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TG Neuss: So will die DBBL die Basketball-Saison in Liga zwei retten

Zweite Bundesliga : So will die DBBL Basketball-Saison retten

Höchstens noch drei Spiele haben die Basketballerinnen der TG Neuss in dieser von der Corona-Krise fast bis zur Unkenntlichkeit entstellten Saison bis zum 1. Mai zu absolvieren. Dann steht ein großer Abschied an.

Am vergangenen Wochenende hätten die Zweitliga-Basketballerinnen der TG Neuss eigentlich bei den ChemCats Chemnitz antreten sollen. Coronabedingt musste das Team aus Sachsen jedoch absagen – und bescherte den Tigers damit einen 20:0-Sieg am grünen Tisch. Denn um die so hoffnungslos zerrupfte Saison doch noch irgendwie zu einem halbwegs sportlichen Ende zu bringen, hat die Spitze der Damen Basketball Bundesligen GmbH (DBBL) um Geschäftsführer Philipp Reuner folgende Regeln erlassen und verkündet:

- Die Hauptrunde ist bis zum 2. Mai zu beenden. Ziel ist, alle Spielpaarungen einer „Einfach-Runde“ zu werten.

- Sofern ein Spiel abgesagt werden muss, etwa aufgrund lokaler Beschränkungen, wird dieses Spiel mit einer 0:20-Wertung für diejenige Mannschaft gewertet, die die Spielabsage verursacht hat. Weitere Sanktionen werden nicht ausgesprochen.

- Sofern bis zum 2. Mai eine „Einfach-Runde“ und mindestens zwei Drittel der Hauptrunden-Spiele gewertet werden können, wird die Tabellenplatzierung auf Grundlage der Quotientenregel (Wertungspunkte/Anzahl Spiele*100) ermittelt. Ansonsten gilt die Platzierung nach Beendigung der „Einfach-Runde“.

- Die sportlichen Aufsteiger aus der 2. Liga werden nach dem Ende der Hauptrunde in einem Hin- und Rückspiel ermittelt, bei dem der jeweils Erstplatzierte einer Staffel gegen den Zweitplatzierten der anderen Staffel antritt. Die Spiele sollen nach derzeitigem Stand am 8. und 15. Mai stattfinden.

Dass die Liga-Führung damit sozusagen die Reißleine gezogen hat, kann Tigers-Trainer John F. Bruhnke nachvollziehen, komme damit in der Corona-Pandemie doch endlich wieder so etwas wie Struktur in den Spielbetrieb. „Eigentlich gibt es nichts zu meckern“, findet er. Und auch „das mit den Sanktionen“ fürs Nichtantreten, könne er irgendwie verstehen. „Man hat die Türe lange aufgehalten, aber allmählich läuft uns die Zeit davon.“ In diesem Zusammenhang stoßen ihm die (zu) späten Rückzüge der ohnehin chancenlosen Kellerkinder ASC Göttingen (sechs Niederlagen in sechs Spielen) und der seit Saisonbeginn am 24. Oktober überhaupt noch nicht aktiven Young Dolphins Marburg sauer auf. „Da hätte man direkt sagen können, was Sache ist, als feststand, dass es keine Absteiger gibt.“

Für die Basketballerinnen der Turngemeinde heißt das nun konkret: Spielt das Coronavirus mit, sollten die Partie am 27. März (16 Uhr) bei den Capitol Bascats Düsseldorf und am 10. April (16 Uhr) bei den Rheinland Lions sicher sein. Denn beide Kontrahenten können sich im Kampf um den Aufstieg ins Oberhaus keine Schwachheiten leisten. „Wir werden da zweimal TG Neuss Tigers sehen, die beißen und alles versuchen werden“, verspricht Bruhnke. Ein dickes Fragezeichen steht ausgerechnet hinter dem Saisonfinale am 1. Mai gegen Alba Berlin (16 Uhr). Ob der mit so großen Ambitionen in die Spielzeit gestartete, dann aber weitestgehend zur Tatenlosigkeit verurteilte Vorzeigeklub von der Spree, dessen Hinrunden-Spiele ebenso wie die der Young Dolphins Marburg gemäß der Spielordnung mit 20:20 gewertet wurden, indes tatsächlich anreist, ist völlig ungewiss. „Alba hat sich noch nicht geäußert“, sagt Bruhnke.

Fiele das Heimspiel aus, fände er das kolossal schade, sähe er damit doch Jana Heinrich um ihr hochverdientes Abschiedsspiel gebracht. Nach mehr als sieben Jahren im Trikot der Tigers – bei ihrem Debüt am 23. November 2013 gegen die RheinStars Köln war die Pädagogin mit satten 25 Punkten und neun Rebounds ganz maßgeblich am im Abstiegskampf immens wichtigen 80:63-Sieg der Neusserinnen beteiligt – wird die seit Sonntag 35-Jährige ihre aktive Karriere nämlich mit ziemlicher Sicherheit beenden. „Die coronabedingten Unregelmäßigkeiten im Spielplan sind Gift für ihren strapazierten Körper“, erklärt ihr Coach und verrät schmunzelnd: „Wenn Jana zu unserem Physio kommt, meint sie nur: ‘Eigentlich habe ich elf verschiedene Sachen, darum sage ich Dir nur die drei wichtigsten’. Sie hat halt viele verschiedene Zipperlein.“