht sich der TSV Bayer Dormagen gut aufgestellt für die neue Spielzeit in der Zweiten Liga, die am 24. August (19.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den EHV Aue startet.

Sportlich Eventuelle Restzweifel beseitigte am Mittwochabend der 31:30-Sieg im letzten Testspiel gegen den neuen Liga-Konkurrenten VfL Gummersbach. Obwohl er nicht an einem Tag seinen kompletten Kader beisammen hatte, spricht  Dusko Bilanovic von einer „sehr akribischen und harten Vorbereitung“, die zur vollen Zufriedenheit des seit Januar im Amt befindlichen Trainers verlaufen sei: „Die Mannschaft ist gut vorbereitet, alle Spieler sind jetzt in der Lage, nicht 45, sondern fast 60 Minuten auf der Platte zu stehen.“ Walter Haase, sonst eher der kritische Geist im sportlichen „Kompetenzteam“, stimmt dem uneingeschränkt zu: „Ich habe viele Trainingseinheiten und alle Testspiele gesehen – das war eine Vorbereitung, wie ich sie mir vorstelle,“ sagt der langjährige Trainerausbilder des Deutschen Handball-Bundes. Entsprechend optimistisch wird das Saisonziel abgesteckt: „So schnell wie möglich raus aus dem Abstiegskampf,“ sagt Geschäftsführer Björn Barthel, der Platz zwölf und damit die Qualifikation für den nach neuem Modus ausgetragenen DHB-Pokal anpeilt: „Wenn’s mehr wird, nehmen wir das gerne mit.“

Zum Erreichen des Saisonziels kommt es vor allem auf eine Gute Abwehrarbeit an. Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Wobei er und sein Trainer sich durchaus bewusst sind, dass „die Liga vielleicht noch ausgeglichener ist“ als in der vergangenen Spielzeit: „Sieben Klubs wollen aufsteigen, das sagt doch alles,“ sagt Bilanovic. Der mit Platz zwölf gut leben kann, aber zwei andere Ziele im Fokus hat: „Wir wollen guten und schnellen Handball spielen, damit die Fans in die Halle kommen. Und wenn die Halle voll ist, hilft uns das bei unserem Vorhaben, zuhause möglichst kein Spiel zu verlieren.“

Wirtschaftlich Der TSV plant mit einem Etat „zwischen 900.000 und 950.000 Euro,“ sagt Björn Barthel, der von „85 Partnern“ finanziert wird. Beides bedeutet ein leichtes Plus gegenüber der vergangenen Saison, „weshalb wir die Gehälter einiger Spieler, die bisher eher wenig bekommen haben, anpassen konnten,“ verrät der Geschäftsführer. Marketingleiterin Jil Falkenstein verspricht sich weiteren Zuwachs an Sponsoren „durch die neue LED-Bande mit 40 Metern Gesamtlänge, die ganz andere Möglichkeiten der Werbepräsentation“ biete als bisher.

Gesellschaftlich 517 Dauerkarten sind bisher verkauft, das entspricht in etwa dem Stand des Vorjahres. „Aber es ist ja noch fast eine Woche bis zum Saisonstart,“ sagt Barthel, „viele warten erst einmal ab, wie die letzten Testspiele oder sogar die ersten Saisonspiele verlaufen sind.“ Das Ziel ist klar: Den Zuschauerschnitt der vergangenen Saison, der bei 1229 lag, zu steigern, denn damit ließen die Dormagener nur vier der 20 Zweitliga-Klubs hinter sich. In den neun Heimspielen der Rückrunde waren es immerhin 1328 Besucher pro Spiel (Tabellenplatz 14), was den im Januar nach Dormagen gekommenen Dusko Bilanovic in seiner Ansicht bestärkt: „Wenn wir gut spielen, dann kommen auch die Fans.“

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