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Tennis: TC BW Neuss setzt im Derby gegen Rochusclub Düsseldorf auf Sieg

Tennis-Bundesliga : Blau-Weiss setzt im Derby voll auf Sieg

Der Tennis-Bundesligist aus Neuss geht mit ganz breiter Brust ins Duell mit dem einstmals übermächtigen Rochusclub Düsseldorf. Die Gastgeber hoffen auf den Einsatz von Botic van de Zandschulp. Die Gäste kommen mit ihren Topleuten.

Botic Van de Zandschulp ist so etwas wie das Herz des TC Blau-Weiß Neuss. Umso bitterer, dass der auf der ATP-Weltrangliste auf Position 126 geführte Niederländer dem Tennis-Bundesligisten wegen seiner Turnierverpflichtungen nicht nur in Mannheim (1:5) und im mit 2:4 verlorenen Match gegen Spitzenreiter Gladbacher HTC fehlte, sondern auch beim 3:3 (nach 3:1-Führung) am vergangenen Sonntag gegen Aachen. Nur in München beim Überraschungscoup gegen den TC Großhesselohe (4:2) war der 25-Jährige dabei, gewann im Einzel gegen den Top-100-Profi Emil Ruusuvuori (ATP 78) aus Finnland und an der Seite von Luca Vanni (Italien) auch das Doppel gegen Philipp Oswald (Österreich) und André Begemann.

Am Sonntag (ab 11 Uhr) im Derby auf heimischer Anlage an der Jahnstraße gegen den Rochusclub Düsseldorf könnte Van de Zandschulp, der vor einer Woche beim Turnier im finnischen Tampere erst im Halbfinale gegen Nicolas Kicker (Argentinien) mit 3:6, 6:3 und 3:6 den Kürzeren gezogen hatte, dabei sein. Denn beim ATP-Challenger-Turnier im polnischen Posen unterlag er am Freitag im Viertelfinale dem Tschechen Jiri Lehecka mit 5:7 und 3:6. Da der Neusser Teamchef Marius Zay mit dem Mann aus Veenendaal in der niederländischen Provinz Utrecht quasi eine Flatrate abgeschlossen hat, sollte der Aufstiegsheld von 2019 eigentlich gegen Düsseldorf auflaufen.

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Doch ganz so einfach ist die Chose nicht. Die entscheidende Frage ist nämlich, wie viel Zeit ein jede Woche aufs Neue mit der Zusammensetzung seiner Mannschaft befasste Teamchef einem Spieler nach dem Ausscheiden aus einem Turnier lässt. „Es ist ganz wichtig, wann du ihn anrufst“, weiß BW-Vorsitzender Abraam Savvidis. „Und dabei musst du dann auch noch den richtigen Ton finden, sonst entsteht schnell der Eindruck, du würdest dich über seinen Misserfolg freuen.“

Und einen zwar physisch anwesenden, aber schlecht gelaunten Arbeitnehmer im Dienst-nach-Vorschrift-Modus können die personell stets am Limit agierenden Blau-Weißen so gar nicht gebrauchen. Am wenigsten im Duell mit dem einstmals ziemlich übermächtigen Nachbarn aus der Landeshauptstadt. Die Gäste belegen nämlich mit 3:7 Punkten einen Abstiegsplatz – und sind damit ein direkter Konkurrent der Neusser (5:5) im Kampf um den Ligaverbleib. Wäre es nach Teamchef Detlev Irmler gegangen, hätte der langjährige Gastgeber des World Team Cups, der Mannschaftsweltmeisterschaft im Tennis, auf diese von der Corona-Pandemie beeinflusste Saison gleich ganz verzichtet. „Für uns ist es eigentlich eine unsinnige Entscheidung zu spielen.“

„Früher“, erinnert sich Savvidis noch gut, „hat der Rochusclub zu Anfang volle Hütte gespielt, also so gut wie möglich aufgestellt, gerne mit vier Spaniern in der Mannschaft. Und wenn dann nichts mehr schiefgehen konnte, haben die alles komplett rausgezogen, sind mit einer D-Mannschaft angetreten.“ In Pablo Andujar (Weltrangliste 71) und Roberto Carballes-BaenaI (96) kommen die Grafenberger auch am Sonntag mit zwei Spaniern. Die gerade von den Olympischen Spielen in Tokio zurückgekehrten Topleute sollen es in einem für Irmler „entscheidenden Spiel für unseren Klassenerhalt“ nun richten.

Savvidis bleibt trotzdem optimistisch: „Für uns geht es nicht mehr nur darum, einen Gegner auf dem falschen Fuß zu erwischen, ihm wehzutun. Wir gehen angriffslustig ins Match. Wir wollen den Rochusclub schlagen!“