TG Neuss Tigers spielen gegen BBZ Opladen für einen guten Zweck

Basketball : Tigers spielen für einen guten Zweck

Mit dem Heimspiel gegen Opladen machen Basketballerinnen der TG Neuss auf unheilbare Krankheit (ALS) aufmerksam.

Das „Rheinische Derby“ in der 2. Bundesliga Nord zwischen den Basketballerinnen der TG Neuss und dem BBZ Opladen ist immer für Geschichten gut: Erst gut sieben Monate zurück liegt der 75:56-Heimerfolg der Tigers, mit dem die nach der Trennung von Trainer Antoine Braibant eingesprungene Abteilungsleiterin Angela Krings am letzten Spieltag ihre makellose Bilanz auf fünf Siege in Folge ausbaute. Dafür gab es von ihren Mädels ein T-Shirt mit der Aufschrift „5:0“. Unvergessen ist auch der „Buzzer Beater“ von Briana Williams im Januar 2018, der den Neusserinnen vor heimischem Publikum mit der Schlusssirene den 62:61-Triumph bescherte.

Aber wenn die Erzrivalen am frühen Samstagabend (17.30 Uhr) in der Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße wiederum aufeinandertreffen, spielt die sportliche Rivalität nur eine untergeordnete Rolle. Denn die Turngemeinde möchte das Match dazu nutzen, um auf die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) aufmerksam zu machen. An der in den USA in Erinnerung an den deutschstämmigen Baseball-Star Henry Louis „Lou“ Gehrig († 2. Juni 1941) als Lou-Gehrig-Syndrom bekannten unheilbaren Erkrankung des motorischen Nervensystems leiden in Deutschland rund 8000 Menschen – und jährlich kommen 2000 neue Fälle hinzu. Franziska Worthmann, nach vier Partien mit 17,8 Punkten im Schnitt die erfolgreichste Korbjägerin der Tigers, hat vor kurzem ihren Vater an ALS verloren, weiß also, Aufklärung tut dringend Not: „Von dieser Krankheit hat man vielleicht schon einmal im Rahmen der Ice Bucket Challenge gehört, aber darüber hinaus ist sie eher unbekannt. Mir ging es genauso.“

Als ihr Vater vor einem Jahr die Diagnose ALS erhielt, seien sich er, aber auch die ganze Familie darum nicht im Entferntesten über die damit verbundenen Konsequenzen im Klaren gewesen: „Ein Wettlauf mit der Zeit begann, den mein Vater im Grunde genommen ja leider schon im September des vergangenen Jahres verloren hatte.“ Alles habe mit einem schleichenden Verlust der Neurozellen im Gehirn und dem Rückenmark begonnen, erinnert sich die 32-Jährige: „Auch ein langsamer Muskelschwund bis hin zu Atemproblemen, die oft nur über lebensverlängernde Maßnahmen wie über einen Luftröhreneinschnitt gelindert werden können, machen ein Leben mit dieser Krankheit bei vollem Bewusstsein unerträglich – und es gibt bis heute leider keine Heilung.“

Aus diesem Grund sieht sich die in Essen als „Senior Expert“ für den Energiekonzern Innogy tätige Krisenmanagerin in der Pflicht, mit einem Spendenlauf die Forschungsarbeit der Berliner Charité zu unterstützen. Das mit mehr als 3000 Betten zu den größten Universitätskliniken Europas zählende Krankenhaus ist Vorreiter in Sachen ALS-Forschung, insbesondere im Bereich der Grundlagen. „Eine Arbeit, die die Chancen auf Entwicklung eines Medikamentes zur Heilung erhöht“, ist Franziska Worthmann überzeugt. „Denn Forschung ist Hoffnung auf Heilung.“ Im Vorfeld der Partie gegen Opladen ging deshalb eine Einladung an benachbarte Vereine, die mit ihren Teams entweder in den drei höchsten Ligen spielen oder aber mehr als 750 Mitglieder haben. Für sie ist der Eintritt frei, Spenden seien indes sehr willkommen, sagt Klaus Ehren, Geschäftsführer der TG Neuss. Er fasst zusammen: „Gemeinsam mit den Sportvereinen aus dem Rhein-Kreis Neuss möchten wir ein deutliches Zeichen setzen und die wichtige Forschungsarbeit unterstützen. Alle Eintrittsgelder und Spenden an diesem Spieltag gehen unmittelbar an die Berliner Charité.“ Franziska Worthmann ergänzt: „Ich freue mich auf große Unterstützung beim Spiel gegen Opladen und stehe natürlich auch gerne für Fragen oder eventuellen Austausch bereit.“ Die Schirmherrschaft für diese Aktion haben die von Pressesprecher und Marketingleiter Jürgen Scheer vertretenen Stadtwerke Neuss übernommen.

Mehr von RP ONLINE