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Elephants Grevenbroich: Tristesse in voller Hütte

Elephants Grevenbroich : Tristesse in voller Hütte

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Vor der Rekordkulisse von mehr als 1200 Zuschauern zogen die Zweitliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich im Derby gegen die NVV Lions Mönchengladbach mit 79:90 (47:49) den Kürzeren. Spielentscheidend war das Duell der Amerikaner auf beiden Seiten.

Ausgerechnet im Derby gegen die NVV Lions Mönchengladbach lieferten die Elephants Grevenbroich ihre bislang schwächste Saisonleistung ab, unterlagen vor mehr als 1200 Zuschauern (!) mit 79:90 (47:49). Eine ganz bittere Niederlage, da sie sicher vermeidbar gewesen wäre.

Eigentlich ist die Sache klar: Die Hausherren verloren vor allem deshalb, weil ihre (Basketball-) Ausländer im Duell mit ihren Pendants auf der anderen Seite klar den Kürzeren zogen.Zahlen belegen dies eindeutig: Während Phil Sellers mit 31 Zählern (sein Saisondurchschnitt betrug vor dem Match 33,4 Punkte) ebenso Normalform erreichte wie sein Landsmann Phil Godfrey mit 26 (29,2), schwächelten die Grevenbroicher Topscorer: John Bynum markierte anstatt 30 nur 20 Punkte, der Kanadier Whitney Harris statt 23 gar nur 16. Ergibt eine Differenz von satten 21 Punkten.

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Dieser "Rückstand" war auch von den so genannten Restspielern (Elephants-Coach Raphael Wilder) nicht auszugleichen. Immerhin lagen die Elephants in dieser Kategorie mit 43:33 vorne.

John Bynum gelangen vor der Pause lediglich sechs Zähler. Doch der US-Amerikaner war zumindest teilweise entschuldigt. Zum einen wurde er abwechselnd von Godfrey, Philip Jones und Savo Milovic knüppelhart verteidigt, zum anderen hatten ihn die beiden ganz schwachen Schiedsrichter Stefan Korte und Lutz Engelhardt aus Berlin, ganz im Gegensatz zu seinen Landsleuten im Lions-Trikot, nicht gerade in ihre Herzen geschlossen.

Den "Höhepunkt" dieser Ungleichbehandlung markierte die 15. Spielminute: Bei einem Fastbreak wurde Bynum zunächst im Halbfeld gefoult. Die Schiedsrichter ließen aber - das erfuhr Wilder hinterher im Gespräch mit den Unparteiischen - "Vorteil" gelten. Als Bynum aber kurz darauf energisch zum Korb zog, brummten sie ihm ungeniert ein mehr als fragwürdiges Offensivfoul auf. Als Bynum seinem nur allzu verständlichen Frust mit einem kräftigen "Bullshit!" Luft machte, erhielt er zusätzlich noch ein Technisches Foul. Mit nun drei persönlichen Fouls nahm er für den Rest der Hälfte auf der Bank Platz - und fand danach sichtlich frustriert nie mehr zu alter Stärke zurück.

Auch ohne ihren Leitwolf und besten Korbjäger blieben die Elephants aber im Spiel, verwandelten einen 32:41-Rückstand (17.) zwischenzeitlich in einen 42:41-Vorsprung (18.) um. Größten Anteil daran hatten die zuletzt formschwachen Flügel: Matthias Wojdyla kam in dieser Phase bis zum Seitenwechsel auf acht Punkte (zwei Dreier), Jörg Rottgardt auf fünf (ein Dreier). Jones und Godfrey konterten jedoch ihrerseits erfolgreich von jenseits der Drei-Punkte-Linie, so dass Mönchengladbach mit einer knappen 49:47-Führung in die Kabine ging.

Auch im dritten Viertel konnte sich zunächst keine Mannschaft entscheidend absetzen, erst als erneut Jones mit zwei Dreiern in Folge (den zweiten mit der Schluss-Sirene) zum 72:65 traf, kippte die Partie zu Gunsten der Gäste. Bis zur 34. Minute zogen sie auf 81:67 davon. "Dieser 2:15-Lauf hat uns das Spiel gekostet", meinte Wilder. Dass die Elephants in der zweiten Hälfte deutlich ins Hintertreffen gerieten, kreidete der Coach in erster Linie Whitney Harris an.

Obwohl ihm Mönchengladbach auf der Center-Position keinen wirklichen Kontrahenten entgegensetzen konnte, tauchte der Kanadier nach der Pause komplett unter. Nach ordentlichen 14 Punkten in den ersten 20 Minuten markierte er von der 23. bis zu seinem Ausscheiden in der 35. Minute (fünftes Foul) nur noch zwei Zähler. "Das war der Tiefpunkt", schimpfte Wilder. "Er hätte der MVP dieses Spiels werden können, ja müssen. Ich verlange Minimum 30 Punkte von ihm. Aber stattdessen hat er das Spiel einfach an sich vorbeiziehen lassen."

Somit verpufften auch die zumindest ansatzweise guten Vorstellungen Rottgardts (12) und Wojdyla (11), die endlich mal die von ihnen verlangten zweistelligen Punktezahlen brachten. Doch genug war das immer noch nicht.

(NGZ)