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TG Neuss Tigers schlagen den Tabellenführer MSP Bergische Löwen

Basketball : Tigers schlagen den Tabellenführer

Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss gewinnen gegen die Bergischen Löwen.

Die Elmar-Frings-Sporthalle entwickelt sich in der 2. Basketball-Bundesliga Nord allmählich zum Grab für Tabellenführer. In der Hinrunde holte sich an der Bergheimer Straße schon Eintracht Braunschweig eine blutige Nase (69:83), am Samstag erlegten die TG Neuss Tigers auch die MSP Bergische Löwen. Mit dem 82:78-Erfolg (Halbzeit 38:36), der dritte Sieg in Folge, tankten die Schützlinge von Trainer John F. Bruhnke vor dem harten Karnevalswochenende mit Spielen in Krofdorf (Freitag) und Grünberg (Samstag) eine Extraportion Selbstvertrauen.

Die ohne ihre Topscorerin Kristina Puthoff-King angetretenen Löwen wurden im ersten Viertel kalt erwischt. Schon in Play-off-Form aufspielende Tigers zogen über 5:0 (2.) auf 14:3 (4.) davon, kurz darauf stand es sogar 21:8 (10.). Weil vor allem Briana Williams (acht Punkte im ersten Viertel) und Britta Worms (6) nicht zu stoppen waren, kontrollierten die Neusserinnen zunächst auch den zweiten Abschnitt. Nach einem spektakulären Anspiel von Briana Williams hinter dem Rücken traf Franziska Worthmann zum 32:22 (15.). Doch obwohl sich nun in Porsche Pool auch noch das zweite US-Girl verletzt verabschiedete, meldeten sich die Gäste zurück. Die Französin Orlane Fardel, vierte verbliebene EU-Kraft neben Alissa Pierce (Amerikanerin mit luxemburgischen Pass), Lade Adepoju (Spanien) und Hristina Tyutyundzhieva (Bulgarien), glich die Partie mit zwei Dreiern in Folge aus (36:36/20.). Jetzt war es das erwartet enge Topspiel, in dem die Tigers bis zum 62:61 (33.) stets vorne lagen. Als Alissa Pierce zu Beginn des letzten Viertels einen 6:0-Lauf der Löwen, die kurz zuvor auch Lade Adepoju (5. Foul) verloren hatten, mit dem Korb zum 65:62 (35.) abschloss, schien das Match allerdings in die entgegengesetzte Richtung zu laufen.

Aber in der Crunch-Time lief bei den Gastgeberinnen das Führungspersonal zur Hochform auf: Jana Heinrich (12 Rebounds), die 14 ihrer 21 Punkte im Schlussdurchgang erzielte, sorgte per Dreier für den 65:65-Ausgleich (35.). „Ihr vielleicht wichtigster Wurf im Spiel“, sagte Bruhnke. Und die 33-Jährige blieb dran: Nach Franziska Worthmanns Volltreffer aus der Distanz zum 68:67 (36.) setzte sie den Ball von jenseits der Drei-Punkte-Linie zum 71:69 (38.) und 74:73 (39.) ins Netz, verwandelte wenig später zwar nur zwei ihrer drei Freiwürfe zum 76:75 (39.), erhöhte nach dem wichtigen Rebound von Britta Worms aber wiederum per Dreier (4/4 im vierten Viertel, 5/9 insgesamt) auf 79:75. Noch 55 Sekunden. Als Tyutyundzhieva auf der anderen Seite patzt, kann Williams alles klar machen, scheitert jedoch und verletzt sich dabei am Knie. Mit noch 19,7 Sekunden auf der Spieluhr verwandelt die bei ihrem Versuch aus der Distanz gefoulte Orlane Fardel die drei fälligen Freiwürfe zum 78:79. Die per Foul an die Linie geschickte Jill Stratton nutzt daraufhin nur einen ihrer beiden Freiwürfe zum 80:78 für Neuss. Noch 18,2 Sekunden. Bruhnke steht bereit, die in der Defensive ungemein starke Lisa Spießbach für die humpelnde Williams einzuwechseln, doch die Amerikanerin will unbedingt weiterspielen – und kann nicht verhindern, dass Fardel (21 Punkte) an der Dreier-Linie völlig ungedeckt abzieht. Der Ball klatscht indes an den Ring. Glück gehabt.

Neuss: Williams (16), Wucherer, Worthmann (13), Ellenrieder (5), Lisa Spießbach (2), Heinrich (21), Worms (16), Stratton (9)
Bergische Löwen: Fardel (21), Voigt, Pierce (6), Meyer (8), Adepoju (9), Jäger (12), Poole (9), Okpara (2), Tyutyundzhieva (11)
Viertel: 21:11, 17:25, 20:18, 24:24