1. NRW
  2. Städte
  3. Rhein-Kreis
  4. Sport im Rhein-Kreis

Tennisverband Niederrhein plant eine Übergangssaison

Tennis : Wer nicht antritt, wird trotzdem nicht bestraft

Tennisverband Niederrhein plant eine „Übergangssaison“ – Vereine können selbst entscheiden, ob sie ab 9. Juni dabei sind oder nicht.

Da hat ein Sportverband doch mal eine praktikable Lösung gefunden, wie ein Ligenspielbetrieb in Corona-Zeiten ablaufen kann – eine Lösung freilich, die so wohl nur im Tennis funktioniert. Dort können im Bereich des Verbandes Niederrhein (TVN) die Vereine und Mannschaften ab der Niederrheinliga abwärts selbst entscheiden, ob sie ab 9. Juni um Punkte spielen möchten oder nicht.

„Vereine können Erwachsenen-Mannschaften, die aufgrund der derzeitigen Situation nicht am Spielbetrieb teilnehmen wollen, ohne Sanktionen bis zum 20. Mai zurückziehen,“ sagt TVN-Präsident Dietloff von Arnim. Der ehemalige Turnierleiter des World-Team-Cups im Düsseldorfer Rochusclub hat mit seinen Vorstandskollegen am Wochenende intensiv darüber beraten, ob und wie die eigentlich bereits seit drei Wochen laufende Medensaison ausgetragen werden kann und soll.

Das Ergebnis: Am 9. Juni soll in allen Spielklassen von der Niederrheinliga abwärts der Ball übers Netz fliegen, natürlich „streng nach den behördlichen Vorgaben wiem unter anderem Hygiene- und Abstandsregeln,“ heißt es in der Erklärung des TVN. Die ab dem 5. Juli geplante Saison der Ersten und Zweiten Bundesliga ist schon seit Wochen abgesetzt, über einen möglichen Spielbetrieb in den Regionalligen entscheidet das Präsidium des Deutschen Tennis-Bundes (DTB) voraussichtlich in der kommenden Woche.

  • Ein Tennisball (Symbolbild).
    Tennis : Derby in Neuss wird für Rochusclub zum Wegweiser
  • Die Saison in der Regionalliga soll
    Fußball in den Amateurklassen : „Der Saisonstart ist noch nicht in Gefahr“
  • Der französische Fußball-Verband führt einen Gesundheitspass
    Wegen Corona : Französischer Fußballverband führt Gesundheitspass ein

Dietloff von Arnim weist ausdrücklich darauf hin, dass die Spielzeit auf Verbandsebene keine normale, sondern eine „Übergangssaison“ darstellt. Grundlage für den Spielbetrieb bilden dabei die „aktuell bereits eingeteilten Gruppen und Ligen“ und die „angepasste Terminplanung“. Der Verband behält sich allerdings vor, bei vermehrten Abmeldungen von Mannschaften „Anpassungen in den eingeteilten Gruppen“ vorzunehmen. Da Rückzüge ohne Sanktionen nur bis zum 20. Mai möglich sind, will der TVN die aktualisierten Spielpläne bis Ende des Monats auf seiner Internetplattform veröffentlichen.

Abgemeldete Mannschaften gehen nicht nur straffrei aus – sie müssen allerdings 50 Prozent des Mannschafts-Nenngeldes bezahlen – sie verbleiben auch mit Blick auf die Saison 2021 in ihren momentan aktuellen Spielklassen. Auch sportliche Absteiger soll es in der „Übergangssaison“ keine geben. „Meister und Aufsteiger in den einzelnen Ligen und Klassen werden“ hingegen „offiziell ausgespielt, die Wertung für die Leistungsklassen sowie die DTB-Rangliste kommen uneingeschränkt zum Tragen,“ sagt von Arnim. Ganz wichtig: Spieler von zurückgezogenen Mannschaften, die trotzdem am Spielbetrieb teilnehmen möchten, können in einer anderen Mannschaft des Vereins nachgemeldet werden.

„Der Mannschaftsspielbetrieb ist ein ganz entscheidender Faktor für die sozialen Interaktionen im Verein. Somit wollen wir den Vereinen, den Mannschaften und den einzelnen Spielern, die auf diese tragende Säule des Tennissports nicht verzichten wollen, die Möglichkeit dazu geben,“ erläutert der TVN-Präsident die Beweggründe für die Entscheidungen, über die „intensiv und teilweise auch konträr diskutiert“ worden sei – „aus gesundheitlicher, sportlicher und finanzieller Sicht.“ Dabei hält es von Arnim für ebenso „wichtig, dass Vereine und einzelne Mannschaften je nach ihrer individuellen Situation ohne sportliches Risiko selbst entscheiden können, ob sie am Sommer-Spielbetrieb 2020 teilnehmen wollen oder nicht.“