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Korschenbroich: Therapieklinik will Schadensersatz verlangen

Korschenbroich : Therapieklinik will Schadensersatz verlangen

Die St.-Mauritius- Therapieklinik will ihren fristlos entlassenen Chefarzt – er wohnt im Stadtgebiet Korschenbroich – voraussichtlich auf 1,5 Millionen Euro Schadensersatz verklagen.

Die St.-Mauritius- Therapieklinik will ihren fristlos entlassenen Chefarzt — er wohnt im Stadtgebiet Korschenbroich — voraussichtlich auf 1,5 Millionen Euro Schadensersatz verklagen.

"Das sind Gelder, die der Klinik zustehen", erklärte Geschäftsführer Christian Röhrl gestern während einer Pressekonferenz in Osterath. Der Krankenhausträger VKKD (Verbund Katholischer Kliniken Düsseldorf) als Arbeitgeber sei von der Staatsanwaltschaft Stuttgart von der Erhebung der Anklage gegen den Mediziner wegen des Verdachts der Bestechlichkeit und von der Zulassung der Anklage durch das Landgericht im Dezember informiert worden, berichtete Röhrl. Neben einem befürchteten Imageschaden sieht Röhrl einen entstandenen finanziellen Schaden für den Krankenhausträger. "Allem Anschein nach hat er die Klinik zu teuer bezahlt", so der Geschäftführer.

Dr. Klaus Bernsmann, Anwalt des früheren Ärztlichen Direktors der Osterather Rehaklinik, widerspricht. Der Arbeitgeber seines Mandanten habe schon von dem Ermittlungsverfahren gewusst, schließlich habe es Hausdurchsuchungen gegeben. Diese Frage wird wahrscheinlich in der bereits angekündigten arbeitsgerichtlichen Auseinandersetzung eine Rolle spielen.

Strafrechtlich sei an den Vorwürfen, der entlassene Chefarzt habe seinen Einfluss gegen Bestechungszahlungen geltend gemacht, damit der Bauunternehmer aus Baden-Württemberg den Auftrag für den Bau der Klinik erhalte, "nichts dran", erklärte Bernsmann gestern auf NGZ-Anfrage. Der jetzige Träger habe sich damals als einer von mehreren Investoren um das Projekt bemüht. Dabei soll der kirchliche Träger ein besonders gutes Angebot habe machen können, weil das Erzbistum ihm ein besonders günstiges Darlehen zur Verfügung habe stellen können, heißt es.

Die Staatsanwaltschaft sieht das anders. Am 20. Januar ist der Prozessauftakt vor der 14. großen Wirtschaftsstrafkammer am Landgericht Stuttgart.

(NGZ)