Tischennis Kreis Neuss/Grevenbroich ist Geschichte

Rhein-Kreis · Bei der letzten Versammlung des Tischtenniskreise Neuss/Grevenbroich war der Übergang in den neu gegründeten Bezirk Niederrhein das Hauptthema. Es gab viel Kritik.

Ruoqi Wei, die letzte Sportlerin des Jahres im Tischtenniskreis.

Ruoqi Wei, die letzte Sportlerin des Jahres im Tischtenniskreis.

Foto: TG Neuss

Die Kantine der Gemeinnützigen Werkstätten an der Hammer Brücke in Neuss wurde jetzt zur historischen Stätte für die Vereine aus dem Tischtennis-Kreis Neuss/Grevenbroich. Zum letzten Mal trafen sich die Club-Vertreter in dieser Konstellation, um zu einer Kreisversammlung zusammenzukommen. Durch die Strukturreform des Westdeutschen Tischtennis-Verbandes wird diese Veranstaltung künftig überflüssig. Alle bisherigen 29 Vereine aus diesem Kreis gehören in der neuen Saison zum neugegründeten Bezirk „Niederrhein“.

Dazu kommen aus dem politischen Rhein-Kreis Neuss die Vereine JTTC BW Hochneukirch und TTC Korschenbroich (bisher Tischtenniskreis Mönchengladbach) sowie der SSV Strümp, die DJK Siegfried Osterath und der TSV Meerbusch, die bisher zum Tischtenniskreis Krefeld gehörten. Zusammen mit weiteren Klubs aus den politischen Kreisen Kleve und Viersen sowie den Städten Krefeld und Mönchengladbach besteht der neue Groß-Bezirk aus 96 Vereinen. Anders als bisher gehören die Spielerinnen und Spieler aus Düsseldorf auf Bezirksebene nicht mehr mit dazu. Aktive von Borussia Düsseldorf zum Beispiel gehören künftig dem Bezirk Rhein-Wupper an. Zu einem Duell von Akteuren aus Neuss und Düsseldorf kann es somit bei Einzelmeisterschaften also frühestens auf Verbandsebene kommen.

„All diese Neuerungen haben bei den Verantwortlichen der Kreisvereine für viel Verunsicherung gesorgt“, sagte Kreissportwart Karl-Heinz Seiffert, der die Versammlung zusammen mit dem 2. Vorsitzenden Sebastian Tholen leitete, da der Kreisvorsitzende Thorsten Schoof seine Teilnahme abgesagt hatte. Für den größten Unmut bei den Vereinsvertretern sorgt die neue Strafenregelung. So kassiert der neu entstandene Bezirk bei den Vereinen deutlich höhere Strafen ab, wenn sie zum Beispiel keine Vertreter zu den Versammlungen schicken. „Viele Vereine waren da richtig erschrocken über die neuen Regeln im Bezirk Niederrhein“, so Seiffert. Ein großer Diskussionspunkt bei der Kreisversammlung war auch die neue Spieltagsregelung im Jugendbereich. Bisher konnten die Vereine im Kreis Neuss/Grevenbroich ihre Jugend-Heimspiele auch während des Trainingsbetriebes in der Woche ausrichten. Ab der kommenden Saison sind die Begegnungen nur noch am Wochenende zugelassen. Das führte zur Kritik, weil dadurch die Klubs Probleme bekommen könnten, weil sie nicht mehr genügend Hallenkapazitäten zur Verfügung hätten und dann weniger Jugend-Mannschaften melden würden. An Stelle der Kreismeisterschaften wird es künftig Qualifikationsturniere für die Bezirksmeisterschaften geben.

Zum letzten Mal wurde auch die Auszeichnung Sportler/Sportlerin des Jahres verliehen. In diesem Jahr ging diese Auszeichnung an das Ausnahme-Talent Ruoqi Wei von der TG Neuss. Die 13-Jährige erhielt einen persönlichen Pokal und ein Geschenk für ihre besonderen Leistungen. Sie gehört dem DTTB-Talentkader an und ist in ihrer Altersklasse eine Topspielerin in NRW. Für Furore gesorgt hat sie in der vergangenen Saison auch in der Herren-Landesliga, in der sie teilweise zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater für die TG Neuss im Einsatz war.