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Tischtennisspielerin Rachel Gerarts (Holzbüttgen) leidet an Long-Covid

Long-Covid : Der schwierige Weg zurück in den Sport

Die erst 21-jährige Rachel Gerarts aus dem Team des Tischtennis-Drittligisten DJK Holzbüttgen leidet an Long-Covid.

Rachel Gerarts will immer Sport machen, immer Tischtennis spielen. Das ist ihre Leidenschaft. Seit Beginn der Saison spielt die Niederländerin für die DJK Holzbüttgen in der 3. Bundesliga. Corona hat ihr Leben aber komplett geändert, ihr den Schwung und Antrieb genommen und sie kraftlos gemacht. Sie musste lange aussetzen und versucht nun mit aller Macht, sich zurückzukämpfen. Am Samstag gelang ihr erstmals wieder ein Einzelsieg im Spiel gegen den TTK Großburgwedel. Es ist aber ein mühsamer Kampf und für zwei Spiele am Wochenende reicht es noch nicht.

Rachel Gerarts hatte sich schon verhältnismäßig früh mit dem Corona-Virus angesteckt. Es war im Oktober 2020, da war sie 20 Jahre alt und sportlich absolut fit. Die Ansteckung erfolgte in der Tischtennis-Halle. Ein anderer Trainer hatte das Virus von der Arbeit mit in die Halle geschleppt – und schon war es passiert. Eine Impfung war zu diesem Zeitpunkt für sie noch nicht möglich, da in den Niederlanden Impfungen für ihre Altersklasse erst ab Juli 2021 im Plan waren. Tragisch für sie, denn sie gehörte nie zu den Impfgegnern: „Ich hatte immer den Plan, mich impfen zu lassen. Aber da habe ich zuerst auch an meine Familie und mein Umfeld gedacht“, sagt sie, auch weil sie Verantwortung als Trainerin für Jugendliche, aber auch einige ältere Spieler und Spielerinnen hatte. „Weil ich jung und fit war, hatte ich damals eigentlich keine Angst, mich selbst zu infizieren. Jetzt denke ich natürlich anders darüber.“

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Es begann alles wie bei vielen, die einen leichten Verlauf bei einer Corona-Infizierung haben. „Es fühlte sich zunächst an wie eine ganz normale Grippe. Dann konnte ich nicht mehr riechen.“ Eigentlich hatte sie bereits geglaubt, alles überstanden zu haben, aber als sie im Mai 2021 wieder ins Training einstieg, weil dann in Holland die Hallen wieder öffneten, musste sie feststellen, dass etwas nicht stimmte. „Anstatt, dass es besser wurde, wurde es immer schlechter. Zu schlapp und zu müde, um die Trainingsbelastungen, auf die sie sich sonst gefreut hatte, ertragen zu können. Es wurde festgestellt, dass sie an Long-Covid leidet. „Die Experten forschen, aber wissen noch nicht genug über die Krankheit“, sagt Gerarts, die sich noch immer in einem Rehabilitationsprogramm befindet. „Es geht alles sehr langsam.“ Dass sie nicht täglich für ihren Sport arbeiten kann, belastet sie: „Das ist ist mir von Anfang an schwergefallen. Ich möchte immer gerne spielen“, sagt sie.

Jetzt versucht sie, sich langsam wieder heranzutasten, muss aber immer wieder auch Rückschläge hinnehmen. „Wenn ich trainiere, muss ich mich danach einen Tag ausruhen, weil mehr momentan einfach nicht geht. Im Wettkampf reicht die Kraft aktuell nur für ein Spiel. „Für mich als 21-Jährige ist das sehr frustrierend, nicht das Niveau spielen zu können, zu dem ich eigentlich in der Lage wäre.“ Noch ist nicht ganz klar, wie ihre weiteren sportlichen Perspektiven aussehen: „Es ist schwer zu sagen, da es noch so wenig Informationen über Long-Covid gibt. Mein Fokus liegt jetzt darauf, durch die Rehabilitation langsam wieder zur Kraft zu kommen“, sagt sie und fügt hinzu: „Ich bin noch sehr jung und hoffe, noch viel erleben und machen zu können und möchte den Leuten in Holzbüttgen gerne zeigen, was ich wirklich kann.“

Am Wochenende gab es jmit ihrem umkämpften Fünfsatzsieg gegen Sophie Krenzke aus Großburgwedel einen großen Hoffnungs- und Motivationsschub für ihren schweren Weg zurück zum Leistungssport.