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TG Neuss Tigers bezwingen den Tabellenführer Eintracht Braunschweig

Basketball : Tigers bezwingen den Tabellenführer

Nach starker Leistung glückt den Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss überzeugender 83:69-Heimsieg über den Erstliga-Absteiger Eintracht Braunschweig. Franziska Worthmann erzielt 27 Punkte, Jill Stratton gelingt Double-Double.

Was in dieser Saison für die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss möglich ist? Eine ganze Menge, vor allem dann, wenn die Tigers in etwa das Level erreichen wie beim sehr überzeugenden 83:69-Heimsieg (Halbzeit 41:31) über den Tabellenführer Eintracht Braunschweig. „Ja, das war schon ganz in Ordnung“, bestätigte Trainer John F. Bruhnke zufrieden lächelnd, schob jedoch umgehend hinterher, „wenngleich wir noch nicht da sind, wo wir hinwollen.“

Aber auch weniger als 100 Prozent machten am Samstag Spaß. In einem Zweitliga-Spiel auf überaus ansprechendem Niveau hatten die die Neusserinnen immer die Nase vorne. Schon in der Mitte des zweiten Viertels sorgte Britta Worms (am Ende mit 14 Punkten und neun Rebounds) für die erste Zehn-Punkte-Führung (28:18/14.) und kurz darauf zeugte eine spektakuläre Angriffsaktion vom erstarken Selbstvertrauen der Tigers: Jill Stratton, die ihren ungemein abgeklärten Auftritt fast ohne Fehler schon wieder mit einem Double-Double (je zwölf Punkte und Rebounds) krönte, bediente Britta Worms mit einem genialen Anspiel hinter dem Rücken zum 32:21 (14.), Ronja Spießbach erhöhte auf 38:25 (19.).

Den Auftakt der zweiten Hälfte machten die Tigers zum Fest, dessen Finale zwei gelungene Drei-Punkte-Würfe von Jana Heinrich und Franziska Worthmann zum 53:37 (23.) waren. Die Partie schien früh entschieden – und wäre den Gastgeberinnen um ein Haar noch aus den Händen geglitten. Braunschweigs 1,62 Meter kleine US-Amerikanerin Toshua Leavitt führte mit 13 Punkten und 3/4 Dreiern alleine in diesem Viertel ein an den 0:15-Blackout der Tigers gegen Opladen erinnerndes Comeback an. Dass seine Schützlinge nach dem Korb von Merit Brennecke zum 52:57 (27.) plötzlich nur noch mit fünf Punkten vorne lagen, wollte Bruhnke nicht in den Kopf. „Ja, wir haben mit der Zone so unsere Probleme. Aber ich weiß nicht, wo dann auf einmal die Hektik herkommt, so, als ob wir einen 20-Punkte-Rückstand aufholen müssten.“

Doch im Gegensatz zum schließlich mit 68:76 verlorenen Match gegen Opladen fanden Jana Heinrich, Briana Williams & Co. diesmal die Notbremse. Ein Drei-Punkte-Spiel von Britta Worms (Feldkorb plus Bonusfreiwurf) zum 60:52 (28.) beendete den Lauf der Eintracht – und ab da übernahm Franziska Worthmann: Die Scharfschützin, die zudem unter dem eigenen Korb als Gegenspielerin der ihr körperlich deutlich überlegenen Laina Snyder gebraucht wurde, erzielte im dritten Abschnitt 15 ihrer 27 Zähler und schickte die Tigers mit ihrem „Dreier“ zum 67:57 (30.) wieder mit einem einigermaßen beruhigenden Zehn-Punkte-Vorsprung ins letzte Viertel.

Damit waren die Neusserinnen wieder in der Spur. Die Bestnoten verdienten sich neben Franziska Worthmann auf jeden Fall Britta Worms und Jill Stratton, die gemeinsam mit Lotti Ellenrieder (8) für die Rebound-Hoheit sorgten (45:33), doch der Schlüssel zum Sieg lag für den Coach in der Verteidigung des gesamten Teams. Damit kontrollierten die TG-Basketballerinnen weitestgehend das zwar talentierte, aber eben noch sehr junge deutsche Personal  der Eintracht, die von ihren vier Importkräften Laina Snyder (18 Punkte/11 Rebounds), Toshua Leavitt (17), Harriet Ottewill-Soulsby (11) und Shannon Hatch (4) eben nicht alleine getragen werden konnte.

Am kommenden (Pokal-)Wochenende ist die TG Neuss nicht im Einsatz. Am 7. Dezember bietet sich ihnen beim Team der Panthers Academy Osnabrück die Chance, sich mit dem dritten Sieg in Folge unter den Top 4 der Liga zu etablieren.