Basketball Toller Einstand als Lichtblick in ganz trüber Zeit

Neuss · Herausragende Leistung von LaShayla Wright bei am Ende doch noch deutlicher Niederlage der TG Neuss Tigers gegen die Göttinger Veilchen.

 Motiviert bis in die Haarspitzen: US-Girl LaShayla Wright war gleich bei ihrem ersten Auftritt im Trikot der Tigers mit 21 Punkten und 15 Rebounds eine Macht unter dem Korb.

Motiviert bis in die Haarspitzen: US-Girl LaShayla Wright war gleich bei ihrem ersten Auftritt im Trikot der Tigers mit 21 Punkten und 15 Rebounds eine Macht unter dem Korb.

Foto: Andreas Woitschützke

Schlechte Nachrichten gibt es in diesen trüben und mitunter nur schwer zu ertragenden Tagen genug. Darum vorweg etwas Positives: Die vom Basketball-Zweitligisten TG Neuss als Ersatz für die zur Rehabilitation in den USA weilende Centerin Megan Swords erst in der vergangenen Woche an Bord geholte LaShayla Wright ist ein Hit. Selbst von Göttingens Trainer Jonas Fischer gab es nach dem am Ende doch noch deutlichen 68:49-Sieg (Halbzeit 29:25) seiner Veilchen ein anerkennendes Daumen hoch: „Glückwunsch zu dieser Verpflichtung.“

In der Tat: Was die noch bis zum 24. Dezember für Sloga Pozega in der höchsten serbischen Liga tätige Absolventin der University of Tampa in Florida zum Debüt zeigte, war einfach stark. Nach noch holprigem ersten Viertel (2/8 Würfe) wusste sich die 25-Jährige zu steigern und legte bis zur Halbzeitpause schon 15 ihrer schließlich 21 Punkte auf. Dazu sorgte das mit herausragender Physis ausgestattete US-Girl (1,82 Meter, 91 Kilogramm), unterstützt von Linda Brückner (8) und Inga Krings (6), mit 15 Rebounds maßgeblich dafür, dass die Tigers auch das Duell unter den Körben gewannen. Für Co-Trainer Björn Weber stand nach dem Match fest: „Mit ihr hätten wir Grünberg geschlagen und wahrscheinlich auch in Bad Homburg gewonnen.“ Auch Chefcoach Rufin Kendall war mit dem Einstand des sprunggewaltigen Kraftpakets aus Bloomington im US-Bundessstaat Minnesota sehr zufrieden: „LaShayla hat direkt gezeigt, dass sie uns helfen wird.“

Und damit nun doch zu den schlechten Nachrichten: Nach der sechsten Niederlage in Folge trennt die Neusserinnen im Fernduell mit Marburg (rang den TuS Lichterfelde mit 77:76 nieder) nur noch der gewonnene direkte Vergleich vom letzten Tabellenplatz. Und so hoffnungsfroh die exquisite Arbeitsprobe Wrights auch stimmt, „sie soll keinesfalls die gesamte Verantwortung übernehmen“, stellte Kendall klar. „Ganz im Gegenteil, sie gibt uns mehr Optionen und die müssen wir als Team effizienter nutzen.“

Genau das geschah gegen den ebenfalls mit einer Negativserie von fünf Niederlagen hintereinander angereisten Erstliga-Absteiger nicht. „Wir gewinnen mit LaShayla im Team nach Monaten endlich mal wieder den Kampf unten den Brettern, verlieren das Spiel aber auf den Außenpositionen, weil sich andere Spielerinnen zu oft zurückgezogen und die entstandenen Möglichkeiten auch nicht genutzt haben“, monierte Kendall. Natürlich, fügte er an, sei ihm durchaus bewusst, dass die ständigen, wegen der chronischen Personalprobleme indes nötigen Rollenwechsel einer konstanten Spielausrichtung entgegenstünden, „aber defensiv müssen wir smarter, aggressiver und schneller in der Rotation agieren. Uns hat klar Struktur und auch Biss gefehlt.“

Zudem muss er schnellstens einen Weg finden, Danie Shafer in die Mannschaft zu integrieren. Weil Iva Banozic womöglich noch länger ausfällt (ihr MRT-Termin wurde aufgrund eines defekten Geräts auf den 10. Februar verschoben) und die deutlich angeschlagene Ricarda Schott aktuell nur wenig helfen kann, ist das Team auf ihren Input dringend angewiesen. Zwei Punkte (0/4 Dreier) in insgesamt knapp 35 Minuten auf dem Feld sind einfach indiskutabel. Der Coach weiß, dass es die 27-Jährige besser kann. „Das zeigt sie im Training ja.“ Gegen Göttingen kümmerte sich vor allem Kim Franze um den Aufbau. Wie wichtig die Besetzung der Kommandozentrale ist, zeigten die Gäste aus Niedersachsen. Jenny Crowder war nach überstandener Knöchelverletzung mit 24 Punkten nicht nur Topscorerin der Partie, sondern auch Dreh- und Angelpunkt im Spiel der Veilchen, die sich im mit 23:14 gewonnenen dritten Viertel entscheidend abzusetzen wussten. Auf dem Weg zum komfortablen 13-Punkte-Vorsprung (52:39/30.) trafen die Göttingerinnen alleine in diesem Abschnitt vier Mal von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Den Tigers ging die Treffsicherheit aus der Distanz dagegen mal wieder komplett ab. In den ersten drei Vierteln verfehlten alle zehn Würfe ihr Ziel, für das ganze Spiel betrug die Quote kümmerliche fünf Prozent (1/18).

Die Hoffnung auf baldige Besserung hat Kendall freilich noch längst nicht aufgegeben. „Klar, wir müssen die neue Spielerin noch integrieren“, räumte er zwar ein, versprach aber: „Daran werden wir als Team arbeiten, auch mit der Hoffnung, dass angeschlagene Spielerinnen wieder einsteigen bzw. fitter werden.“ 

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort