Topspiel für Basketballer der Elephants Grevenbroich

Basketball: Giants dürfen nicht zu groß für Elephants sein

Nach der Niederlage in Haspe ist Grevenbroich im Topspiel der Basketball-Regionalliga West gegen Düsseldorf zum Siegen verdammt.

Besondere Spiele erfordern besondere Maßnahmen: Darum schleppte Simon Bennett am Mittwoch einen riesigen  Flatscreen mit in die Halle. Zunächst arbeitete der Coach des Basketball-Regionalligisten NEW’ Elephants die bei der nicht eingeplanten 89:103-Niederlage in Hagen-Haspe gemachten Fehler heraus. Danach spielte er seinen Jungs ein Video mit den Stärken des am Samstag (19.30 Uhr) in die Großsporthalle am Torfstecherweg in Gustorf kommenden Lokalrivalen ART Giants Düsseldorf vor. Und weil das einige Zeit in Anspruch nahm, verlängerte er die Einheit kurzerhand um eine halbe Stunde.

Bereits am Montag hatte der 33-Jährige die Mannschaft in einem „Straftraining“ zwei Stunden übers Feld gejagt – und das ohne Ball. Damit war Manager Hartmut Oehmen grundsätzlich einverstanden, „auch wenn es so etwas bei mir in sechs Jahren nicht gegeben hat. Aber irgendwas musst du machen, da hat jeder Trainer seine Art – und das ist Seine!“ Die harte Schiene war wohl aus deshalb nötig, weil sich in Grevenbroich niemand zu erinnern vermag, wann die Elephants in einem so glatt verlorenen Match mal mehr als hundert Punkte kassiert hätten. Daraus leitet Oehmen seine wichtigste Forderung für Samstag ab: „Wir müssen wieder zu einer konzentrierten Defense zurückkehren.“

Gelingt das nicht, könnte das gegen die Giants böse ins Auge gehen. Deren bisherigen Auftritte gegen Hagen-Haspe (93:85), BG Hagen (84:82) und Deutz (67:65) stellt Oehmen zwar unter die Überschrift „Düsseldorf – glücklich, aber erfolgreich ...“, Fakt ist jedoch, dass die Truppe von Trainer Jonas Jönke noch ungeschlagen ist und damit voll im Soll.  Denn der Coach hatte von Anfang an klargestellt: „Unser Ziel ist der Aufstieg.“ Entsprechend sieht sein Kader aus: Topscorer ist mit 20,5 Punkten im Schnitt der in der Schlossstadt immer noch beliebte Litauer Dainius „Dan the Man“ Zvinklys. Die Lizenz, aus jeder Lage abzudrücken, haben US-Profi De’Shaun Cooper (19,0), der Litauer Mindaugas Reminas (12,0), der Tscheche Lukas Bazant und der von der BG Dorsten gekommene Felipe Galvez Braatz (9,7). Als neuer „Verteidigungsminister“  stieß vom Pro A-Aufsteiger Schalke 04 Lennart Weichsel zu den Giants. Der 26-Jährige verrichtet seinen Job ebenso zuverlässig wie Sebastian Kehr, der nicht umsonst den Spitznamen „Beißer“ trägt, der mit einem deutschen Pass ausgestattete US-Amerikaner Deion Giddens (der 2,06 Meter große Center trug davor in der Pro B das Trikot der Iserlohn Kangaroos) und Michael Agyapong (Schalke 04). Das zweitligaerfahrene Arbeitstier holte gegen den Deutzer TV sagenhafte 23 Rebounds. Im Schnitt pflückt der Center 14,7 der vom Ring ins Feld zurückspringenden Bälle herunter. Zum Vergleich: Bester Rebounder der Elephants ist in Milen Zahariev (6,0) ein nur 1,93 Meter messender Guard.

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Da werden sich seine eigentlich fürs Grobe zuständigen Teamkollegen Lennard Jördell und Nino Janoschek schwer steigern müssen, sollen die Giants das Duell an den Brettern nicht klar für sich entscheiden. Keine Probleme, mit der richtigen Einstellung in die Partie zu gehen, dürfte vor allem Janoschek haben. Denn der 30-Jährige spielte in der vergangenen Saison noch in Düsseldorf, war dort aber am Ende so unglücklich, dass er seine Karriere um ein Haar beendet hätte.

Um den Lokalrivalen in die Schranken zu weisen und damit im Kampf um die Spitze im Geschäft zu bleiben, muss am Samstag allerdings jeder Elephant am Leistungslimit agieren. „Düsseldorf hat einen brutal guten Kader“, mahnt Oehmen, für den in Grevenbroich der „erste wirkliche Big Point“ in dieser Saison vergeben wird. „Schließlich gehören die Giants mit Herten und uns zu den Mannschaften, die am höchsten gehandelt werden.“ Von entscheidender Bedeutung für den Ausgang des Derbys ist für ihn die Vorstellung von Chris Carter. Der Einstand des Amerikaners in Haspe war mit 13 Punkten ordentlich, „aber seine Mitspieler kennen ihn noch zu wenig. Er hat einen Anzug wie ein Turbo!“    

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