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Trotz DOSB-Einsatz: Tanja Spill darf nicht bei Olympia starten

Leichtathletik : Trotz DOSB-Einsatz: Tanja Spill darf nicht bei Olympia starten

Deutscher Olympischer Sportbund setzt sich bei World Athletics, Dachverband aller nationalen Sportverbände für Leichtathletik, für die unglückliche Dormagenerin ein.

(sit) Es bleibt dabei. Die Olympischen Spiele in Tokio vom 23. Juli bis zum 8. August finden ohne Tanja Spill statt. Weil sie über 800 Meter die direkte Norm von 1:59,5 Minute verpasst hatte, setzte die Leichtathletin des TSV Bayer Dormagen ihre ganze Hoffnung darauf, sich ihr Ticket über die Weltrangliste zu erarbeiten. Das gelang, da drei Konkurrentinnen aus anderen Nationen absagten, rückte die 25-Jährige noch vor dem Stichtag vom 50. auf 47. Rang vor – belegte damit einen der 48 Quotenplätze, die eigentlich zur Teilnahme an den Spielen berechtigen. Bis zum Wochenende ging die Dormagenerin davon aus, dass ihr die fehlende Nominierung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) zum Verhängnis geworden sei. Der habe seine letzten Startlisten bereits am 1. Juli veröffentlicht und auch gar nicht mehr vorgehabt, mögliche Nachrücker hinzuzufügen. Ihre Schlussfolgerung am Freitag: „48 Athleten sind nominiert, ich bin aktuell auf dem 47 Platz, aber zu spät für den DOSB.“ Doch inzwischen weiß Spill mehr. Auf ihrer Facebook-Seite schreibt sie: Der DOSB habe sie kontaktiert „um die Sachlage genauer zu hinterfragen“, da ihm zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst gewesen sei, dass Startplätze freigeworden seien. „Sie haben gemeinsam mit dem DLV bei World Athletics angefragt, ob sie meinen Startplatz noch bekommen. Doch leider scheitert es an World Athletics, da sie ihre zuvor genannten Quotenplätze nicht auffüllen und nur zum Stand der Liste vom 1. Juli nominieren. Zuvor hatten alle Verbände die Möglichkeit, ihre Athleten abzumelden, sollten sie nicht an den Start gehen. Da dieses leider in meinem Falle bei zwei Nationen nicht passiert ist, bleiben die Plätze nun frei. Ein Fehler im System von World Athletics.“

Obwohl sie die Weltspiele damit nun schon zum zweiten Mal höchst unglücklich verpasst, hält sie an ihrem Olympia-Traum eisern fest: „Aller guten Dinge sind drei. Dann halt 2024 in Paris!“