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Vogelfalle in Korschenbroich: Toter Mäusebussard: Anzeige wegen Tierquälerei

Vogelfalle in Korschenbroich : Toter Mäusebussard: Anzeige wegen Tierquälerei

In einem Garten an entdeckte ein Polizist einen Mäusebussard, der in einer illegal aufgestellten Falle um sein Leben kämpfte. Das "Komitee gegen den Vogelmord" erstattet Strafanzeige wegen "skrupelloser Tierquälerei" in Herrenshoff.

Was sich am Sonntagvormittag in einem Garten an der Friedrich-Kreutzer-Straße abspielte, bezeichnet Norbert Wolf als "skrupellose Tierquälerei". Der Umweltexperte der Stadt Grevenbroich und Leiter der Greifvogelstation wurde von einem Polizeibeamten angerufen.

Der Polizist hatte bei seinem Spaziergang einen lebenden Greifvogel im Garten eines Taubenzüchters entdeckt. "In der illegal aufgestellten Greifvogelfalle kämpfte ein Mäusebussard flügelschlagend um sein Leben", bestätigte gestern auch Kreispolizeisprecher Hans-Willi Arnold auf Anfrage.

Noch bevor die Streifenwagenbesatzung in Herrenshoff eintraf, beobachtete der Zeuge, wie eine Person zu der Falle ging und sich an dem gefangenen Tier zu schaffen machte. Dabei handelte es sich um einen mit Fleischresten beköderten Drahtkäfig, in den zwei Falltüren eingebaut waren.

Die unmittelbar hinzugerufene Polizei konnte den streng geschützten Vogel nicht mehr retten, er war bis zum Eintreffen der Beamten beiseitegeschafft und offensichtlich erschlagen worden. "Frische Blutspuren und Federn wiesen darauf hin, dass kurz zuvor noch ein Vogel in der Falle gesessen hatte", berichtet Norbert Wolf, der mit der Polizei vor Ort war. Auf Drängen der Beamten holte der Verdächtigte — wie sich später herausstellte ein Mitarbeiter des Taubenzüchters — den toten Vogel aus seinem Versteck und übergab das Tier den Beamten.

"Der noch warme Kadaver wies neben aufgeschlagenen Schwingengelenken schwere Kopfverletzungen auf. Die Verletzungen an den Schwingengelenken sind typisch für Vögel, die in offenen, unverblendeten Drahtkäfigen gefangen oder gehalten werden", sagte Wolf.

Der Kadaver wurde beschlagnahmt. Wolf will das Staatliche Veterinäruntersuchungsamt in Krefeld einschalten, um so die genaue Todesursache klären zu können. Korschenbroich gehört offiziell nicht mehr zu seinem Einsatzgebiet, doch der Umweltexperte der Stadt Grevenbroich spricht von einer "moralischen Verpflichtung", in Herrenshoff nach dem Rechten sehen zu müssen: "Schließlich gehört der Mäusebussard zu den streng geschützten Greifvögeln."

Das "Komitee gegen den Vogelmord" hat sich bereits eingeschaltet. Die Organisation mit Sitz in Bonn hat angekündigt, Strafanzeige wegen Tierquälerei, Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz sowie wegen Jagdwilderei zu erstatten. Dem Täter droht eine hohe Geldstrafe oder ersatzweise eine Haftstrafe bis zu fünf Jahre.

(NGZ/rl/top)