2. Handball-Bundesliga TSV Bayer Dormagen enttäuscht in Vinnhorst

Dormagen · Im ersten Punktspiel des Jahres hätten die Zweitliga-Handballer des TSV Bayer mit einem Sieg im Kellerduell einen wichtigen Schritt in Richtung Klassenverbleib gehen können. Stattdessen setzte es eine ernüchternde Niederlage.

Einer der wenigen Dormagener Lichtblicke in Vinnhorst am Samstag: Finn Schroven, hier im Hinspiel gegen die Hannoveraner vor Torwart Stefan Hanemann.

Einer der wenigen Dormagener Lichtblicke in Vinnhorst am Samstag: Finn Schroven, hier im Hinspiel gegen die Hannoveraner vor Torwart Stefan Hanemann.

Foto: Heinz J. Zaunbrecher

Im Abstiegskampf der 2. Handball-Bundesliga hatte sich der TSV Bayer Dormagen bis zur Winterpause auch deswegen vielversprechend positionieren können, weil es ihm gelang, die Partien gegen direkte Konkurrenten für sich zu entscheiden. Gegen Minden, Dessau, Vinnhorst (35:29) und Aue, die alle in der Tabelle hinter den Dormagenern rangieren, gab es Siege. Ausgerechnet beim so wichtigen Start in die Restsaison riss die Serie, beim TuS Vinnhorst in Hannover setzte es eine gleichermaßen bittere wie verdiente 26:30 (12:15)-Niederlage. Während die Gastgeber der Bedeutung der Partie entsprechend auftraten, wirkte der TSV nach der langen Meisterschaftspause irgendwie noch nicht bereit.

„Das war heute zu wenig, um hier zu gewinnen. Der TuS war ausgebuffter und galliger und hat verdient gewonnen. Wir haben es nicht geschafft, gegen die harte Abwehr richtig dagegen zu halten und Lösungen gegen die 5:1-Formation zu finden. Wenn wir mal eine Lösung hatten, haben wir die Chancen nicht genutzt und sind am Torwart gescheitert“, sagte ein enttäuschter Matthias Flohr. Apropos harte Abwehr: Auf diese Stärke der Vinnhorster hatte Flohr schon im Vorfeld der Partie hingewiesen und versucht, seine Mannschaft mit Hilfe einer gemeinsamen Trainingseinheit mit dem Kooperationspartner Bergischer HC darauf vorzubereiten. Doch davon war in der Partie nicht viel zu sehen. Dem TSV gelang es nur ganz selten, die Deckung des TuS in Bewegung zu bringen. Oft agierten die Dormagener viel zu statisch und rannten nach einer Prellaktion kopflos in die dichte Vinnhorster Deckung. Irgendwie fanden sie keine Einstellung zu der konsequent gespielten gegnerischen 5:1-Formation und kamen nur selten ins Tempo.

Die Ursachen dafür könnten auch in der Anfangsphase liegen. Denn nach einem vielversprechenden Start mit einer schnellen 2:0-Führung (2.), war es ausgerechnet der mit einer Dormagener Vergangenheit ausgestattete Vinnhorster Winterzugang Sven Eberlein, der mit einem Doppelschlag ausglich und den TSV augenscheinlich nachhaltig verunsicherte. Schon vor dem 1:2 hatten die Gäste zwei Möglichkeiten vergeben, direkt nach dem Ausgleich scheiterte Peter Strosack bei einem guten Winkel mit einem Wurf von Rechtsaußen. Auch wenn der TSV durch Lucas Rehfus erst in der 9. Minute das nächste Mal traf, blieb er zwar zunächst dran, doch ein vergebener Tempogegenstoß durch Peter Strosack (9.) und ein verworfener Siebenmeter von Jan Reimer (12.) deuteten an, dass es um die Überzeugung bei den Dormagenern nicht zum Besten bestellt war. Und es deutete sich an, dass TuS-Keeper Stefan Hannemann zum entscheidenden Faktor werden könnte. Und der wurde er dann auch. Während er die Gäste in Hälfte eins mit zehn Paraden entnervte und sich dann eine kleine Schaffenspause nach der Pause gönnte, war er in einer kritischen Phase seiner Mannschaft in Hälfte zwei wieder zur Stelle. Da konnten die Torhüter auf der Gegenseite nicht ansatzweise mithalten, Christian Simonsen blieb glücklos, BHC-Leihgabe Louis Oberosler in gut elf Minuten ebenso.

Dass sich die Gastgeber in der ersten Hälfte nach rund 20 Minuten absetzen konnten, hing aber freilich nicht nur mit deren guten Defensiv- und Torwartleistung zusammen. Auch Ersatzspielmacher Melf Hagen, vor dem TSV-Coach Matthias Flohr im Vorfeld eindrücklich gewarnt hatte, kam immer besser ins Spiel und leitete viele Tore gut ein. Dass es Dormagen nach einer bitteren Roten Karte für Jan Schmidt (25.) dann kurz vor der Pause nicht schaffte, die von den Gastgebern angebotenen Möglichkeiten zu nutzen, um doch noch entscheidend zu verkürzen, war symptomatisch für ihren gebrauchten Samstagabend.

Zwar setzte sich Vinnhorst nach dem Seitenwechsel schnell auf 19:13 (35.) ab, doch weil Sören Steinhaus (8/11) in Abwesenheit des verletzten Ian Hüter als Spielmacher plötzlich deutlich mehr Verantwortung übernahm und zusammen mit Finn Schroven (5/5) durch viele Einzelaktionen die Dormagener im Spiel hielt, wurde es tatsächlich noch mal eng. Nach dem 23:25 (50.) durch Sören Steinhaus gerieten die Gastgeber noch mal ins Schwimmen, luden Dormagen durch einige Fehler ein, die Partie doch noch zu drehen. Doch dem TSV fehlte an diesem Abend einfach der Glaube, schlug die Einladung konsequent aus. Spätestens als Milan Masic zum 28:25 (58.) traf und Jan Reimer anschließend an Stefan Hanneman scheiterte, war die Partie entschieden.

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