Motorsport Nievenheimer in schnellerem Auto unterwegs

Nievenheim · Tourenwagen-Rennfahrer Tim Scheerbarth ist bei der Langstrecken-Serie auf dem Nürburgring in einer neuen Klasse unterwegs. Auch wenn die Konkurrenz bärenstark ist, träumt er vom Gewinn der Gesamtwertung.

 Der Nievenheimer Tim Scheerbarth (r.) mit seinen Teamkollegen Ralf Schall (l.) und Daniel Blickle vor dem neuen Porsche 992 GT3 Cup von W&S Motorsport.

Der Nievenheimer Tim Scheerbarth (r.) mit seinen Teamkollegen Ralf Schall (l.) und Daniel Blickle vor dem neuen Porsche 992 GT3 Cup von W&S Motorsport.

Foto: BOTSCHAFT.digital

Der Porsche Cayman ist ein ziemlich flotter Sportwagen. Aber es geht eben noch schneller. Der 911er aus demselben Hause beispielsweise hat noch mehr Power unter der Haube und stellt in der Motorsportversion seine Piloten noch mal vor eine andere Herausforderung. Wie das ist, davon kann der Nievenheimer Rennfahrer Tim Scheerbarth ein Liedchen singen. Denn nachdem der 33-Jährige im vergangenen Jahr im Rahmen der von ihm heiß geliebten Nürburgring Langstrecken-Serie (NLS) im Team W&S Motorsport die Gesamtwertung der Cayman GT4 Trophy gewonnen hatte, sitzt er in der neuen Saison im Cockpit eines Porsche 992, der mittlerweile achten Generation des legendären 911ers.

Selbst wenn Scherbarth schon viele Jahre Erfahrung bei der NLS auf dem Buckel hat, auch in anderen Rennwagen, ist der Wechsel kein Pappenstiel. „Das ist schon eine Umstellung. Jedes Auto ist eine neue Herausforderung. Da muss man sich reinfahren und es verstehen“, erklärt der Nievenheimer, der sich nach dem erfolgreichen Jahr 2021 wieder mit dem Team W&S Motorsport einig wurde. Trotz des Umstiegs in die neue Rennklasse Porsche Endurance Trophy Cup 2 kann er sich also auf eingespielte Abläufe verlassen, lediglich im Cockpit gibt es eine Veränderung. Dritter im Bunde ist neben Daniel Blicke und ihm nicht mehr Max Kronberg, sondern der erfahrene Ralf Schall. Dass das Trio schon ganz gut harmoniert, zeigte es beim Saisonauftakt über vier Stunden Renndistanz. Trotz eines ärgerlichen Reifenschadens, der Scheerbarth & Co. bis auf den letzten Platz zurückfallen ließ, reichte es am Ende noch zu Rang drei unter insgesamt 13 Autos. Und das, obwohl die neue Rennserie in der Klasse der GT- und Cupfahrzeuge, die direkt vom Hersteller kommen und nur marginal verändert werden dürfen, stark besetzt ist.

„Mit unserem ersten Rennen und der Platzierung sind wir zufrieden. Mehr war angesichts der Konkurrenz noch nicht drin“, sagt Scheerbarth. Das Black Falcon Team Identica auf Platz zwei war in der Endabrechnung nur rund 40 Sekunden schneller, das Siegertrio mit den Fahrern Karsten Krämer (Bergisch Gladbach), Christopher Brück (Köln) und Moritz Kranz (Linz am Rhein) lag dagegen schon knapp drei Minuten vorn. „Da haben wir noch an uns zu arbeiten“, betont Scheerbarth, der es dennoch als schwer ansieht, in den sieben noch ausstehenden Rennen auf der Nordschleife des Nürburgrings angesichts der Möglichkeiten der Konkurrenz einen Tagessieg herauszufahren. Was die Gesamtwertung der Klasse anbelangt, da will er allerdings nicht schon frühzeitig kapitulieren. Jetzt komme es darauf an, sich keine Ausfälle zu leisten und bei jedem Wettbewerb möglichst weit nach vorne zu fahren, um konstant Punkte zu sammeln. Das würde freilich auch helfen, um bei der klassenübergreifenden Wertung der NLS in eine gute Position zu kommen.

Voraussetzung dafür ist eine ideale Vorbereitung, die sich in zwei Bereiche unterteilt. Da ist zu einem die Verbesserung des Autos im Rahmen der durch das Reglement stark eingeschränkten Möglichkeiten. Nach dem Saisondebüt gab es schon diverse Videokonferenzen, in denen Scheerbarth mit seinen Fahrerkollegen über Parameter wie Bremsdruck und Lenkwinkel fachsimpelte. Andererseits ist es an jedem Piloten selbst, sich körperlich fit zu halten. „Im Sommer herrschen im Auto bis zu 60 Grad und die Fliehkräfte sind enorm. Da muss man schon etwas tun, um mithalten zu können“, erklärt der Nievenheimer. Eigentlich stünde das zweite Saisonrennen schon am kommenden Wochenende auf dem Plan, doch wegen der schlechten Wetterprognosen steht noch nicht fest, ob die Startflagge fällt. Unklar ist für Scheerbarth aktuell auch noch, ob er wieder beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring am lezten Maiwochenende dabei ist. Für den eigenständigen Wettbewerb hat er bislang nämlich noch kein Cockpit.

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