Lokalsport: Tigers können Play-off-Teilnahme festmachen

Lokalsport: Tigers können Play-off-Teilnahme festmachen

Bei einem Sieg oder einer knappen Niederlage gegen Rotenburg hätte Basketball-Zweitligist aus Neuss Platz unter den Top 4 sicher.

Jecken sind Jecken und Tiger sind Tiger - wohl auch darum haben die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss in diesen so närrischen Tagen wenig bis gar nichts mit Karneval am Hut. Dazu ist das Heimspiel heute Abend (17.30 Uhr, Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße) gegen die BG 89 AVIDES Hurricanes ohnehin viel zu bedeutend. Mit dem dann sechsten Sieg in Folge könnte der Tabellenzweite nämlich bereits vier Spieltage vor Schluss der regulären Saison den Playoff-Platz festmachen. Eine Aussicht, die selbst die mit beiden Beinen fest auf dem Boden stehende Trainerin Janina Pils ein bisschen schwindelig macht: "Wenn mir das vor der Saison jemand gesagt hätte ..."

Foto: WORO

Ihren Mädels würde für den Verbleib in den Top 4 nach dem 70:63-Erfolg im Hinspiel heute sogar eine Niederlage mit weniger als sieben Punkten reichen, um im direkten Vergleich mit Rotenburg vorne zu bleiben. Doch an derlei Planspiele verschwendet Janina Pils überhaupt keinen Gedanken. Zum einen wolle sie mit ihren Tigers sowieso jedes Match gewinnen, stellt sie klar, zum anderen gehe es in Neuss nicht darum, den maximalen Erfolg zu haben, "sondern darum, das Beste aus unserer Situation zu machen. Das ist das, was für uns funktioniert." In der Tat besticht ihr neuformiertes Team bislang mit unerwarteter Konstanz. Erst drei Partien gingen verloren, vollkommen missraten war dabei nur die Vorstellung bei der ärgerlichen Heimpleite gegen Grünberg am dritten Spieltag (61:71). Das macht selbstbewusst.

Dass Karo Tzokov (Mandelentzündung) die Riege der mehr oder weniger stark angeschlagenen Leistungsträgerinnen anführt, ist der Trainerin nur ein kurzer Nebensatz wert. "Ich mag das nicht, wenn du im Vorfeld rumjammerst, und dann stehen plötzlich doch alle angeblich so schwer verletzten Spielerinnen mehr als 35 Minuten auf dem Feld. Klar, einige Mädchen sind nicht bei 100 Prozent, aber das hindert uns nicht daran, das Spiel trotzdem gewinnen zu wollen."

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Trotzdem trug sie der personell leicht angespannten Lage Rechnung: Montag gab es trainingsfrei, den Rest der Woche absolvierte die Mannschaft mit gedrosselter Energie. Janina Pils hebt jedoch lieber die positiven Dinge hervor: Ronja Spießbach, die am Sonntag beim Sieg in Braunschweig ihr Comeback nach anderthalbjähriger Pause gegeben hatte, macht den Tigers Freude. Pils: "Sie gibt den anderen schon jetzt wertvollen Input." Auch Yanina Todorova, die den kompletten Januar dazu genutzt hatte, um in Bulgarien die fürs Abitur nötigen Klausuren nachzuschreiben, ist wieder zur Truppe zurückgekehrt. Ihre Dienste dürften gegen den wieder um Rang vier kämpfenden Erstliga-Absteiger gefragt sein. Denn die Schützlinge von Coach Mahir Solo zählen in der 2. Liga Nord durchaus zur gehobeneren Gesellschaft. Das Rückgrat bilden die beiden US-Profis Shaniqua Nilles (14,1 Punkte im Schnitt) und Cassidy Clark (13,2), die erstligaerfahrene Pia Mankertz (14,1) ist für die Neusser Trainerin sogar "der beste deutsche Point Guard der Liga" und Hannah Pakulat hatte im Hinspiel mit zehn Punkten und 13 Rebounds ihre Qualitäten unter Beweis gestellt. Sehr solide unterstützt wird dieses Quartett durch zuverlässige Akteurinnen wie Andrea Baden, Mirja Beckmann oder auch die junge Lotta Stach (15 Jahre).

Das bringt Janina Pils zu diesem Schluss: "Rotenburg ist das beste Team nach den Ersten Vier."

(NGZ)