Lokalsport: Tigers gehen gegen die Eintracht voll ans Limit

Lokalsport: Tigers gehen gegen die Eintracht voll ans Limit

Dass Braunschweig nur um den Klassenverbleib spielt, lässt die Zweit-liga-Basketballerinnen aus Neuss auf keinen Fall unvorsichtig werden.

Braunschweig? Da war doch was .. Klar, im Hinspiel hatten die mit zwei Niederlagen in Folge ins Duell gegangenen Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss vor heimischem Publikum in einem Thriller zurück in die Erfolgsspur gefunden und damit den Grundstein für eine starke Saison gelegt.

Darum lohnt ein kurzer Blick zurück: Die Tigers waren zunächst überhaupt nicht in die Gänge gekommen und gerieten schnell mit 4:14 ins Hintertreffen. Dafür krönten Briana Williams das mit 25:15 gewonnene zweite Viertel mit einem Kunstwurf aus rund 14 Metern zur 45:35-Halbzeitführung. Nach der Pause zog Neuss bis zur 23. Minute auf 55:37 davon, aber drei Minuten vor dem Ende stand es 70:70. Obwohl sich in der Folge gleich drei Tigers mit dem fünften persönlichen Foul verabschiedeten, sorgte Briana Williams mit der Schlusssirene für den Korb zum 84:82-Sieg. Ein Spiel für die Ewigkeit. Und für TG-Trainerin Janina Pils eine zusätzliche Motivationshilfe. Dass die Eintracht erst vier Partien für sich entscheiden konnte und gerade mal zwei Punkte mehr auf ihrem Konto hat als das Schlusslicht Bergische Löwen, interessiert sie nicht die Bohne: "Ja, wir gehören zu den vier Mannschaften, die in der Tabelle zu Recht ganz oben stehen, aber an einem schlechten Tag kann der Erste auch gegen den Letzten verlieren. Alles ist offen, das wissen wir."

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Also richten sich die Neusserinnen am Sonntag (16 Uhr) in der an Tradition reichen Sporthalle "Alte Waage" auf ein Duell mit einem Team ein, das nicht schlechter ist als der um die Play-offs spielende Osnabrücker TB, dem die Tigers am vergangenen Samstag einen 67:54-Heimsieg abgerungen hatten. Selbst der mögliche Ausfall von US-Spielmacherin Ariel Hearn (36 Zähler im Hinspiel) - die mit 22,3 Punkten im Schnitt beste Scorerin der Eintracht war am vergangenen Wochenende bei Braunschweigs 58:67-Niederlage in Recklinghausen in der 32. Minute böse umgeknickt und mit dick angeschwollenem Knöchel vom Feld gehumpelt - ändert daran für Janina Pils nichts. "Denn Braunschweig besteht nicht nur aus Ariel Hearn." Mit elf Punkten und 9,3 Rebounds im Durchschnitt ein Double-Double auf legt Lyndi Laborn. Die 1,90 Meter großen US-Centerin hatte zum Jahreswechsel ihre Landsfrau Brianna Wright (zwölf Punkte, 13 Rebounds im Hinspiel) abgelöst. Jede Menge Schaden anrichten kann auch Maj vom Hofe (8,4 Punkte im Schnitt).

Die Tigers wissen um die Bedeutung dieser Partie für die Eintracht. "Die brauchen im Kampf gegen den Abstieg jeden Sieg", mahnt Janina Pils, die mit Ausnahme von Yanina Todorova (hat erst in der nächsten Woche ihre schulischen Verpflichtungen in Bulgarien abgeschlossen) wohl ihre Bestbesetzung aufbieten kann. Dazu gehört vielleicht auch wieder Ronja Spießbach. Die 20-Jährige ist nach ihrer Fuß-Operation im Herbst wieder voll ins Mannschaftstraining eingestiegen. Nach anderthalbjähriger Spielpause ist ihrer Trainerin daran gelegen, sie nun ganz behutsam ans Team heranzuführen, "damit sie uns in den Play-offs helfen kann."

(NGZ)