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Toller Empfang für das Meisterteam der DJK Holzbüttgen

Floorball : Holzbüttgen feiert sein Meisterteam

Nach der Rückkehr aus Weißenfels erhielten die DJK-Spieler für den Gewinn der ersten Deutschen Meisterschaft einen gebührenden Empfang. Doch der historische Erfolg steigert auch die Erwartungshaltung. Es soll neue Reize geben.

Als Abteilungsleiter der Floorballer gehört Philip Jesse zu den unermüdlichen Kräften bei der DJK Holzbüttgen, die viel investieren, um der Randsportart in der Region zu mehr Geltung zu verhelfen. Umso bitterer ist es, wenn eine Erkrankung verhindert, beim größten Erfolg der Vereinsgeschichte vor Ort dabei sein zu können. Als die DJK am Samstag das zweite Spiel der Play-off-Finalserie gegen den Rekordmeister UHC Weißenfels mit 4:3 nach Verlängerung gewann und sich dadurch erstmals den Titel sicherte, musste der Abteilungsleiter daheim am Monitor mitansehen, wie Spieler, Trainer und rund 100 mitgereiste DJK-Fans vor Freude komplett ausrasteten.

Immerhin, im Freudentaumel vergaßen die siegreichen Meisterhelden die Heimat nicht, sie schalteten den Abteilungsleiter per Videoanruf dazu und ließen in wenigstens so ein wenig teilhaben. „Das hat gutgetan. Die Spieler wissen eben, dass hinter so einem Erfolg ein riesiger Aufwand steckt“, meinte Jesse. Der machte sich zusammen mit seinen Vorstandskollegen flugs daran, für den nächsten Tag vor der Stadtparkhalle einen Empfang zu organisieren. Und in der Tat, als der Reisebus am Sonntagabend langsam vorfuhr, begrüßten rund 150 Fans inklusive Bürgermeisterin Ursula Baum jubelnd und fahnenschwenkend die Meistermannschaft. Als die Spieler aus dem Bus stiegen, war ihnen nicht anzumerken, dass sie nach einer Partynacht in Leipzig wenig bis gar nicht geschlafen hatten. Sie schnappten sich den Meisterpokal und begannen mit den Fans zu feiern. Doch damit war der Tag noch lange nicht beendet. Anschließend ging‘s zum Schützenfest nach Büttgen, wo die Mannschaft im Zelt auf der Bühne hüpfend, klatschend und mit den Armen schwenkend ihre Sangeskünste präsentierte und dafür viel Applaus bekam.

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Die Tragweite des Erfolgs hatte sich offenbar schnell rumgesprochen. „Nach den Skaterhockeyspielern der Crash Eagles werden wir wohl der erste Verein sein, der in einer Mannschaftssportart in der offenen Klasse einen Deutscher Meistertitel nach Kaarst geholt hat“, erklärte Jesse. Das will auch die Stadt entsprechend würdigen. Bürgermeisterin Ursula Baum hat die Meistermannschaft ins Rathaus eingeladen, wahrscheinlich soll der Termin irgendwann im August steigen, wenn alle Spieler aus dem Urlaub zurück sind. Der Trubel rund um die Meistermannschaft hält also noch eine ganze Weile an.

Dennoch ist sich der Vorstand bewusst, dass der Erfolg auch gesteigerte Erwartungen mit sich bringt. „Die Außenseiterrolle ist weg, darüber müsse wir uns im Klaren sein“, meinte Jesse. Allerdings ist ihm davor auch nicht bange. Trotz der rasanten Entwicklung seit dem Erstliga-Aufstieg vor vier Jahren, sieht er die Abteilung gut aufgestellt. „Wir werden jetzt wohl kein Dauer-Abo auf den Titel bekommen, aber wir werden wieder um die Play-offs spielen“, ist Jesse überzeugt. Der Kern der Mannschaft für die neue Saison steht, dennoch sollen neue Reize gesetzt werden. Zwangsläufig durch den Abschied des niederländischen Erfolgstrainers Tim Hidskes, der aus privaten Gründen abdankt. Ein Nachfolger soll in naher Zukunft präsentiert werden. Zudem kehren die Finnen Jesse Turka, Mikko Koivisto und Eemeli Pelamo in die Heimat zurück. Doch auch in Sachen Neuzugänge sind die Holzbüttgener schon ziemlich weit, der sportliche Erfolg und die guten Strukturen machen den Verein für Topspieler interessant. Jesse hofft, dass das auch für neue Sponsoren gilt: „Wir bleiben zwar eine Randsportart, doch ich gehe davon aus, dass wir mit unserer tollen Fan-Base und unseren Heimspielen mit Eventcharakter einiges zu bieten haben.“ Ganz zu schweigen vom stetigen Mitgliederzuwachs. Auch dank zahlreicher Kooperationen mit Kaarster Schulen erleben die DJK-Floorballer im Jahr 2022 einen Boom und haben so viele aktive Spieler wie noch nie, nämlich 280. Wegen der gesteigerten Aufmerksamkeit durch den historischen Meistertitel könnte in nächster Zeit noch der eine oder andere hinzukommen.