Basketball-Regionalliga: Die Elephants Grevenbroich: Top-Favorit Salzkotten kommt zum Heimdebüt

Basketball-Regionalliga: Die Elephants Grevenbroich: Top-Favorit Salzkotten kommt zum Heimdebüt

Von Dirk Sitterle

Von Dirk Sitterle

Am Samstag Abend um 18.30 Uhr hebt sich für die Regionalliga-Basketballer der Elephants Grevenbroich vor heimischem Publikum in der Sporthalle Gustorf der erste Vorhang. Nach dem 102:54-Sieg zum Auftakt beim TSVE Bielefeld wartet nun mit dem TV Salzkotten ein ganz anderes Kaliber auf die Hausherren. Für Trainer Raphael Wilder sind die Mannen um Raimund Heggemann "der Topfavorit auf den Titel". Dass sein Trainerkollege als Saisonziel offiziell nur "einen gesicherten Mittelfeldplatz" ausgegeben hat, vermag Wilder nicht nachzuvollziehen. Mit diesem Team wollen die Elephants Grevenbroich in der Basketball-Regionalliga eine gute Rolle spielen, oben von links: Anton Dornhof, Sven Klesper, Martin Trefzger, John Bynum und Trainer Raphael Wilder. Unten von links: Mathias Gierth, Matthias Wojdyla, Sergej Dornhof, Whitney Harris, Haldun Özaslan und Elmar Reder. NGZ-Fotos (2): H. Jazyk

"Er stapelt tief. Das mag ich eigentlich nicht so gerne." Allerdings: Das Team steht und fällt mit Flügelspieler Daniel Lieneke und Center Marius Nolte. Beide spielen mit einer Zweitlizenz auch für Paderborn 91 im Bundesliga-Unterhaus. "Mit ihnen ist das eine ganz andere Mannschaft", weiß Wilder, "sie gehören zu den besten Spieler der Liga". Weil die Zweite Liga erst am kommenden Wochenende startet, werden sie heute für Salzkotten wohl ebenso auflaufen wie der US-Amerikaner Erik Blair (kam von den Early Birds Bartels/Niederlande). Der ist zwar schon 37 Jahre alt, markierte in der Vorbereitung jedoch stets über 40 Punkte. Ungemein treffsicher ist auch der aus Paderborn zum TV zurückgekehrte Jens Eickerling, Aufbauspieler Malte Mentz besticht durch seine gute Verteidigung. Mario Rondas (SV Brackwede) spielte mit Dortmund schon in der Zweiten Bundesliga. Wilder: "Das ist eine komplette Mannschaft."

Übrigens: Beim 120:97-Auftaktsieg über Bayer Leverkusen II fanden gleich 16 Würfe (!) von jenseits der Drei-Punkte-Marke ihr Ziel. Unglaublich. Kaum schwächer einzuschätzen ist der SV Derne Dortmund, der fast wieder in der Besetzung spielt, die vor zwei Jahren den Klassenerhalt in der 2. Liga schaffte (danach stieg der Klub freiwillig in die Regionalliga ab). Bekannte Größen im Team von Trainer Peter Kortmann (löste K.C. Callero ab) sind Dave Henry (Jugend Bergheim) sowie die Zweitliga-erprobte Routiniers Peter Radegast und Arndt Severing. Mit Phillip Kappenstein, Andreas Peters (beide UBC Münster) sowie Marco Barth und Farid Sadek (beide Schwelmer Baskets) verpflichtete der ehemalige Bundesligist Hertener Löwen vier Akteure mit Zweitliga-Erfahrung.

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Den Aufbau lenkt in dieser Saison Daniel Kehl (Uerdingen), der bei der TG Neuss das Basketball-ABC erlernt hat. Noch ohne Amerikaner schlug Herten am vergangenen Wochenende Wulfen mit 88:84 - allerdings legten die Gäste sofort Protest ein, weil ihr Topscorer Rob Stearns zur Pause beim Gang in die Kabine von einer leeren Flasche am Kopf getroffen wurde und nicht mehr weiterspielte. Den BSV Wulfen, im vergangenen Jahr nur knapp dem Abstieg entronnen, schätzt Wilder stärker ein. Mit Jason Currie (USA), Heiko Skiba (Schalke 04), dem 2,11 Meter großen Jens Krechting (UBC Münster) und Michael Neukirchen (Herten) "werden die sich im oberen Mittelfeld aufhalten". Der FC Schalke 04 kann nun doch weiter auf den überragenden Dave Esterkamp (für über 40 Punkte im Schnitt gut) bauen, der mangels anderer Angebote in Gelsenkirchen geblieben ist.

"Aber wenn sie nicht noch einen zweiten Amerikaner holen, werden sie nicht oben mitspielen", ist Wilder überzeugt. Zu den arrivierten Kräften in der Liga gesellen sich mit den Panthers Krefeld, Bayer Leverkusen II, TGH Wetter, GV Waltrop, TSVE Bielefeld, Old Daddy Recklinghausen, SV Union Opladen und Bayer Uerdingen gleich acht Neulinge. Am stärksten schätzt Wilder dabei die Krefeld Panthers (früher Pink Panthers St. Tönis) ein. "Die haben am ersten Spieltag gleich sieben Amerikaner aufgeboten." - "Überleben" dürften das Bäumchen-wechsel-dich-Spiel sicher Yancey Taylor und Steve Moyer, langjähriger Scharfschütze der NVV Lions. Ebenfalls aus Neuwerk kam der niederländische Centerriese Henk Pieterse in die Seidenstadt. Auf der Bank des Zweitregionalliga-Meisters sitzt seit dieser Saison der alte Haudegen Chris Cummings. Die besten Karten auf den Klassenerhalt besitzen von den Neulingen, so Wilder, Uerdingen und Opladen.

Der Rest dürfte es schwer haben, wie ein Blick auf die Ergebnisse des ersten Spieltages beweist. Mit Ausnahme der Panthers (94:75-Sieg über Uerdingen) gingen alle Neuankömmlinge leer aus. Obwohl sich dazu mit ART Düsseldorf, Poco Iserlohn und den NVV Lions Mönchengladbach die drei stärksten Teams der vergangenen Saison Richtung Zweite Bundesliga verabschiedet haben, glaubt Wilder nicht, "dass die Klasse schwächer besetzt ist als im Vorjahr". In der Spitze, so seine These, "ist sie genau so stark, vielleicht sogar stärker". Seine Schützlinge sollten gut genug sein, einen Platz im oberen Tabellendrittel zu erreichen. Wilder: "Wir haben ein sehr gutes Team, keine Frage. Aber was uns Mannschaften wie Düsseldorf, Iserlohn und Neuwerk im vergangenen Jahr noch voraus hatten, war, ein Spiel auf sehr hohem Niveau durchzuspielen. Daran arbeiten wir."

(NGZ)
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