Tischtennis : Tischtennis-Marathon-Mann

Aufgefallen Mit 49 Jahren stand Stefan Vollmert für die DJK Holzbüttgen am Wochenende gleich in drei Spielen an der Platte. Alles in allem absolvierte er dabei mehr als 50 Sätze – und war am Tag danach "völlig kaputt".

Am schönsten ist es, wenn der Schmerz nachlässt! Das galt gestern in ganz besonderem Maße für Stefan Vollmert. Denn der 49 Jahre alte Abteilungsleiter der DJK Holzbüttgen hat am Wochenende einen wahren Tischtennis-Marathon hinter sich gebracht.

Es begann am Freitagabend mit der Nachholbegegnung der in der Verbandsliga spielenden Zweitvertretung gegen den Tabellenvierten SG Heisingen (9:3). Am Tag darauf stand das Match gegen Borussia Düsseldorf II (6:9) auf dem Programm. Und weil der an Position sechs geführte Alexander Daun, der neben seinem Vollzeitjob noch ein BWL-Studium absolviert, eine kurze Auszeit beantragt hatte, griff Vollmert am Sonntag wie bereits eine Woche zuvor auch noch für die Regionalliga-Truppe zum Schläger. Im Kellerduell mit Kleve sprang dabei sogar der erste Saisonsieg heraus. "Rechnest du noch die obligatorischen Trainingssätze vor den Einzeln dazu, kommst du so insgesamt bestimmt auf 50 bis 55 Sätze", hat Vollmert in Erfahrung gebracht.

Immerhin hat sich der Kraftakt gelohnt, schließlich gewann der "Ironman" fünf der sechs von ihm bestrittenen Einzel. Doch danach kam der Mann mit dem Hammer. Hatte sich der Familienvater schon für die wichtige Partie am Sonntag mit schmerzendem Rücken, "Arme und Beine habe ich kaum noch gespürt", auf den Weg nach Kleve gemacht, so ging nach der Partie, die ihm zu allem Überfluss auch noch zwei Spiele über jeweils fünf Sätze zumutete, dann so gut wie gar nichts mehr. "Ich war total leer in der Birne. Die psychische Belastung ist schon enorm." Nun ist es im Tischtennis nicht so außergewöhnlich, auch noch im fortgeschrittenem Alter auf hohem Spielniveau überdurchschnittliche Leistungen bringen zu können, doch dazu ist ein regelmäßiges Training unabdingbare Voraussetzung. Damit kann Vollmert indes nicht dienen: "Ich will mich jetzt nicht nur als Gelegenheitsspieler bezeichnen, aber es kommt zwischenzeitlich schon mal vor, dass ich zwei, drei Wochen gar nichts mache."

Entsprechend reagierte der vor allem mit größtem Willen über seine Leistungsgrenzen hinaus getriebene Körper am gestrigen Morgen. Er streikte. "Ich kann mich nicht erinnern, in den vergangenen zehn Jahren mal so viel Tischtennis gespielt zu haben", stöhnte der fast 50-Jährige nach freudloser Nacht. "Das war der reinste Horror, völlig krank!"

Und weil er keineswegs masochistisch veranlagt ist, kommt eine Neuauflage des Marathon-Mannes mit ihm in der Hauptrolle auch nicht mehr infrage: "Das war das letzte Mal in meinem Leben."

(NGZ)