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Teutonia Kleinenbroich vor fast unmöglicher Mission

Fußball-Landesliga : Teutonia vor fast unmöglicher Mission

Das zweite Jahr nach dem Wiederaufstieg in die Fußball-Landesliga hat sich für Kleinenbroich zu einem Alptraum entwickelt. Auch wegen der großen Personalprobleme ist das Team Vorletzter und das rettende Ufer weit entfernt.

Für Trainer Norbert Müller kam der Urlaub in der Karibik gerade recht. Möglichst weit weg, um Sonne und Kraft zu tanken nach einer Hinrunde zum Vergessen in der Fußball-Landesliga. So sehr beim Wiederaufstieg im Jahr 2020 alles perfekt lief für Teutonia Kleinenbroich, so ging im bisherigen Saisonverlauf ziemlich alles schief. Müller musste mit ansehen, wie seine traditionell starke Defensive mit 45 Gegentoren in 14 Partien zur Schießbude der Liga mutierte. Mit gerade mal acht Punkte überwintert die Teutonia auf dem vorletzten Tabellenplatz und ist bei fünf sicheren Absteigern schon zwölf Zähler vom rettenden Ufer entfernt. Seit dieser Woche ist Müller wieder zu Hause und kann alle Kraft gebrauchen, um die nahezu unmöglich Mission „Klassenverbleib“ anzugehen.

„Uns war klar, dass wir in dieser Liga nur mithalten können, wenn alles passt. Aber in der Hinrunde hat nichts gepasst“, sagt der Trainerroutinier, der in seiner langen Laufbahn schon einiges mitgemacht hat. Auf die neuen Erfahrungen aus der laufenden Spielzeit hätte er liebend gerne verzichtet. „So etwas habe ich noch nicht erlebt. Wir haben in zwei aufeinander folgenden Spielen nicht ein einziges Mal dieselbe Aufstellung aufbieten können“, erklärt Müller. Vom Start weg fehlten ihm wichtige Spieler, in Kapitän Marius Brunsbach und Sebastian Thomassen zwei von drei gelernten Innenverteidigern. Unter diesen Voraussetzungen war es eher ungünstig, dass es gleich im ersten Spiel gegen den späteren Herbstmeister MSV Düsseldorf ging. So gab es gleich eine 2:6-Packung.

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Und bei diesen Ausfällen blieb es nicht, immer wieder gab es personelle Rückschläge, auch die so wichtigen Mittelfeldstrategen Philipp Richter und Patrick vorn Hüls kommen zusammen nur auf 15 Einsätze. Und wenn es Lichtblicke wie die Genesung von Marius Brunsbach gab, folgte kurz darauf der nächste Tiefschlag. Brunsbach etwa zog sich einen Bänderriss zu und fiel wieder etliche Wochen aus. „Es lag nicht daran, dass wir schlecht in Form waren oder schlecht trainiert hätten. Mit unserem Kader können wir so viele Ausfälle nicht kompensieren“, sagt Müller. So kamen immer wieder Spieler auf Positionen zum Einsatz, die für sie völlig fremd waren. Daraus folgte eine mangelnde Konstanz, die für die Kleinenbroicher unter Norbert Müller untypisch ist.

So konnten sie selbst aus überraschenden Erfolgserlebnissen keinen nachhaltigen Profit schlagen. Der erste Saisonsieg im Derby bei der DJK/VfL Giesenkirchen hätte unter normalen Umständen ein Aufbruchsignal sein können, dieses Mal folgte daheim eine 3:4-Pleite gegen Schlusslicht Solingen. Nach dem 5:1 daheim gegen den ASV Süchteln kam das ernüchternde 0:4 beim SC Kapellen. Bei so viel Ungemach fällt es Norbert Müller sogar schwer, der Hinrunde auch noch irgendeinen positiven Aspekt abzugewinnen. Doch nach einem kurzen Moment des Innenhaltens fällt ihm dann doch noch etwas ein: „Die Jungs, die seit Jahren da sind, halten die Stimmung hoch, auch beim Training. Der Umgang miteinander ist in Ordnung und die Einstellung stimmt.“ Auch nicht so schlecht ist auf dem Papier die Offensivleistung, mit 24 Toren hat Kleinenbroich sogar mehr Treffer erzielt als die SG Unterrath, die auf dem ersten Nichtabstiegsplatz rangiert. Neunmal getroffen hat Stürmer Dominik Klouth, womit er auf Platz vier der Landesliga-Torjägerliste steht.

Drei Tore hat Sommerzugang Erik Pöhler erzielt, der allerdings schon wieder Geschichte ist. Er verabschiedete sich genau wie zuvor schon Justin Kuhlen und Yannis Ochs, die mit ihm zusammen aus Giesenkirchen gekommen waren. „Die drei haben uns im Stich gelassen“, sagt Müller, trauert ihnen aber ebenso wenig nach wie Torwart Benedict Ruckes, der offenbar auch nicht mehr daran glaubt, sich mit Kleinenbroich aus dem Schlamassel befreien zu können. Für ihn reaktiviert Müller Sebastian Schmitz nach zwei Jahren Pause. Potenzielle Neuzugänge fürs Feld werden in den nächsten Einheiten der Vorbereitung Probetrainings absolvieren.

Alles in allem dennoch keine besonders rosigen Aussichten für die restliche Saison, wovon sich Norbert Müller allerdings nicht herunterziehen lässt. „Wir werden alles mobilisieren und uns nicht hängen lassen“. An ihm soll‘s nicht liegen, schließlich hat er in der Karibik Kraft und Sonne getankt.