Lokalsport: Tigers halten Titans mit Heimerfolg auf Distanz

Lokalsport: Tigers halten Titans mit Heimerfolg auf Distanz

Die Zweitliga-Basketballerinnen aus Neuss festigen mit 67:54-Sieg über den Play-off-Aspiranten Osnabrücker TB ihren zweiten Tabellenplatz.

Nicht schön, aber sehr wichtig. Unter diesem Titel legte Basketball-Zweitligist TG Neuss Tigers den letztlich dann doch ungefährdeten 67:54-Heimerfolg (Halbzeit 33:28) über den ebenfalls um einen Platz in den Play-offs kämpfenden Osnabrücker TB ab. Allerdings - und das zeugt vom tief in der Mannschaft verankerten Geist - "richtig zufrieden ist bei uns bestimmt trotzdem keine", stellte Trainerin Janina Pils mit Blick auf ihre nun vier Mal in Folge siegreiche Mannschaft fest.

Wie von ihr erwartet, erwiesen sich die Titans als extrem sperriger, "schwierig zu spielender" Gegner. Dass der Tabellenzweite trotzdem - bis auf wenige Sekunden im ersten Viertel - stets vorne lag, hatte er in der ersten Hälfte vor allem der wieder mal famosen Franziska Worthmann zu verdanken. Die Kapitänin markierte bis zum Seitenwechsel nicht nur zwölf ihrer schließlich 17 Punkte (dazu sieben Rebounds und vier Assists), sondern erlaubte Osnabrücks Topscorerin N'Dea Bryant auch nur sechs Zähler. Viel besser ist so ein Job nicht zu erledigen. "Darum habe ich sie in der ersten Hälfte auch komplett durchspielen lassen, was ja eigentlich nicht meine Art ist", sagte Janina Pils.

Just als die Gäste auf 28:30 (19.) zu verkürzen wussten, eröffnete Karo Tzokov schon vor der Halbzeitpause mit ihrem Dreier zum 33:28 die beste Phase der Tigers: Nach Wiederbeginn powerten Jana Heinrich (2), für die am Ende starke 15 Punkte und neun Rebounds zu Buche standen, sowie Franzi Worthmann Neuss mit drei erfolgreichen Würfen von jenseits der Drei-Punkte-Linie über 43:30 (24.) und 46:32 (35.) auf 52:36 (26.) nach vorne. Geschlagen waren die Titans, die in 40 Minuten nur fünf Fouls (!) verübt haben sollen, indes noch nicht. Nach einer kopflosen Phase zwischen der 29. und 32. Minute, in der die Gastgeberinnen ihren Rivalinnen einen 11:2-Lauf auf 51:56 (32.) gestatteten, sah sich Janina Pils sogar genötigt, ihre Mädels an das 70:71 im Hinspiel zu erinnern, in dem die Tigers eine scheinbar sichere 57:39-Führung noch aus der Hand gegeben hatten.

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Diesmal nicht: Julia Duggan, die mit zehn Punkten und neun Rebounds nur knapp an einem Double-Double vorbeischrammte, Briana Williams (zwölf Punkte, acht Assists), Jana Heinrich und Sera Asuamah-Kofoh schossen die TG wieder deutlicher mit 65:52 (38.) in Front. Und als Youngster Anke Ollig den 11:1-Run mit dem Korb zum 67:52 (39.) krönte, war das Match entschieden.

Zwar schloss N'Dea Bryant das Duell der beiden Play-off-Kandidaten mit 21 Punkten noch als erfolgreichste Schützin ab (ihr Saisondurchschnitt betrug vor der Partie 23,7 Punkte), doch ein echter Faktor war die im Hinspiel noch so dominante US-Amerikanerin nicht. Gegen die Titans sprach auch ihre lausige Freiwurfquote: Von 20 Versuchen (nur sieben für die Tigers) nutzten sie gerade mal neun für 45 Prozent, eine Bilanz, die die Neusserinnen fast aus dem Feld erreichten (42 %). Auch bei Assists (20:11) und Ballverlusten (9:18) waren die Tigers besser, was auch die kritische Janina Pils letztlich zufriedenstellte.

Ihr Zwischenfazit: "Vor der Saison hatte uns doch niemand etwas zugetraut, fast alle waren davon überzeugt, dass bei uns nach den ersten Fünf nichts mehr kommt. Jetzt sind wir Zweiter, haben erst drei Mal verloren und machen uns Gedanken, ob wir nicht besser spielen müssten. Ich will nicht sagen, dass mich das im Moment einen Schei ... interessiert, denn die Leistung ist mir natürlich nicht egal, aber das ist Jammern auf hohem Niveau."

(NGZ)