Tischtennisspieler Jan Medina will sich für Olympia 2020 qualifizieren

Tischtennis : Eberhard Schöler hat schon gespendet

Jan Medina möchte bei den Olympischen Spielen 2020 in Tokio für sein Heimatland Venezuela an den Start gehen. Dafür benötigt der Tischtennis-Spieler der DJK Holzbüttgen aber Geld, das der Student alleine nicht aufbringen kann.

Jan Medina hat einen Traum. Er möchte in einem Jahr bei den Olympischen Spielen in Tokio starten. Für den venezolanischen Tischtennis-Nationalspieler in Diensten der DJK Holzbüttgen wäre es eine Premiere, bei Olympia dabei zu sein. Zugleich ist es wohl auch seine letzte Chance, sich für das bedeutendste Sportereignis der Welt zu qualifizieren, bevor er sich nach seinem Wirtschaftsingenieur-Studium beruflich etablieren will.

Bis es soweit ist, will der 25-Jährige aber noch einmal in seiner Sportart ein Jahr lang alles geben, um sich den Traum zu erfüllen. Training und Fleiß alleine reichen dafür aber nicht aus, um sich im nächsten Jahr im April beim Qualifikationsturnier in Lateinamerika einen von vier Startplätzen für diese Region zu sichern. Er benötigt auch viel Geld. „Ich brauche cirka 10.000 Euro. Um die bestmögliche Vorbereitung haben zu können, muss ich vorher bei mehreren internationalen Turnieren starten. Diese Teilnahme hilft mir auch gleichzeitig dabei, meine internationalen Ranking-Punkte zu verbessern, was mir wiederum bei der Auslosung in der Qualifikation helfen kann“, sagt Medina.

Er will die kommenden sechs Monate voll auf die Karte Tischtennis setzen will, um sich in der Weltrangliste zu verbessern. Das Geld dafür hat Medina als Student nicht zur Verfügung. Bisher noch nicht. Er hofft jetzt auf die Unterstützung von Freunden und Gönnern: „Via Crowdfunding, also Spenden, werde ich versuchen das Geld einzusammeln.“ Medina hat ein Banner entwerfen lassen. Auf dem steht: „Ein Kaarster für Tokyo – Gemeinsam nach Olympia“. Auf dem großen Folienplakat können sich alle, die für sein Vorhaben gespendet haben, mit Namen in einem Feld eintragen. Jan Medina will das Banner dann mit allen Spendernamen mit auf seine „Tischtennis-Weltreise“ nehmen. „Mein großes Ziel ist es, am Ende damit ins Olympia-Stadion in Tokio einzulaufen“, sagt Medina, der mit dem Start der Kampagne sehr zufrieden ist. „Es ist unglaublich, wie viele Freunde mir schon jetzt geholfen haben. Nach den ersten vier Tagen haben schon 29 Leute gespendet, dabei sind bisher 1102 Euro zusammengekommen. Ich bin sehr zufrieden, wie groß die Resonanz bisher ist.“

Prominentester Spender war bisher Eberhard Schöler. Der Vizeweltmeister von 1969 wohnt in Holzbüttgen und lobt das Engagement von Medina. Er selbst hatte nie die Chance, an Olympischen Spielen teilzunehmen. Tischtennis wurde erst im Jahr 1988 olympisch. Das war lange nach der erfolgreichen Karriere des Ausnahme-Abwehrspielers mit der Vorhand-Peitsche. Jan Medina will sich den Traum jetzt als erster Tischtennis-Spieler aus dem Rhein-Kreis erfüllen. Er ist inzwischen seit acht Jahren ein Kaarster. Der Rest seiner Familie, zwei Brüder, eine Schwester und seine Eltern, leben in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Eine Zeit lang haben seine Eltern auch mit ihm zusammen in Kaarst gewohnt. Sein Vater Juan hat auch bei der DJK Holzbüttgen Tischtennis gespielt. Die finanzielle Situation und vor allem das Heimweh zum Rest der Familie haben allerdings dazu geführt, dass die Eltern jetzt wieder in Venezuela leben, obwohl die Situation dort alles andere als rosig ist.

„Auch für mein Heimatland und für meine Familie will ich nach Tokio“, sagt Medina, der als Kind viele Jahre von seinem Vater trainiert wurde. Der erste Schritt für die Erfüllung seines Traumes ist getan. Ab dem 31. August wird er auch wieder als Spitzenspieler in der Oberliga-Mannschaft der DJK antreten. Sein erster internationaler Auftritt auf dem Weg nach Tokio führt ihn ab dem 16. Oktober nach Wladyslawowo in Polen. Ab dann soll die Mission „Tokyo 2020“ richtig starten.

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