Basketball : TG schöpft neuen Mut

Mit zwei nicht unbedingt eingeplanten Siegen hat sich der Basketball-Zweitligist aus Neuss im Kampf um den Klassenverbleib wieder zurückgemeldet. In Bielefeld soll heute Abend der dritte Streich folgen.

Hat der Neuling gerade noch rechtzeitig die Kurve bekommen? Nach den Siegen in Wedel und gegen Opladen hat die TG Neuss jedenfalls wieder eine realistische Chance, das Ticket für eine weitere Saison in der 2. Basketball-Bundesliga Nord auf sportlichem Weg zu lösen. Um nicht gleich wieder in ein Stimmungstief zu fallen, soll heute Abend (17.30 Uhr) beim TSVE Lady Dolphins Bielefeld der dritte Sieg in Folge her.

Als Jurist plant TG-Trainer Mathias Gierth langfristig. Und darum hat der 33-Jährige nicht nur die Partie in Ostwestfalen auf dem Radar, sondern auch schon das nächste Heimspiel am kommenden Samstag gegen die BG Dorsten. "Das sind machbare Gegner für uns", sagt er. Dass auch die unmittelbare Konkurrenz im Tabellenkeller zuletzt fröhlich gepunktet hat – Grünberg etwa fertigte die Rist Scala Ladybaskets mir 104:61 ab –, bringt den Coach darum nicht um den verdienten Nachtschlaf: "Dadurch ist unten alles noch enger zusammengerutscht." In der Tat: Die TG trennt als Schlusslicht gerade mal ein Sieg von Dorsten auf dem sicheren siebten Platz.

Das Hinspiel gegen Bielefeld ging für den Neuling zwar relativ deutlich mit 51:64 verloren, doch als "krassen Außenseiter sehe ich uns nicht", versichert Gierth. Viel Mut macht ihm die Qualität der Abwehrarbeit – ein Langzeitprojekt, das erste Früchte trägt: "Seit Jahr und Tag bauen wir an einer Verteidigung, die den Gegner zwingen soll, schlechte Würfe zu nehmen. Und es dauert, bis diese im Training erarbeiteten Mechanismen greifen." Einen immens wichtigen Part übernimmt dabei Kathrin Wischnitzki. Die U20-Nationalspielerin ist aufgrund ihrer Athletik und Schnelligkeit in der Lage, die jeweils stärkste Akteurinnen des Gegners zu neutralisieren, "wenn denn die Schiedsrichter ihre Art zu spielen tolerieren", schränkt Gierth milde lächelnd ein. Die 19-Jährige war im Hinspiel verletzt – eine veritable Schwächung, wie der Trainer jetzt weiß. Auch Danielle Cooper trug im ersten Duell mit den Bielefelderinnen, die in Amanda Gayle Anderson (Kanada) und Ashley Spriggs (USA) auf zwei Profis aus Übersee setzen, noch nicht das Trikot der Turngemeinde. "Sie macht den Unterschied", lobt Gierth. Dabei hat er nicht nur ihre Punkte im Blick – die Amerikanerin kommt im Schnitt auf 16 Zähler –, sondern vor allem ihre Fähigkeiten im Ballvortrag. Dadurch entlastet die 25-Jährige zum einen Svenja Krings, die damit den Kopf frei hat für andere Aufgaben, zum anderen schafft sie durch ihre Vorstöße zum Korb neue Räume für die Flügel- und Centerspielerinnen im Team.

(NGZ)