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Reitsport: Tränenreicher Abschied von Hello Max

Reitsport : Tränenreicher Abschied von Hello Max

2500 Zuschauer verfolgten am Samstagabend auf Gut Neuhaus den letzten Auftritt von Derbysieger Hello Max. Nicht nur sein Reiter und Besitzer Gilbert Tillmann konnte bei der Ehrenrunde seine Tränen nicht zurück halten.

Eine Flut von Emotionen überrollte am Samstagabend selbst die abgeklärtesten Reitsport-Experten. Bei der offiziellen Verabschiedung von Derbysieger Hello Max im Rahmen der Gut Neuhaus Indoors kullerten bei vielen der rund 2500 Zuschauer Tränen. Selbst "alte Hasen" wie Lutz Bartsch konnten sich diesen Gefühlen bei Hello Max' letzter Ehrenrunde nicht entziehen.

Dem Vorsitzenden des Kreis-Pferdesportverbandes versagte bei der Laudatio auf den 20-jährigen Wallach, der 2013 mit Gilbert Tillmann als ältestes Pferd überhaupt das legendäre Deutsche Springdeutsche in Hamburg gewonnen hatte, die Stimme. "Es war mir eine Ehre, diese einzigartige Karriere verfolgen zu dürfen", sagte der Jurist und sprach damit allen aus der Seele. Da war bei Gilbert Tillmann, der im Sattel seines "besten Freundes" noch einmal einen Film mit den schönsten Momenten der 13 Jahre währenden Karriere verfolgte, der Damm der Tränen schon gebrochen: Völlig aufgelöst nahm er gemeinsam mit Familie, Freunden und Fans Abschied von seinem schon zu Lebzeiten legendären Pferd.

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"Ich war schon den ganzen Tag total nervös", gestand der 32-Jährige. Für den Hufschmied ist der Abschied seines einst besten Sportpartners ein krasser Einschnitt: "Jetzt beginnt eine völlig neue Zeit." Für Hello Max begann seine "neue Zeit" bereits im Mai 2013 — seitdem genießt der Dunkelbraune aus Irland bereits seinen Ruhestand auf den Weiden des Gestüts Gut Neuhaus. Völlig ohne Allüren. Nach wie vor kümmert sich seine Pflegerin Sonja Burow, die sich einst sogar ein Tattoo mit dem Namen ihres Lieblingspferdes stechen ließ, um ihn. Dass Hello Max eine so außergewöhnliche Karriere hatte — vom abgemagerten hoffnungslosen Fall, zum bockigen Schulpferd, zum Karnevalspferd und dann zum gefeierten Sportstar — ist für sie zweitrangig. "Das wichtigste ist, dass es Hello Max gut geht", sagt sie. "Ich habe mit ihm unglaubliche Jahre erlebt."

Damit spricht sie nicht nur Gilbert Tillmann, sondern auch dessen besten Freund Marc Schroers aus der Seele. Keiner war in den vergangenen 13 Jahren Hallo Max und Gilbert so nah wie der 33-Jährige. "Ich habe kein wichtiges Turnier verpasst", erinnert er sich. "Diese Jahre haben mich geprägt. Wir haben alle möglichen Berg- und Talfahrten erlebt, sind aber immer wieder aufgestanden und haben weiter gemacht. Jetzt bin ich traurig und glücklich zugleich, dass diese Ära zu Ende geht." Traurig, weil er eine solche Zeit sicher so nie wieder erleben wird. Und glücklich, weil die Ära mit seiner Verabschiedung am Samstag genau zum richtigen Zeitpunkt, nämlich mit einem gesunden, fitten Hello Max, zu Ende ging. "Er wird seinen letzten Atemzug auf Gut Neuhaus machen", versprach Friedhelm Tillmann, der den eigenwilligen Wallach einst für 2800 Mark für seinen Schulbetrieb kaufte.

Symbolisch wurde der dunkelbraune Wallach am Ende abgesattelt und trabte seine allerletzte Runde vor Publikum an der Hand von Gilbert Tillmann durch die Halle. Unter dem Applaus von 2500 begeisterten Menschen, die mit weißen Taschentücher winkten, und so dem erfolgreichsten Pferd aus dem Kreis-Pferdesportverband einen grandiosen Abschied bescherten — und seinem Reiter nach dem Derbysieg den emotionalsten Moment seiner Laufbahn. Für die nächsten steht vielleicht schon Pferd in seinem Stall: Aber Hallo, so der Name eines Fohlens, das im vergangenen Jahr auf Gut Neuhaus das Licht der Welt erblickte und in Hello Max' Hufspuren treten soll.

(NGZ)