Basketball : TG kann auf Platz vier springen

So schnell kann das im Sport gehen. Nur zwei Wochen nach der so schmerzlichen Niederlage gegen Bielefeld könnten die Neusser Zweitliga-Basketballerinnen auf einen Play-off-Platz vorstoßen. Dazu müsste aber am Samstag in heimischer Halle erstmal ein Sieg über Hagen her.

Mehr Augenhöhe geht nicht: Ins direkte Duell der Zweiten Basketball-Bundesliga am Samstag (19 Uhr) in der Humboldt-Sporthalle an der Weberstraße (Eingang über Bergheimer Straße) gehen Gastgeber TG Neuss und die Phoenix Hagen Ladies mit exakt der gleichen Bilanz von 4:4 Punkten. Und beide Klubs haben nur ein Ziel: eine ruhige Saison ohne Abstiegsangst.

Energischer Zug zum Korb: Kapitänin Caterina Skrobek legt für den Basketball-Zweitligisten TG Neuss im Schnitt 7,5 Punkte und 3,3 Rebounds auf. Foto: A. Baum

Damit ist's aber noch lange nicht genug mit den Gemeinsamkeiten: Beide Vereine setzen vorrangig auf den eigenen Nachwuchs, die Gäste, denen die Kooperation mit dem TSV Hagen 1860 stets frische Talente in die Halle spült, kommen sogar ganz ohne Hilfe aus dem befreundeten Ausland aus. Alterspräsidentin im Team von Uli Overhoff ist Veronika Schielke mit gerade mal 25 Lenzen.

Ein wirklicher "Star" ist auch nicht auszumachen, mit Ausnahme von Annika Reinhardt (11,8) erreicht im Schnitt keine Spielerin zweistellige Punktezahlen. Besonders groß sind die Ladies ebenfalls nicht, ein Defizit, das sie mit Tempo auszugleichen versuchen. Alles in allem also ein Gegner genau nach dem Geschmack der ähnlich strukturierten Neusserinnen. Nicht zu verwundern mag darum, dass TG-Trainerin Janina Pils gute Chancen für ihre Mädchen sieht. "Ein Sieg ist im Rahmen des Möglichen", sagt sie. Nur nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, zu frisch sind noch die Erinnerungen an den trüben Auftritt gegen Bielefeld.

Doch der 73:71-Erfolg am Sonntag in Opladen hat das Selbstvertrauen zurückgebracht. Läuft es optimal, ist sogar der Sprung auf Rang vier drin. "Wir glauben an uns", versichert Pils. Dem Elan ihrer Schützlinge können Negativerlebnisse ohnehin nichts anhaben.

Pils: "Die Mädchen trainieren immer sehr diszipliniert. Und auch nach Niederlagen liegt die Trainingsbeteiligung bei 100 Prozent." Verletzungen werden dabei locker ausgeblendet. Dass Saara Lehtoranta in Opladen nur knapp vier Wochen nach einem dreifachen Bänderriss im Sprunggelenk schon wieder aufgelaufen war, erstaunt ihre Trainerin kaum. "Das kann man machen, ist reine Kopfsache, denn das tut weh." Über den Schmerz hinweg erzielte die Finnin in nur etwas mehr als 16 Minuten zwölf Punkte und verwandelte dabei zwei ihrer vier Würfe von jenseits der Drei-Punkte-Linie. Viel mehr Spielzeit wird sie auch am Samstag nicht bekommen, "denn bis sie wieder bei 100 Prozent ist, dauert es sicher noch zwei bis drei Wochen", sagt Pils. Ansonsten setzt sie voll auf die Eigenverantwortung ihres Schützlings. "Wenn sie sagt, sie kann spielen, dann spielt sie auch. "

In einem Vorbereitungsmatch auf die Saison hatte die TG Neuss Phoenix Hagen übrigens mit mehr als 20 Punkten Differenz geschlagen. "Aber daraus sollte man jetzt keine falschen Schlüsse ziehen", warnt Pils.

(NGZ/rl)