Basketball : TG feiert ersten Saisonsieg

Am vorletzten Spieltag der Hinrunde hat der Basketball-Zweitligist aus Neuss zum ersten Mal in dieser Saison Zählbares eingebracht. Beim 65:52-Erfolg über den ASV Moabit Berlin legte Connie James ein starkes Debüt hin.

Ja, der ohne seine beste Korbjägerin Jessica Seyler angetretene Neuling ASV Moabit Berlin war kein wirklich starker Gegner, und ja, der Auftritt des Basketball-Zweitligisten TG Neuss war keineswegs überragend. Doch das interessierte am Samstagabend um genau 20.05 Uhr, als mit dem 65:52 (Halbzeit 25:25) endlich der erste Saisonsieg unter Dach und Fach gebracht worden war, niemanden in der Sporthalle des Humboldt-Gymnasiums.

Während auf der Tribüne rund 200 Zuschauer, darunter mit Mario Meyen, Friedhelm Sonnenberg und Geburtstagskind Klaus Ehren fast die komplette Vereinsführung, jubelten, gab die Mannschaft ausgelassen den erstmals von Jürgen Klinsmann dargebotenen "Diver", rutschte mit gestrecktem Körper bäuchlings übers glatte Parkett. Ein perfekter Moment, auch für den in den vergangenen Wochen so leidgeprüften Trainer.

Mathias Gierth war einfach nur glücklich. Natürlich über den so dringend benötigten Sieg, aber auch darüber, dass er sich im Verbund mit seiner erfahrenen Co-Trainerin Angela Krings offenbar für die richtige Besetzung auf der Position der Import-Spielerin entschieden hatte.

Die erst seit einer Woche in Neuss aktive US-Amerikanerin Shacondra "Connie" James erwies sich auf Anhieb als Volltreffer. Ihr Debüt garnierte die 23-Jährige, die 36:21 Minuten auf dem Feld stand, mit 20 Punkten und zehn Rebounds. "Wir hätten auch andere, viel dominanter auftretende Spielerinnen haben können, aber wir wollten Connie", sagt Gierth.

Dass die New Yorkerin ihr Team nicht im Alleingang zum Sieg führte, zeigt auch der Blick aufs Scouting-Blatt: 16 ihrer 20 Punkte markierte sie aus der Nahdistanz, also vor allem durch Korbleger im Schnellangriff, was für eine gute Teamverteidigung spricht. Genau da legten die Gastgeberinnen nach noch ziemlich mauer erster Hälfte (0:6/3., 14:22/15.) den Grundstein zum Triumph. "Ich habe der Mannschaft in der Kabine gesagt, dass wir nicht so viele Offensivrebounds abgeben dürfen", sagte Gierth.

In der Defensive holten sich die TG-Mädels, für die außerdem die kampfstarke Kathrin Wischnitzki (15 Punkte/9 Rebounds) und Julia Kleen (10) zweistellig punkteten, das Selbstvertrauen für die Offensive. Per Dreier zum 52:43 (34.) leitete Svenja Krings im Schlussviertel die entscheidende Phase ein.

Während Berlins Topscorer Daniela Vogel (12) und Hannah Siegfried (10) ihr Pulver verschossen hatten, legte die TG eine Serie von 9:0-Punkten bis zum 58:43 (36.) auf. In der größten Euphorie behielt Gierth jedoch kühlen Kopf und verwies auf das anstehende Kellerduell mit Rist. "Da müssen wir jetzt am nächsten Sonntag unbedingt nachlegen."

(NGZ)
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