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Korschenbroich: Traditionskneipe "Anker" wird wieder Brauerei-Ausschank

Korschenbroich : Traditionskneipe "Anker" wird wieder Brauerei-Ausschank

Das Gebäude der Korschenbroicher Gaststätte von 1745 ist kernsaniert. Morgen Abend wird die Kneipe feierlich eröffnet.

Herbert Tiefes und Karl-Josef Heinrichs wuchten eine Kaminplatte in die Höhe, um sie im Wintergarten an der Klinkerfront zu befestigen. Während Wolfgang Scheid die Speisekarte begutachtet und Jürgen Thoren mit dem Farbtopf in der Hand den Anstrich kontrolliert, gibt Günter Thoren im Biergarten Kommandos, wo die noch drei fehlenden Platanen zu pflanzen sind. Absperrgitter und Planen sind schon in eine Ecke verbannt und warten darauf, abgeholt zu werden. Die Bauarbeiten in der Korschenbroicher Traditionsgaststätte "Zum Anker" sind soweit abgeschlossen — was fehlt, ist nur noch der Feinschliff.

Viel Zeit bleibt der Truppe um Bauherr Günter Thoren dafür allerdings nicht mehr. Der Brauerei-Ausschank wird schließlich morgen Abend eröffnet. Bis 20 Uhr geben geladene Gäste im Anker den Ton an, danach darf sich jeder in die bunte Schar einreihen, der sehen möchte, in welchem Glanz das alte Haus erstrahlt. Und damit es bei der Eröffnung auch richtig rustikal zugehen wird, hat Bolten-Chef Michael Hollmann für 20.30 Uhr zünftige Blasmusik bestellt. Er hat mit den Eigentümern Katharina und Sebastian Thoren einen Pachtvertrag über die Laufzeit von zehn Jahren unterzeichnet. Betreiben werden den Anker künftig Anita und Wolfgang Scheid. "Wir werden mit vier Mitarbeitern starten", so der 59-Jährige. Er weiß aber auch: "Wenn wir im Oktober das Obergeschoss mit dem Saal in Betrieb nehmen, werden wir Personal aufstocken." Im Gastraum gibt's gut 80, im Biergarten 70 Plätze.

Günter Thoren hat als Liebhaber historischer Bauten das Haus Sebastianusstraße 9 kernsaniert — und sich dabei am Stand von 1745 orientiert. Allerdings vermutet er, dass es noch wesentlich älter ist und mindestens aus dem 16. Jahrhundert stammt. Während die Handwerker im Oberschloss noch bis Oktober richtig zupacken, erstrahlt das Erdgeschoss bereits in neuem Glanz. Grün und Elfenbein sind die Farben der Bolten-Brauerei, die sich im Ausschank von außen nach innen ziehen. Theke und Tischplatten sind in hellem Ahorn. Stühle und Bänke sind aus Eiche, die Bezüge aus dunkelgrünem Leder. Das alte Mauerwerk ist in Teilen sichtbar gemacht, dunkle Holzbalken aus der Erbauerzeit strotzen vor Kraft. Ein Fensterbild gibt den Blick in die Sebastianusstraße und auf die Pfarrkirche frei. Die Aufnahme stammt aus den 30er Jahren.

"Das Ambiente ist einfach fantastisch", schwärmt Wolfgang Scheid. Während er in eine hochmoderne Küche investiert, hat Michael Hollmann für die Ausstattung 120 000 Euro hingeblättert. Günter Thoren will sich auf eine Investitionssumme nicht festlegen. Anfangs hat er von rund 600 000 Euro gesprochen, mittlerweile sagt er: "Ich habe irgendwann aufgehört, zu rechnen."

(NGZ)