Lokalsport: Tigers erledigen Pflicht

Lokalsport: Tigers erledigen Pflicht

Im Grunde reichte dem Tabellenzweiten der 2. Basketball-Bundesliga ein gutes Viertel, um den 69:62-Sieg über Recklinghausen einzutüten.

So richtig Lust, ihr Statement zum 69:62-Heimerfolg (41:25) über Citybasket Recklinghausen abzugeben, verspürte Janina Pils nicht. Am liebsten hätte es die Trainerin des Basketball-Zweitligisten TG Neuss Tigers bei dieser Feststellung belassen: "Wir haben unsere Pflicht erfüllt." Und ganz ehrlich: Sehr viel mehr gab die Partie auch nicht her.

Der im Kampf um den Klassenverbleib auf jeden Punkt angewiesene Neuling machte erwartungsgemäß keine Gefangenen, kam für den Sieg - trotz durchaus namhaften Personals - jedoch nie wirklich in Frage. Vielleicht lag es daran, dass der Tabellenzweite zunächst nicht richtig bei der Sache schien. Recklinghausen benötigte fast acht Minuten, um auf fünf Punkte zu kommen, verwandelte dabei nur vier seiner zehn Freiwürfe (40 Prozent). Das erste Viertel ging so mit 16:11 an die Tigers. Die fanden erst im zweiten Abschnitt ihren Flow: Nun deutlich griffiger in der Defensive, entwickelte sich auch das Angriffsspiel prächtig: Karo Tzokov knallte den Ball von jenseits der Drei-Punkte-Linie zum 27:19 (16.) in den Korb, nach einem technischen Foul gegen Lejla Betic erhöhte Franzi Worthmann mit perfekter Bilanz von der Freiwurflinie (3/3) auf 30:19 (17.). Als dann auch Lisa Spießbach ihre Freiwürfe zum 32:19 (17.) verwandelte, war die Partie früh entschieden. Das hoch mit 25:14 gewonnene zweite Viertel schickte die Tigers mit einem 16-Punkte-Vorsprung in die zweite Hälfte. In der setzte Jana Heinrich mit einem Block gegen Kiki Robertson den stimmungsvollsten Akzent, den folgenden Angriff schloss die starke Julia Duggan, für die schließlich mit 13 Zählern und 16 Rebounds wiederum ein Double-Double zu notieren war, mit den Punkten zum 51:31 (25.) ab. Duggan und Worthmann eröffneten mit ihren Körben zum 55:31 (27.) das Schaulaufen der Tigers ...

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Doch weil Janina Pils vor allem an der Entwicklung ihrer Mannschaft interessiert ist, verzichtete sie auf das durchaus mögliche Schützenfest und schickte für das Schlussviertel in Yanina Todorova, Lisa Spießbach, Carlotta Ellenrieder, Ronja Spießbach und Karo Tzokov fast die komplette Bank aufs Feld. Obwohl die durchaus löbliche Aktion ordentlich in die Hose ging - Recklinghausen kam nach einem von Kiki Robertson per Dreier gekrönten 13:0-Lauf bis zur 35. Minute auf 48:57 heran - verteidigte die selbstbewusste Trainerin ihre Maßnahme: "Das war für mich die letzte Möglichkeit, alle einzubeziehen. Denn nach der einwöchigen Spielpause beginnt für uns mit den Spielen gegen Wolfenbüttel und Berlin die Vorbereitung auf die Play-offs."

Ernsthaft in Gefahr geriet der Sieg zwar nicht, aber nach einer Auszeit beorderte Janina Pils für die letzten fünf Minuten vorsichtshalber wieder Jana Heinrich, Franzi Worthmann und Briana Williams an die Seite von Carlotta Ellenrieder und Ronja Spießbach. Nach einem Disput mit den beiden in der Tat ganz schwachen Schiedsrichtern Stefanie Ackermann, die noch in der vergangenen Saison zu den Besten ihrer Zunft gehörte, und Hiner Akrawe, dem jegliches Gefühl für das Spiel fehlte, kassierte der aufgebrachte Gästecoach Peer Reckinger ein technisches Foul. Die fälligen Freiwürfe (3/3) nutzte Briana Williams zum 60:48 (36.). Als Franzi Worthmann, mit 21 Punkten Topscorerin der Partie, 1:30 Minute vor Schluss das 67:52 markierte, war der glanzlose, aber dennoch wertvolle Pflichtsieg unter Dach und Fach.

(NGZ)