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Korschenbroich: Trauer um Alt-Bürgermeister Mühlen

Korschenbroich : Trauer um Alt-Bürgermeister Mühlen

Im Alter von 92 Jahren ist Korschenbroichs Alt-Bürgermeister Heinrich Mühlen am Mittwoch gestorben. Wie hoch er nicht nur in seinem Heimatort Pesch, sondern auch in der Stadt angesehen war, zeigt ein Satz eines Weggefährten: "Sie waren der Bürgermeister aller Korschenbroicher."

Die Korschenbroicher Bürger trauern um ihren Alt-Bürgermeister Heinrich Mühlen. Er starb am Mittwoch im Alter von 92 Jahren. Das Pescher Urgestein, das in der Vorwoche mit Lungenproblemen ins Krankenhaus musste, kehrte nicht mehr an den Mühlenweg zurück. Er hinterlässt Ehefrau Loni (79), und seine vier Kinder mit ihren Familien.

Heinrich Mühlen war Ehrenpräsident der Pescher Bruderschaft. Für sein Lebenswerk dankten ihm die Schützen 2009 mit einer Bronzeplakette. Foto: Ilgner

Heinrich Mühlen war ein Mann, der noch bis ins hohe Alter große Anerkennung erfuhr — ob als Alt-Bürgermeister von Pesch und später — nach der Neugliederung — von Korschenbroich, als Ehrenbrandmeister, als Ehrenbürger der Partnerstadt Carbonne oder als hochdekorierter Schütze und Bundesverdienstkreuzträger.

Heinrich Mühlen wurde Korschenbroichs Bürgermeister in einer äußerst schwierigen Zeit. Nach den Turbulenzen um die missratenen Äußerungen von Graf von Spee und dem damit verbundenen Rücktritt, übernahm der Schreinermeister und damalige CDU-Ratsherr aus Pesch 1986 einmal mehr Verantwortung. Damals noch als Ehrenamtler im Einsatz, zollte ihm selbst die SPD Respekt. Und wenn ihm nach acht Jahren als Bürgermeister im Amt ein Sozialdemokrat zum Abschied bescheinigt: "Sie waren der Bürgermeister aller Korschenbroicher" — dann muss der CDU-Mann Heinrich Mühlen vieles richtig gemacht haben.

Mühlen gehörte zu den Menschen, die stets für andere da waren — die Herzlichkeit ausstrahlten und Hilfesuchenden die Hand reichten. Er scheute weder Arbeit noch Verantwortung. Und so war es eine Selbstverständlichkeit, dass er sich jeder Herausforderung stellte. Er hat das Ehrenamt gelebt.

Doch bei allem Einsatz — Heinrich Mühlen war ein lebenslustiger Mensch, immer mit einem Funkeln in den Augen. Und so schlug sein Herz auch seit seinem 19. Lebensjahr für die St.-Donatus-Bruderschaft. Der erste König nach dem Krieg war in Pesch dann auch kein anderer als Heinrich Mühlen. 1971 — zum 50-jährigen Bestehen der Bruderschaft — wurde er an der Seite seiner Frau Loni ein zweites Mal König. Aber es wurde längst nicht nur gefeiert. Auch dort stellte er sich über 15 Jahre als Präsident an die Spitze der Brauchtums-Organisation. Dafür wurde er unter anderem mit dem Sebastianer-Ehrenkreuz ausgezeichnet. Zuletzt wurden seine öffentlichen Auftritte weniger. Er genoss das Familienleben, die sonntäglichen Canasta-Runden mit Ehefrau Loni und den längst erwachsenen Kindern. Tröstende Wort fand Schwiegersohn Dr. Josef Merten zu Mühlens Tod: "Der Körper wollte nicht mehr, aber der Geist war noch hellwach."

Info Der Beerdigungsgottesdienst findet statt am Donnerstag um 11.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Marien. Anschließend ist die Beisetzung auf dem Friedhof.

(NGZ)