1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Lokalsport: Tiger-Dompteurin bleibt in Neuss

Lokalsport : Tiger-Dompteurin bleibt in Neuss

Janina Pils (34) geht bei den Zweitliga-Basketballerinnen der TG in ihr sechstes Jahr als Trainerin.

Der US-Amerikaner sagt: "If it ain't broke, don't fix it." Wenn es nicht kaputt ist, nicht reparieren! Daran haben sich auch Basketball-Zweitligist TG Neuss und Trainerin Janina Pils gehalten - und die Zusammenarbeit um eine weitere Saison verlängert. "Damit gehe ich in Neuss ins verflixte siebte Jahr", sagt die 34-Jährige schmunzelnd. 2011 hatte sie den WNBL-Nachwuchs in der U17-Bundesliga übernommen, eine Spielzeit darauf war sie zu den Zweitliga-Damen gewechselt.

Seither ist es mit den 2015 zu Tigers geadelten Mädels der Turngemeinde im Grunde ständig bergauf gegangen. Vorläufiger Höhepunkt war in der abgelaufenen Saison der 72:63-Sieg im Heimspiel der Play-off-Halbfinalserie gegen den späteren Erstliga-Aufsteiger BG '74 Veilchen Ladies Göttingen. Diese erfolgreiche Arbeit möchte die Oberhausenerin gerne fortsetzen, wobei sie den Begriff Erfolg höchst differenziert betrachtet. "Man muss sich fragen, was besser ist: Wenn wir das Beste aus unseren begrenzen Möglichkeiten? Wenn wir junge Spielerinnen ausbilden und besser machen? Oder wenn wir uns in der Tabelle weiter nach vorne schieben?" Für die ehrgeizige Trainerin ist die Antwort klar: "Der Hauptgrund, warum ich geblieben bin, ist die Mannschaft. Junge Spielerinnen wie Karo Tzokov oder Ronja Spießbach weiterzuentwickeln, ist mir ganz wichtig." Dazu passt die Verpflichtung von Seraphina Asuamah-Kofoh (18) aus Barmen. Für den Absteiger aus der 2. Liga Nord hatte die nur 1,60 Meter große Spielmacherin pro Partie im Schnitt 22:46 Minuten auf dem Feld gestanden und dabei 6,1 Punkte erzielt. Im Heimspiel gegen Neuss waren ihr sogar elf Zähler gelungen. "Sie ist lernwillig und superschnell", fasst ihr neuer Coach zusammen. "Mit ihr und Karo Tzokov haben wir jetzt zwei Top-Mädchen."

  • Lokalsport : Basketball: Neuss Tigers gehen auf dem Zahnfleisch
  • Lokalsport : Tigers lassen sich derbe vorführen
  • Lokalsport : Basketball: TuSLi und OTB spielen keine 2. Liga mehr

Dass die natürlich auch Fehler machen, nimmt Janina Pils genauso klaglos in Kauf wie den Abgang ihrer Regisseurin Dara Taylor zum finanziell deutlich besser aufgestellten Ligarivalen Osnabrück. "Ich kann gute Profis finden, aber ich kann sie nicht halten", sagt sie dazu nur: "Leute, die für Geld spielen, spielen halt nicht bei uns." Weil auch die erst nach Weihnachten verpflichtete Deanna Weaver nicht zurückkehren soll, wird es in Neuss damit auf jeden Fall zwei neue Berufsspielerinnen aus Übersee geben. Da Pils den Markt schon sondiert hatte, obwohl ihr Vertrag bei den Tigers ausgelaufen war, "wenn ich irgendwo zusage, habe ich die für mich beste Situation kreiert", ist diese Baustelle fast abgeschlossen - die Namen soll es in den nächsten Tagen geben.

Parallel dazu setzte sich die angehende Pädagogin nach ihrem Kurzurlaub an der Côte d'Azur mit dem in der vergangenen Saison für sie tätigen Personal zusammen: Neben Karo Tzokov, die nach ihrem Kreuzbandriss nun voll durchstarten kann, und der ebenfalls monatelang ausgefallenen Ronja Spießbach haben auch die beiden unverzichtbaren Routiniers Jana Heinrich und Franziska Worthmann ihr Ja-Wort gegeben. In Neuss bleiben werden zudem Lisa Spießbach, die sich vor allem in der zweiten Saisonhälfte durch couragierte Auftritte Spielzeit verdient hatte, und die junge Centerin Anke Ollig. Julia Kleen schreibt ihre Doktorarbeit, die Zukunft der mit Abstand dienstältesten Akteurin ist damit ebenso offen wie die von Sarah Stock, die im Herbst ein Praktikum in München absolviert, Anne Storck und Lea Brückner, die nach bestandenem Abitur auf einen Studienplatz wartet.

Nicht mehr zur Verfügung stehen die zweite Aufbauspielerin Miriam Boulkheir, die ihre Basketball-Karriere wohl beim Regionalligisten RheinStars Köln fortsetzen wird, und Ayla Faber, die in den nächsten vier Jahren an der Fresno Pacific University in Kalifornien (NCAA Division II) Sport und Studium miteinander verbinden will.

(NGZ)