TSV Bayer Dormagen im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga

Handball : Im Abstiegskampf haben sich die Fronten ein wenig geklärt

Fünf Spieltage vor Saisonende kämpfen in der 2. Handball-Bundesliga noch sechs Teams um die rettenden Tabellenplätze – vier davon müssen absteigen.

Ein Sieg beim ASV Hamm wäre einem Befreiungsschlag gleich gekommen, ein Unentschieden hätte die Ausgangsposition um einiges verbessert. Doch dank des Gegentreffers durch Stefan Lex in der Schlusssekunde steckt der TSV Bayer Dormagen nun bis zur Unterkante Oberlippe im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga.

In dem haben sich am sechstletzten Saisonspieltag die Fronten ein wenig geklärt. Drei Mannschaften gelang nämlich jener Befreiungsschlag, der den Dormagener unglücklich versagt blieb: Der HSV Hamburg (30:24 über den bisherigen Tabellenzweiten HSC Coburg) sollte mit jetzt 30 Pluspunkten ebenso wenig noch in ernsthafte Gefahr geraten wie der EHV Aue, dem der gleichfalls erst in der Schlussminute sichergestellte 29:28-Sieg beim TuS Ferndorf ebenfalls 30 Zähler bescherte. Und der TV Emsdetten drehte das Kellerduell beim Dessau-Roßlauer HV nach 19:21-Rückstand in der Schlussphase in einen 27:26-Sieg und hat als Tabellendreizehnter nun 29 Punkte.

Damit scheint klar: Das Feld der um den Klassenerhalt ringenden Mannschaften vor den bereits abgestiegenen Rhein Vikings hat sich auf sechs reduziert. Den TSV Bayer Dormagen (26:40 Punkte) auf Rang 14 trennen gerade mal vier Zähler vom Wilhelmshavener HV (22:44), der nach seiner 25:38-Klatsche bei Spitzenreiter HBW Balingen-Weilstetten auf den vorletzten Tabellenplatz abrutschte. Wäre jetzt Saisonende, wären Dormagen und der HC Elbflorenz (15. mit 15:41 Punkten) gerettet, müssten Eintracht Hagen (24:42), TV Großwallstadt (23:43), der Dessau-Roßlauer HV und Wilhelmshaven (beide 22:44) den Gang in die Dritte Liga antreten. Doch daran kann und wird sich an den ausstehenden fünf Spieltagen sicher noch einiges ändern.

Die Voraussetzungen des Sextetts sind durchaus unterschiedlich: Der HC Elbflorenz Dresden (gegen Wilhelmshaven und Lübeck-Schwartau) hat ebenso nur noch zwei Heimspiele auf dem Plan stehen wie der Dessau-Roßlauer HV (gegen Bayer Dormagen und TV Hüttenberg). Bei den anderen sind es jeweils drei. Das vermeintlich leichteste Programm hat Eintracht Hagen, denn nach der Partie am Freitag gegen den ASV Hamm erwarten sie zuhause mit den Rhein Vikings und dem TuS Ferndorf noch zwei Klubs, für die die Saison bereits gelaufen ist.

Nur: Die Hagener haben die zweitschlechteste Heimbilanz aller 20 Zweitligisten, und ihre beiden Auswärtsspiele in Hamburg und Balingen haben es in sich. Das Gegenteil davon ist der TV Großwallstadt, der 18 seiner 23 Zähler in der heimischen Untermainhalle holte, dort aber neben dem VfL Lübeck-Schwartau aber noch die gegen den Abstieg beziehungsweise um den Aufstieg kämpfenden Teams aus Dresden und Balingen erwartet. Wilhemshaven hat Heimrecht gegen Ferndorf, Dessau und die HSG Nordhorn, für die es möglicherweise am letzten Spieltag in der Nordfrost-Arena um die Rückkehr in die erste Liga geht.

Der Vorteil des TSV Bayer Dormagen: Er braucht sich mit dem Restprogramm der Konkurrenten eigentlich gar nicht beschäftigen. „Wir haben es immer noch in der eigenen Hand,“ sagt auch Trainer Dusko Bilanovic. Drei Siege sollten reichen, drei Siege sind aber wohl auch das Minimum, das zum Klassenerhalt eingefahren werden muss. „Am liebsten in den nächsten drei Spielen“, sagt Handball-Geschäftsführer Björn Barthel – am Samstag (19.30 Uhr) und am 19. Mai (17 Uhr) gegen die direkten Konkurrenten aus Dresden und Dessau, am 24. Mai (19.30 Uhr) gegen die DJK Rimpar.

„Wir brauchen auf jeden Fall die Unterstützung der Fans,“ sagt Dusko Bilanovic und denkt dabei gerne an den Gründonnerstag zurück: Da trieben 1754 Zuschauer den TSV Bayer zum 31:28-Sieg über den HSV Hamburg.