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TG Neuss Tigers müssen gegen Hurricanes eine Reaktion zeigen

Basketball : TG-Coach: Müssen eine Reaktion zeigen

Nach dem Debakel gegen Opladen steht für die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen unter 2G-Bedingungen das nächste Topspiel gegen Rotenburg an.

Wer nicht geimpft oder genesen und älter als 15 Jahre ist, guckt am Samstag (Anpfiff 17.30 Uhr) in die Röhre. Da kennen die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss mit einem energischen Verweis auf die aktuelle Corona-Schutzverordnung (insbesondere 2G-Regel für Zuschauer) kein Pardon. Auch der Personalausweis muss am Eingang der Elmar-Frings-Sporthalle vorgezeigt werden. Dann erst kann der Spaß beginnen, wobei allerdings fraglich ist, ob die gastgebenden Tigers am Auftritt des Tabellendritten BG 89 AVIDES Hurricanes tatsächlich allzu viel Freude haben werden.

Denn die Gäste aus Rotenburg/Scheeßel bewegen sich leistungsmäßig ungefähr auf dem Niveau des BBZ Opladen. Und der Spitzenreiter hatte den Neusserinnen am vergangenen Sonntag mit dem 61-Punkte-Debakel (27:88) eine der schlimmsten Niederlagen ihrer Bundesliga-Geschichte zugefügt. An der kam unter der Woche natürlich auch Trainer Rufin Kendall nicht vorbei. Ausgewählte Szenen mutete er seinen Mädels schon noch zu – nicht als Strafe, sondern, um seine Analyse zu untermauern. Darüber hinaus fordert er von seinem Team wieder mehr Leidenschaft: „Klar, allen tut es leid, was da in Opladen passiert ist, aber jetzt will ich eine Reaktion sehen. Ein gutes Spiel ist die beste Art, sich beim Verein und den Fans zu entschuldigen.“

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Einen Sieg als Wiedergutmachung kann er freilich nicht versprechen, dazu sind die Schützlinge von Trainer Christian Greve einfach viel zu gut. Das hatten die Tigers schon vor dem ersten Liga-Spieltag eindrucksvoll zu spüren bekommen: Im WBV-Pokal setzte es in Rotenburg eine 54:88-Niederlage. Das Ergebnis hat für Greve allerdings keine herausragende Bedeutung, „da war Neuss noch nicht vollständig“, und auch die schlimme Pleite in Opladen tut er gnädig als „Ausrutscher“ ab. Er richtet sich vielmehr auf ein Duell ein, in dem die Gastgeberinnen „40 Minuten kämpfen werden, um nicht noch mal so ein Ergebnis einzufahren.“ Andererseits weiß er um die Güteklasse seiner Truppe, die am vergangenen Wochenende beim 62:56-Heimsieg über Chemnitz selbst ein deutlicher Elf-Punkte-Rückstand im dritten Viertel nicht aus der Bahn warf. Maßgeblichen Anteil daran hatte Center Anacia Wilkinson, die nach achtwöchiger Verletzungauszeit ihr beachtliches Comeback mit einem Double-Double krönte: 23 Punkte und 13 Rebounds. Die unumstrittene Führungskraft im Team der Hurricanes ist Kapitänin Pia Mankertz. Die inzwischen 31-Jährige gibt der Mannschaft immer genau das, was sie gerade braucht. Gegen Chemnitz waren das neben einer Reihe gestochen scharfer Pässe zwei ganz wichtige Dreier in der Crunchtime. Dazu legt sie im Schnitt wie ihre Teamkollegin Leonie Rosemeyer 12,3 Punkte auf.

Besser sind nur die beiden US-Profis Wilkinson (14,0 Punkte/9,5 Rebounds) und Toshua Leavitt (16,9 Punkt/4,6 Assists). Die im Frühjahr frustriert aus Neuss abgezogene Scharfschützin kommt in neuer Umgebung besser zurecht, ist aber auch weiterhin für Aussetzer bekannt. Gegen Chemnitz etwa nahm sie der Coach schon in der siebten Minute vom Feld und brachte sie erst mit Beginn der zweiten Hälfte zurück. Ihm hatte die Verteidigungsintensität der 1,62 Meter kleinen Aufbauspielerin nicht gefallen. Wie ihr beizukommen ist, machte Nicole Brochlitz von den ChemCats deutlich. „Sie hat Tosh schon sehr auf den Füßen gestanden“, befand Greve.

Sich zu sehr mit den Hurricanes zu beschäftigen, hat Kendall diesmal freilich ausdrücklich vermieden. „Uns taktisch auf den Gegner einzustellen, war in den Spielen gegen die direkten Konkurrenten Jena, Bochum, Grünberg und Marburg wichtig. Jetzt aber haben wir wieder mehr an uns und unseren Defiziten gearbeitet.“ Dabei war eine von krankheitsbedingten Ausfällen geprägte Trainingswoche jedoch alles andere als hilfreich. „Da würde es uns guttun, wenn wir personell breiter aufgestellt wären“, sagt Kendall. Immerhin ist die schmerzlich vermisste Jana Meyer ihre Gipsschiene am gebrochenen Mittelfinger los.