Basketball Erst abgestiegen, dann auf einmal Spitzenreiter

Neuss · In der vergangenen Saison war Bochum nach der Niederlage in Neuss raus aus der 2. Liga, jetzt kehren die AstroLadies als Topteam zurück.

Ein ganz besonderes Spiel: Kim Franze (l.) trifft mit dem Zweitligisten TG Neuss Tigers auf ihre alten Teamkolleginnen.

Ein ganz besonderes Spiel: Kim Franze (l.) trifft mit dem Zweitligisten TG Neuss Tigers auf ihre alten Teamkolleginnen.

Foto: Andreas Woitschützke

Das ist mal ein feistes Comeback: Nach der Niederlage am letzten Spieltag der Saison 2021/22 in Neuss waren die AstroLadies des VfL Bochum eigentlich aus der 2. Basketball-Bundesliga Nord abgestiegen. Doch dann zogen die Capitol Bascats Düsseldorf (Absteiger 1. Liga) und die Panthers Academy Osnabrück (2. Liga Nord) ihre Teams in die Regionalliga zurück und machten damit den Weg frei für eine zweite Spielzeit in der 2. DBBL. Dort sind die jetzt von Theresa Schielke trainierten Mädels aus dem Herzen des Ruhrgebiets in nahezu unveränderter Aufstellung nach vier blitzsauberen Siegen zum Start plötzlich Spitzenreiter – und am Samstag (Anpfiff 17.30 Uhr) in der Elmar-Frings-Sporthalle an der Bergheimer Straße Gast der TG Neuss Tigers.

Deren Trainer Rufin Kendall überrascht der Höhenflug der VfL-Ladies allerdings nicht wirklich. Initiiert von der Verpflichtung des US-Girls Sarah Olson im Januar habe die Mannschaft ja schon in der vergangenen Saison eine tolle Rückrunde gespielt, findet er. „Und weil das Team schon länger zusammen ist, kann die Trainerin jetzt auf bewährte Automatismen setzen.“ Zudem sorge in der 1,85 Meter großen Kanadierin Keylyn Filewich ein zweiter Profi für die nötige Präsenz unter dem Korb. Alle anderen Leistungsträgerinnen der „L-Fraktion“, als da wären die mittlerweile 40-jährige Lucie Friedrich, Lisa Kullik, Leonie Bleker, Laura Barroso Perez und ganz besonders die erst 17 Jahre alte Topscorerin Lara Langermann (14,5 Punkte im Schnitt), waren schon in der abgelaufenen Runde da. Aus dem Stammpersonal haben nur Mona Ehlert, Kimberly Pohlmann und Kim Franze, die seit Saisonbeginn bei den Tigers eine der Hauptrollen besetzt, den Kader verlassen.

Für den Neusser Coach, den vor allem die Siege der Bochumerinnen über starke Teams wie Göttingen (68:62) und Opladen (54:51) zu beeindrucken wissen, treten die Gäste am Rhein als „klare Favoritinnen“ an: „Sie sind sehr aggressiv in der Verteidigung und wahnsinnig effektiv im Angriff.“ An seine Schützlinge geht daher der Auftrag: „Wir dürfen uns davon nicht einschüchtern lassen, müssen smart agieren.“ Helfen würde außerdem eine gute Startphase. Im ersten Viertel zogen die Tigers nämlich bislang fast immer den Kürzeren: 15:18 in Göttingen, 14:18 gegen Rotenburg und sogar 7:17 in Braunschweig. Nur bei der 67:73-Heimniederlage gegen den Herner TC II lag die TG nach zehn Minuten knapp mit 17:16 vorne. „Wir haben uns fest vorgenommen, das besser zu machen“, verspricht Kendall. Vieles erleichtern würde natürlich auch eine ertragreichere Performance von jenseits der Drei-Punkte-Linie: Richtig gut klappte das mit den Würfen aus der Distanz nur beim 69:59-Heimsieg über die BG 89 AVIDES Hurricanes (15/30 Würfen für 50 Prozent), richtig schlecht lief es dafür gegen Göttingen (5/29, 17%), Herne (3/21, 14%) und Braunschweig (4/23, 17%).

Im Gegensatz zum vergangenen Jahr kann Kendall nun im Training an diesen Defiziten arbeiten. Er wird zwar nach wie vor von heftigen Rückenschmerzen geplagt, doch abgesehen von den üblichen Wehwehchen ist seine Mannschaft (bislang) gesund, kann der Coach durchgehend mit einer Rotation aus zehn Spielerinnen arbeiten. Aus der ragen in der Offensive drei seiner Schützlinge heraus: Statistisch gesehen am wertvollsten ist US-Centerin Megan Swords, die im Schnitt mit 22,3 Punkten und zwölf Rebounds ein Double-Double auflegt. Für die Kanadierin Brooklynn McAlear-Fanus stehen 18,5 Punkte und 8,5 Assists zu Buche und die 17-jährige Ricarda Schott markiert pro Partie durchschnittlich 15 Zähler.

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