Basketball TG will starken Worten auch Taten folgen lassen

Neuss · Für ein Team, das die Play-offs der 2. Basketball-Bundesliga anpeilt, sollte Eintracht Braunschweig kein unbezwingbarer Kontrahent sein.

Vor dem Kantersieg am vergangenen Samstag beim Schlusslicht Milestone Foxes Zehlendorf (91:45) hatten die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss das Saisonziel ihrer Klasse angepasst und forsch einen Platz zwischen vier und sechs angegeben. Starke Worte, die morgen Abend (19 Uhr, Sporthalle Humboldt an der Bergheimer Straße) das erste Mal wirklich auf dem Prüfstand stehen, stellt sich in Eintracht Braunschweig doch ein direkter Konkurrent am Rhein vor.

"Das heißt nicht", macht TG-Trainerin Janina Pils vorsorglich klar, "dass wir gegen Braunschweig gewinnen müssen. Nur, wenn ich in die Play-offs will, müsste man dafür sorgen, dass man diese Mannschaft schlägt". Gegeben ist in dieser Liga nämlich rein gar nichts. Das erfuhr die TG gegen Barmen (65:71) am eigenen Leib, das erlebte zuletzt aber auch die Eintracht bei ihren überraschenden Niederlagen in Hannover (63:68) und Hagen (67:79). "In dieser Liga kann halt alles passieren", weiß die Neusser Trainerin. Braunschweig, im Vorjahr als Neuling erst im Play-off-Finale an den Hurricanes Rotenburg gescheitert, zählt wie Neuss zu einer Gruppe von sechs Teams, die mit acht Punkten die Plätze zwei bis sieben belegen. Selbst Tabellenführer GiroLive-Panthers Osnabrück kam nicht ungeschoren davon, der Erstliga-Absteiger unterlag in Göttingen mit 67:60.

Im Vergleich zur Vorsaison, in der die Eintracht beide Spiele gegen die TG gewann (77:73 in Neuss, 82:73 zu Hause), haben sich beide Mannschaften stark verändert. Genau darum verschwendet Janina Pils keinen Gedanken an die zurückliegenden Duelle. "Was in der letzten Saison passiert ist, interessiert mich überhaupt nicht", sagt sie. So hat der Kontrahent aus Niedersachsen in der zum Erstligisten BG Donau-Ries gewechselten Alysha Womack (24,5 Punkte im Schnitt) und Britta Hueske-Böcher (19,8) seine mit Abstand besten Punktesammlerinnen verloren. Das neue Top-Duo kommt aus den USA: Centerin Brittany Guirey Obi-Tabot, die in Fairfield (Connecticut) im Übrigen dasselbe US-College besucht hat wie seit diesem Herbst die ehemalige Neusserin Sarah Stock, legt pro Spiel 17 Punkte und 9,2 Rebounds auf. Für die ebenfalls erst 21 Jahre alte Aufbauspielerin Sade Nicole Jackson (Adelphi University) stehen durchschnittlich 18,3 Punkte, 6,5 Assists und 4,5 Ballgewinne zu Buche. "Sie ist sehr gut", sagt Janina Pils. Die in dieser Spielzeit verletzungsbedingt erst dreimal eingesetzte Suska Berger (1,87 Meter) und die erfahrene Anna-Jessica Weber (31 Jahre) stehen stellvertretend für einen physisch starken Kader. Pils: "Braunschweig ist innen vielleicht nicht so dominant wie Opladen, aber halt sehr groß".

Dagegen könnten die Gastgeberinnen vor allem Schnelligkeit setzen. Schade nur, dass die vorne wie hinten gleichermaßen wertvolle Regisseurin Paulina Körner mit ziemlicher Sicherheit ausfallen wird. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, die behandelnden Ärzte tippen auf einen Ermüdungsbruch im Fußgelenk, doch die starken Schmerzen lassen eine Pause ratsam erscheinen. Darum ist es gut, dass Spielmacherin Hannah Wischnitzki (fehlte in Berlin) nach ihrer Erkältung seit Mittwoch wieder im Training steht. Unterstützt wird sie im Aufbau von Miriam Boulkheir. Ebenfalls nicht dabei sind morgen Julia Kleen und Christina Krall.

(NGZ)
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