Jüchen : Tiefe Schlaglöcher vor Wallrath

Die Wallrather haben im Ort eine neu gestaltete Straße, doch hinterm Ortsausgang wird's holprig. Die Schlaglöcher wollen sie nicht länger hinnehmen. Die Gemeinde allerdings nennt den Zustand der Straße "zufriedenstellend".

Seit langem sind sie den Wallrathern ein Dorn im Auge: die Schlaglöcher am Ortsausgang. "Jetzt haben wir eine schöne, glatte Teerdecke innerorts. Aber die endet schlagartig am Ortsausgangsschild — und dann kommen die tiefen Löcher, die kaum zu umfahren sind", beschwert sich Kunibert Ronald (52). Er wohnt seit etwa fünf Jahren mit seiner Familie in Wallrath. "Hinzu kommt, dass uns die Gemeinde Verkehrsberuhigungen versprochen hat, um diesem Hochgeschwindigkeitskurs durch das Dorf, der sich durch die schnurgerade Straße ergibt, ein Ende zu setzen. Auch das ist bis heute nicht passiert." Auch der neu gewählte Vorsitzende der Dorfgemeinschaft, Helmut Wittig (58), ist der Meinung, dass der Zustand dringend einer Abhilfe bedarf. "Fährt man mit seinem Auto Richtung Steinforth, sind die Straßenverhältnisse richtig schlimm. Richtung Rath ist es nur wenig besser."

Die Anwohner sind verärgert, denn sie mussten tief in die Tasche greifen, um ihre neue Straße zu bekommen. Die Gemeinde Jüchen hatte für die rund 730 000 Euro teure Maßnahme im vergangenen Jahr eine Landeszuwendung aus dem Dorferneuerungsprogramm von 153 000 Euro von der Bezirksregierung Düsseldorf erhalten; die Anlieger mussten sich beteiligen — mit insgesamt 181 000 Euro. "Das variierte je nach Grundstücksgröße von mehreren hundert bis hin zu 15 000 Euro", sagt der Wallrather Peter Klerks (56). Immerhin musste er als Nebenerwerbslandwirt und Großgrundbesitzer einen der höchsten so genannten Straßenausbaubeiträge zahlen. "Jetzt sieht es im Ort gut aus — aber was ist außerhalb? Da gibt es keine Anlieger, die dafür zahlen, da muss die Gemeinde ran."

Oswald Duda, Technischer Dezernent der Gemeinde Jüchen, sieht bis dato keinen Handlungsbedarf: "Der Straßenzustand vor und hinter dem Ausbau ist zufriedenstellend." Richtig sei, dass die Gemeinde die Kosten für Straßensanierungen außerhalb des Ortes zu tragen habe. "Wir werden die Straßen außerorts in jedem Fall prüfen. Sollten dort verkehrsgefährdende Schlaglöcher sein, werden wir sie kurzfristig beseitigen lassen." Die Verkehrsberuhigung sei seit gestern wieder durch entsprechende Schilder kenntlich gemacht. Doch das sei zu wenig, sagt Wittig: "Nach Auffassung der Dorfgemeinschaft muss etwas an der Fahrbahn verändert werden. Vorstellbar wären Begrenzungen, die den Autofahrer am schnellen Fahren hindern, oder eingezeichnete Parkzonen."

(NGZ)