Basketball : TG spielt einfach zu brav

Nach zuvor vier Siegen in Folge unterlagen die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen ausgerechnet beim bisherigen Schlusslicht TuS Jena. Wegen der 64:77-Niederlage muss der Neuling weiter stark um den Klassenverbleib bangen.

Der Befreiungsschlag im heißen Kampf um den Klassenverbleib in der Zweiten Basketball-Bundesliga Nord ist den Mädels der TG Neuss misslungen. Beim Schlusslicht TuS Jena unterlag der Neuling mit 64:77 (Halbzeit 27:40) – die erste Nullnummer nach zuvor vier Siegen in Folge.

Die Gäste waren in Thüringen indes nicht auf einen typischen Abstiegskandidaten getroffen. Im Vergleich zur Hinrunde, als die oft nur zu sechs angetretenen Ladybaskets eine zweitliga-untaugliche Figur abgegeben hatten, präsentiert sich die Truppe von Cheftrainer Wolfgang Meier mittlerweile – vor allem in den Heimspielen – als echtes Powerhouse. "Und mir ist es nicht gelungen, meine Mannschaft so einzustellen, dass sie mit der Aggressivität des Gegners zurechtkommen ist", resümierte TG-Coach Mathias Gierth selbstkritisch. Folglich wurde der Aufsteiger kalt erwischt, lag schon in der sechsten Spielminute mit 2:14 hinten. "Und diesem Rückstand sind wir bis zum Schluss vergeblich hinterhergelaufen", stellte Gierth traurig fest.

Das lag in erster Linie an der unbestreitbaren Güteklasse des runderneuerten Kontrahenten: Dana Penno, Aufbauspielerin mit Erstliga-Erfahrung (USC Freiburg), erzielte 18 Punkte für Jena, Jenny Menz vom im Oberhaus spielenden Kooperationspartner Chemcats Chemnitz markierte zehn Zähler. Beide waren im Hinspiel, das die TG knapp mit 56:53 gewonnen hatte, ebenso noch nicht dabei wie die Amerikanerin Kita Waller, die trotz Blinddarm-OP in 16:28 Minuten auf dem Feld 13 Punkte und sieben Rebounds auflegte. Der zweite US-Profi Joy McCorvey brillierte mit 15 Punkten und 16 Rebounds, Jugend-Nationalspielerin Laura Masek steuerte 14 Zähler und acht Rebounds hinzu. Ein Quintett, dem die Neusserinnen zu wenig entgegenzusetzen vermochten. "Anstatt den Kampf anzunehmen, haben wir versucht, die Angelegenheit nur mit spielerischen Mitteln zu lösen", bemängelte Gierth und vermutete: "Nach unseren vier Siegen hintereinander haben wir wohl gedacht, das würde reichen."

Mit Ausnahme von Natascha Müsch (17 Punkte/14 Rebounds), der dieses Mal nicht so auffälligen Danielle Cooper (12 Punkte) und Svenja Krings, die den Großteil ihrer 14 Punkte in der Schlussphase erzielte, hielten sich die Gäste im Angriff dezent zurück. Das führte der Neusser Trainer auch auf die fehlende Erfahrung seiner Schützlinge auf diesem Niveau zurück. Trotzdem hätte die Niederlage durchaus knapper ausfallen können, hätte die TG nicht am Ende versucht, mit einem Ergebnis von weniger als drei Punkten Differenz den direkten Vergleich zu retten. Gierth: "Wir mussten schnell abschließen und daher auch nicht so gut vorbereitete Würfe nehmen."

(NGZ)