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Trainer Friedhelm Funkel plaudert in Holzheim aus dem Nähkästchen

Fußball : Funkel plaudert aus dem Nähkästchen

Der Rekord-Aufstiegstrainer und Retter des 1. FC Köln besuchte das Fußballcamp der Holzheimer SG und gewährte dabei interessante Einblicke in den Profisport.

Das Fußballcamp der Holzheimer SG am Ende der Sommerferien bot ein besonderes Highlight für die Kinder. Der ehemalige Bundesliga-Trainer Friedhelm Funkel kam zu Besuch und gab eine Autogrammstunde. „Friedhelm und ich kennen uns schon seit 50 Jahren. Als ich ihn gefragt habe, ob er vorbeikommen möchte, hat er sofort zugesagt“, erzählt Willi Kollenbroich, Pressesprecher der Holzheimer SG.

Einen Freundschaftsdienst, den der gebürtige Neusser auch am Freitag bei der Drittliga-Partie zwischen dem MSV Duisburg und Rot-Weiß Essen geleistet hat. Vor dem Derby verabschiedete er den langjährigen Zeugwart Manni Piwonski. „Er war schon beim MSV, als ich da trainiert habe und daher erfülle ich ihm seinen Wunsch natürlich gerne“, sagte Funkel vor dem Match. Beim Abschiedsspiel von Eintracht Frankfurt-Legende Alex Meier am 31. August steht der Rekord-Aufstiegstrainer ebenfalls an der Seitenlinie.

Auch im Ruhestand legt sich der 68-Jährige eben nicht auf die faule Haut. „Ich mache fast jeden Tag mehrere Stunden Sport“, erzählte er. Fußball spiele er jedoch – auch hobbymäßig – schon seit zehn Jahren nicht mehr.

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Neben den kleinen Kickern nutzte an der Reuschenberger Straße auch Hamid Derakhshan, Chefcoach des Landesligisten Holzheimer SG, die Gelegenheit zum Austausch mit dem erfahrenen Kollegen. Auch Friedhelm Funkels Trainerkarriere begann einst in der Landesliga: 1989 übernahm er seinen Heimat- und Jugendverein VfR 06 Neuss, ehe er im Dezember 1990 als Co-Trainer bei Bayer Uerdingen unterschrieb. Funkel war in Krefeld kein unbekanntes Gesicht. Insgesamt 14 Jahre schnürte er beim damaligen Bundesligisten seine Fußballschuhe.

In seiner langen Karriere knüpfte er zahlreiche Kontakte, die zum Teil bis heute Bestand haben. Eine ganz besondere Beziehung hat er zu Heribert Bruchhagen, von Dezember 2003 bis Mai 2016 Vorstandsvorsitzender der Eintracht Frankfurt Fußball AG. „Ein ganz feiner Kerl, ohne ihn wäre ich in Frankfurt bestimmt vier Mal rausgeflogen“, erinnert er sich schmunzelnd. Auch mit Alex Meier steht Funkel noch im regelmäßigen Kontakt. „Wir telefonieren bestimmt vier, fünf Mal im Jahr, weil wir uns super verstehen und er weiß, dass er mir viel zu verdanken hat. Als ich ihn am Anfang seiner Karriere aufgestellt habe, wurde ich beschimpft, heute ist er Frankfurts Fußballgott.“

Zuletzt wurde er vom 1. FC Köln als „Feuerwehrmann“ verpflichtet, seine letzte längerfristige Station als Trainer war die Merkur Spiel-Arena von Fortuna Düsseldorf. Seine Einschätzung: „Mit Daniel Thioune hat die Fortuna einen Top-Typen als Trainer. In diesem Jahr müssen sie zusammen mit dem HSV aufsteigen, ich sehe sonst keine anderen Kandidaten.“ Für den Erfolg müssten aber alle Spieler auch mental auf der Höhe sein, deswegen arbeitete er in der Endphase seiner langen Trainerkarriere mit Psychologen zusammen. „Im Nachhinein ärgert es mich, das ich das nicht schon viel früher gemacht habe. In Köln habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, dass eine Psychologe vor Ort ist“, verriet er im Gespräch mit Derhakshan.

Eine abermalige Rückkehr ins Trainergeschäft schließt Funkel nicht gänzlich aus. „Wenn ich gegen Ende der Saison Angebote auf dem Tisch haben sollte, werde ich prüfen, ob ich den Klassenerhalt für möglich halte und dann vielleicht noch mal unterschreiben.“